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München - Bayern-Kapitän Philipp Lahm spricht im Exklusiv-Interview mit SPORT1 über den Ausfall von Jerome Boateng und deren Folgen, Uli Hoeneß sowie sein Karriereende.

Mit einem 2:1-Sieg beim Hamburger SV startete der FC Bayern München in das neue Jahr. Dennoch ist beim deutschen Rekordmeister längst noch nicht alles Gold ist, was glänzt. Vor allem die schwere Verletzung von Jerome Boateng trübte die Freude über den Dreier - auch bei Philipp Lahm.

Der Bayern-Kapitän spricht im Exklusiv-Interview mit SPORT1 über den Boateng-Ausfall und deren Folgen, Uli Hoeneß und sein Karriereende.

Philipp Lahm über ...

Jerome Boateng:

Er ist Leistungssportler und steht gerne auf dem Platz. Wenn man das nicht machen kann, ist man vielleicht ein bisschen angeschlagen. Ansonsten gibt er sich ganz normal, er kann auch nichts dagegen machen. Nun fällt er für ein paar Wochen aus. Das ist für uns als Mannschaft sehr, sehr bitter und für ihn natürlich auch. Aber es hilft nicht, zuhause zu liegen und sich einzugraben.

die Möglichkeit einer Dreierkette als Reaktion auf den Boateng-Ausfall:

Es ist alles möglich bei uns. Wir haben am Freitag auch offensiv mit einer Dreierkette und defensiv mit einer Viererkette agiert. Unser Trainer hat einige Varianten drauf. So eine Woche kann man nutzen, um taktische Dinge zu trainieren. Deswegen trainieren wir auch nicht öffentlich.

ein mögliches Boateng-Comeback im DFB-Pokal- und Champions-League-Finale:

Es ist noch ein weiter Weg bis dahin. Wir haben jetzt Ende Januar und sprechen vom Mai. Wir müssen immer wieder unsere Leistung bringen, vor allem in den englischen Wochen. Gerade da ist es bitter, dass Jerome ausfällt. Daher hoffen wir, dass einige Spieler bald zurückkehren. Denn wenn man alle drei Tage spielt, braucht man einen breiten Kader.

den Titelkonkurrenten Borussia Dortmund:

Sie spielen sehr stabil und gut. Sie haben mehr Ballbesitz, haben das Spiel mehr in den eigenen Händen und dadurch besser im Griff. Wir wissen, dass unsere Konkurrenz - vor allem Dortmund - nicht schläft. Sie sind acht Punkte hinter uns, aber es ist gefährlich. Man muss nur an den 17. Spieltag denken. Da war Dortmund nach der Führung zwischenzeitlich mal bis auf drei Punkte dran, weil es bei uns in Hannover noch 0:0 stand. Am Ende hat Dortmund verloren und wir gewonnen und dann waren es acht Punkte. Das geht sehr schnell. Das direkte Duell gibt es auch noch. Außerdem haben wir jetzt sehr viele Auswärtsspiele bei schwierigen Gegnern.

die Arbeit von Thomas Tuchel:

Ich bin nur Außenstehender und habe nie unter ihm trainiert. Er hat schon einen sehr, sehr guten Job in Mainz gemacht und führt jetzt einen sehr, sehr guten Job in Dortmund aus. Großes Kompliment bis jetzt!

.die Kritik von Holger Badstuber am Bayern-Nachwuchs:

Man muss sich auch entwickeln können und manchmal hilft man den Spielern auch nicht, wenn man sie sofort hoch zu den Profis holt, statt sie erst einmal Jahre Leistung in ihrer Altersklasse bringen zu lassen. Woche für Woche, um ihnen dann den Schritt zu den Profis zu ermöglichen. Klar, teilweise fehlt auch ein bisschen der eigene Antrieb, vielleicht wird es ihnen auch zu leicht gemacht von unserer Mannschaft.

Uli Hoeneß' Mitwirken in der Jugendarbeit:

Wer Uli Hoeneß kennt, der weiß, dass er alles mit Leidenschaft und zu hundert Prozent macht. Das ist sehr, sehr wichtig, das braucht man. Die Erfahrung, die er über Jahrzehnte hier bei diesem Verein gesammelt und weitergegeben hat. Er kennt alles hier. Er weiß, was das Beste für den Verein ist und für die jungen Spieler. Er hat das jahrelang mitbegleitet. Und deswegen ist das meiner Meinung nach eine Top-Situation, dass so ein Mann, der so vieles geleistet hat, für die Jugend arbeiten kann.

ein mögliches Comeback von Hoeneß als Bayern-Präsident:

Das ist nicht unsere Entscheidung oder von irgendjemandem, sondern in erster Linie die Entscheidung von Uli Hoeneß. Dann gibt's immer noch Mitglieder, die darüber abstimmen und dann kann man sich darüber unterhalten.

sein Vorbild Paolo Maldini:

Er hat mit seiner Cleverness und Routine den AC Mailand über Jahrzehnte geprägt. Auch außerhalb des Platzes ist er eine großartige Persönlichkeit. Ich kann aber ausschließen, dass ich - wie er - mit 41 Jahren noch spielen werde. Ich weiß gar nicht, ob ich das leistungsmäßig draufhätte. Das wären immerhin noch neun Jahre für mich. Ich will es nicht ausprobieren.

sein für 2018 angekündigtes Karriereende:

Ich habe beim FC Bayern die Möglichkeit, mich auf absolutem Topniveau immer wieder mit jungen und neuen Spielern zu messen. Es kommt vielleicht der Moment, in dem man sich fragt, ob ich noch auf dem allerhöchsten Niveau mithalten kann. Wenn man irgendwann den Eindruck hat, es geht nicht mehr, sollte man auch die Größe haben zu sagen, es ist zu Ende. Aktuell fühle ich mich fit und gut. Und ich bin absolut konkurrenzfähig.

einen möglichen Posten beim FC Bayern nach der aktiven Laufbahn:

Es ist schön zu hören, dass man mir nach meiner aktiven Karriere zutraut, beim FC Bayern zu bleiben. In welcher Funktion, dass werden wir dann irgendwann sehen.

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