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Für SPORT1-Experte Thomas Berthold (l.) sind Eintracht Frankfurt um Marco Fabian, der VfB Stuttgart mit Kevin Großkreutz und Hannover 96 unter Trainer Thomas Schaaf stark abstiegsgefährdet © SPORT1-Montage: Paul Hänel

München - Stuttgart, Bremen, Frankfurt: Für einige Traditionsklubs wird's diese Saison so richtig eng. SPORT1 und Thomas Berthold machen den Rückrunden-Check. Teil 1: Platz 13 bis 18.

• 1899 Hoffenheim (18. Platz, 13 Punkte, 17:25 Tore)

So lief die Vorbereitung: Mit drei Siegen und einem Unentschieden in vier Testspielen - unter anderem einem 3:1 gegen Sturm Graz - sammelten die Kicker der TSG Hoffenheim, die ihr Trainingscamp diesmal in Südafrika aufgeschlagen hatten, neues Selbstvertrauen für ihre anvisierte Aufholjagd.

Das ist neu: Der Brasilianer Guilherme Biteco kehrte von seiner Ausleihe an Nautico Capibaribe zurück, Stürmer Adam Szalai wechselte auf Leihbasis zu Hannover 96.

Das muss besser werden: Vor allem der Sturm muss gewaltig zulegen. In der Hinrunde kam die TSG nur auf 17 magere Tore.

Das sagt SPORT1-Experte Thomas Berthold: "Mir fehlt bei den Hoffenheimern die Philosophie. Die sind ein wenig von ihrem Weg abgekommen. Da fehlt vorne die Durchschlagskraft und hinten bekommen sie zu viele Gegentore. Für mich sind sie definitiv ein Abstiegskandidat."

• Hannover 96 (17. Platz, 14 Punkte, 18:29 Tore)

So lief die Vorbereitung: Die Tests im sonnigen Belek verliefen durchwachsen. Einem 2:1 gegen Drittligist Wehen-Wiesbaden folgten Niederlagen gegen Hertha BSC (0:1) und Stuttgart (0:2). Gegen Gostaresh Foolad FC gewannen die 96er 2:0.

Das ist neu: Thomas Schaaf soll Hannover 96 vor dem Abstieg retten. Zudem kamen mit Iver Fossum, Hotaru Yamaguchi, Marius Wolf, Adam Szalai (ausgeliehen) und Hugo Almeida insgesamt schon fünf Neue, Sebastian Ernst (Magdeburg), Mevlüt Erdinc (Leihe an EA Guingamp) und Maurice Hirsch (Fürth) verließen den Klub.

Das muss besser werden: Die Hannoveraner müssen dringend ihre Heimschwäche ausmerzen. Bislang stehen dort nur sechs Punkte zu Buche.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Ich traue Thomas Schaaf zu, dass er die Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt. Aber in Hannover fehlt es auch an Kontinuität - in der Planung des Kaders und des Managements. Dazu kommt, dass das Team fußballerisch limitiert ist. Für 96 wird es ganz, ganz eng."

• Werder Bremen (16. Platz, 15 Punkte, 17:32 Tore)

So lief die Vorbereitung: In den Testspielen von Werder Bremen wechselten Licht und Schatten. Dem klaren 7:0 über Adana Demirspor folgte ein 1:3 gegen Erzgebirge Aue, anschließend gab's noch ein 0:0 gegen Sivasspor, ein 1:0 gegen Inter Baku und ein 2:2 gegen Austria Wien.

Das ist neu: Stürmer Jordan Morris und Mittelfeldmann Laszlo Kleinheisler durften im Trainingslager in Belek schon mal vorspielen, noch wurde aber kein Spieler fest verpflichtet. Assani Lukimya steht vor einem Wechsel nach China. 

Das muss besser werden: Werder hat besonders in der Offensive Probleme, erzielte in der Hinrunde nur 17 Tore. Die Abhängigkeit von Angreifer Anthony Ujah ist zu groß, der formverbesserte Claudio Pizarro soll ihn entlasten. Regisseur Zlatko Junuzovic muss zudem aus dem Formloch kommen.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Ein Vorteil für Werder ist das ruhige Umfeld. Manager Thomas Eichin und Trainer Viktor Skripnik stehen geschlossen zusammen. Aber Bremen muss genau wie Stuttgart und Frankfurt höllisch aufpassen."

• VfB Stuttgart (15. Platz, 15 Punkte, 22:37 Tore)

So lief die Vorbereitung: Bis zur Generalprobe lief es für den VfB Stuttgart in der Testphase ordentlich. Die verpatzten die Schwaben mit dem 1:2 gegen Drittligist Würzburger Kickers gewaltig. Zuvor gab es in Belek Siege gegen Antalyaspor (2:1) und Hannover (2:0) sowie ein Remis gegen Bochum (0:0).

Das ist neu: Mit dem Ex-Dortmunder Kevin Großkreutz (für 2,17 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul) und Leihspieler Artem Kravets von Dynamo Kiew wurde die Offensive verstärkt. Besonders auf Weltmeister Großkreutz ruhen große Hoffnungen.

Das muss besser werden: Unter Alexander Zorniger spielte Stuttgart einen schnellen und lebendigen, aber eben auch riskanten Fußball. Der neue Cheftrainer Jürgen Kramny legt mehr Wert auf ein kompaktes Abwehrverhalten. Daran muss noch weiter gefeilt werden.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Die Stuttgarter haben sich zwar ein bisschen Luft verschafft, dennoch ist die Lage brisant. Da fehlt es an der Qualität im Kader und auch ein wenig an der Mentalität. Wenn's unbedingt sein musste, ging irgendwie auch was. Aber da gibt es viele Fragezeichen."

• Eintracht Frankfurt (14. Platz, 17 Punkte, 21:28 Tore)

So lief die Vorbereitung:Für Eintracht Frankfurt verliefen die Wintertests ernüchternd. Gegen Al-Ahli Dschidda gab es zwar ein 5:1, gegen Dortmund dafür aber ein 0:4. Auch gegen Zweitligist Braunschweig reichte es nur zu einem 3:3.

Das ist neu: Der Mexikaner Marco Fabian, der Ungar Szabolcs Huszti und Leihspieler Kaan Ayhan von Schalke 04 sind neu im Team. Angreifer Vaclav Kadlec wurde an Midtjylland abgegeben.

Das muss besser werden: Mangelnde Torgefahr sollen Fabian und Alex Meier beheben. Der Torschützenkönig der Vorsaison hat in diesem Spieljahr noch viel Luft nach oben.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Für mich ist das in Frankfurt ein wackeliges Gerüst. Wenn sie in der Rückrunde gleich wieder ein paar Spiele verlieren, dann brennt da wirklich der Baum. Die müssen auf jeden Fall aufpassen."

• Darmstadt 98 (13. Platz, 18 Punkte, 17:26 Tore)

So lief die Vorbereitung: 2:0 gegen Chemnitz, 1:1 gegen Kasimpasa, 0:1 gegen Nürnberg - bei Darmstadt 98 war in den Testspielen alles dabei.

Das ist neu: Personell gab es keine Veränderungen. Auch der Ort für das Trainingslager war der gleiche wie im Vorjahr: das sonnige Lara in der Türkei.

Das muss besser werden: Für einen Aufsteiger mit überschaubaren Möglichkeiten hat sich Darmstadt in der Hinrunde sehr gut präsentiert. Die Lilien könnten die Macht der Zuschauer am heimischen Böllenfalltor aber noch konsequenter ausnutzen. Dort holte 98 bislang nur sieben Punkte.

Das sagt SPORT1-Experte Berthold: "Die Darmstädter kommen über Kampf und Zusammenhalt. Sie lassen wenig zu und haben viel Selbstvertrauen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie drin bleiben."

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