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Nach Dortmunds glücklichem Sieg gegen Ingolstadt regen sich die Gäste furchtbar auf. Schiri Winkmann gibt ehrliche Einblicke. SPORT1 fasst die Stimmen zusammen.

Dortmund schlägt Ingolstadt, doch das Ergebnis ist am Ende zweitrangig. Mal wieder kocht die Diskussion über den Videobeweis.

SPORT1 fasst nach dem ersten Aufregerspiel der Rückrunde die Stimmen bei SPORT1, Sky und aus der Mixed Zone zusammen:

Marvin Matip (FC Ingolstadt)

bei SPORT1:

"Jeder, der das Spiel gesehen hat, hat die drei Entscheidungen gesehen, die dreimal unerklärlicherweise gegen uns gepfiffen wurden. In der ersten Halbzeit ist es eine Rote Karte und ein Elfmeter. Ich glaube, dass das Spiel da schon eine ganz andere Wendung nimmt. Das Eigentor von Mats Hummels: Wir spielen Fußball, und wenn man ein bisschen Körperkontakt hat, dann schießt er deshalb noch lange nicht den Ball ins eigene Tor. Die Krönung war dann natürlich das Abseitstor. Das ist bitter, denn wir haben gegen eine der besten europäischen Mannschaften ein sehr gutes Spiel geboten."

bei Sky:

"Wir müssen heute nicht übers Spiel reden. Es waren drei Entscheidungen gegen uns. Wir haben alles reingepackt. Ein Abseitstor, ein Eigentor, ein Elfmeter, wo es eigentlich noch eine Rote Karte geben muss. Jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß es. Dortmund war so clever, das Abseitstor auf der Videoleinwand zu zeigen. So eine Dummheit muss eigentlich bestraft werden. Das kleine Ingolstadt hat mit Herz gespielt. Der Linienrichter hatte die Sechzehnerlinie als Vergleich, das kann man sehen. Dario wird immer weiter gezogen, wird immer langsamer. Aber das ist Mats Hummels, vielleicht darf der keine Eigentore machen. Er hat sich nicht getraut, ein Novum zu schaffen und mithilfe des Videos zu entscheiden."

Guido Winkmann (Schiedsrichter)

...zu Aubameyangs erstem Tor: "Fakt ist, es ist Abseits, Fakt ist, es ist spielentscheidend. Fakt ist auch: Wir diskutieren noch über zwei andere Szenen. Dann trifft es, wenn Sie so wollen, dreimal Ingolstadt. Das Theater ist jetzt groß, aber nach dem Abpfiff war es von den Ingolstädtern ein sehr respektvoller Umgang. Das muss man auch mal positiv erwähnen. Ich habe es nachher gehört, dass es über die Leinwand gelaufen ist, habe es nur über das Headset ein bisschen mitbekommen, da waren relativ starke Diskussionen. Aber es war eine Tatsachenentscheidung. Selbst wenn ich es gesehen hätte, hätte ich es nicht zurückgenommen."

...zum angeblichen Foul von Hummels an Lezcano: "Für mich war es ein ganz normaler Zweikampf. Sehr körperbetont, aber das reicht in dem Fall für mich nicht für einen Foulpfiff und damit auch nicht für einen Elfmeter und eine Rote Karte."

...zu Hummels' vermeintlichem Eigentor: "Aus meiner Position habe ich zunächst nichts erkannt. Der Assistent hat dann von draußen über Headset sofort gerufen 'Foul, Foul, Foul! Er trifft ihn unten am Fuß'. Deswegen habe ich das Eigentor dann zurückgenommen. Das war so überzeugend, das war für mich überhaupt keine Frage."

...zum Dialog mit Hasenhüttl nach dem Spiel: "Wir haben kurz gesprochen. Wir hatten in der Hinrunde in Stuttgart auch ein Spiel, wo es 30 Zentimeter Abseits war. So kommt auch für uns manchmal eins zum anderen."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund)

...zur Abseitsposition vor dem 1:0: "Es war schwer zu übersehen. Ich glaube, dass der Schiedsrichter es nicht gesehen hat und ich glaube zweitens, dass er es nicht darf. Aber ich bin glühender Verfechter davon, alle Tore zu überprüfen."

Mats Hummels (Borussia Dortmund)

...über den Ingolstädter Ärger: "Es ist absolut nachvollziehbar. Wenn man ein Abseitstor kassiert und die Heimmannschaft den Fehler macht, es auf der Video-Leinwand einzublenden, dann ist das doppelt und dreifach ärgerlich."

...über die Folgen: "Ich bin klar für den Videobeweis. Das bin ich schon seit langer Zeit und das wird sich auch nicht ändern. Es wäre wichtig, wenn nur regelkonforme Tore fallen. Gefühlt müsste man bei zehn bis 15 Prozent der Tore anders entscheiden."

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...über sein vermeintliches Abseitstor: "Am Fernsehen sieht es nach wenig aus, aber wenn man selber gespielt hat und diese Spielgeschwindigkeit kennt, dann weiß man, dass diese kleine Berührung reicht, um ausschlaggebend etwas zu ändern. Das war hier der Fall. Deswegen bin ich direkt davon ausgegangen, dass das Foul gepfiffen wird. Der Schiedsrichter hat das in meinen Augen auch berechtigterweise so gemacht."

...über die Szene im Strafraum gegen Lezcano: "Es ist leider ein Foul. Im Spiel hat es sich nach ein bisschen mehr Foul von mir angefühlt, als es im Fernsehen aussah. Aber es ist eine Entscheidung, bei der man mindestens zu 50 Prozent auch auf Elfmeter entscheiden könnte."

Ralph Hasenhüttl (Trainer FC Ingolstadt)

"Die Krönung war das Abseitstor. Da kann ich dem Schiedsrichter keinen Vorwurf machen, da muss er sich auf seinen Linienrichter verlassen. Das hat jeder gesehen im Stadion. Unter dem Strich bleibt die Null. Das ist das, was mich heute richtig ankotzt. Das war eine Riesensauerei, was heute gelaufen ist. Wir hatten Herrn Winkmann in Stuttgart, da hat er ein Abseitstor gegen uns gegeben. Heute war es ein Abseitstor und noch zwei andere Situationen, die eigentlich klar für uns zu entscheiden gewesen wären. Dann wird es auch für uns schwer, hier etwas mitzunehmen."

Ramazan Özcan (FC Ingolstadt)

"Es ist ein Unterschied, ob sich Mats Hummels aufregt, ein Weltmeister, oder ob sich der Torwart des FC Ingolstadt aufregt. Dann schaue ich auf die Videoleinwand und mitten in der Flanke brechen sie ab. Dann renne ich zum Linienrichter und sage: 'Haben Sie das gesehen?' Dann sagt er: 'Ja, aber ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich habe ihm gesagt: 'Wir können ganz normal reden. Sie können das Tor zurücknehmen, denn unser Tor haben Sie auch zurückgenommen. Das hat nichts mit Videobeweis zu tun. Sie sehen es doch! Das Tor ist erst 20 Sekunden vergangen!'"

Dario Lezcano (FC Ingolstadt)

...über seinen Zweikampf mit Mats Hummels vor dessen vermeintlichem Eigentor: "Es war kein Foul, ich habe nichts gemacht. Er wollte zum Torhüter spielen, hat den Ball nicht gut getroffen. Ein klares Tor."

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