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Stuttgart - Stuttgart macht es gegen den HSV unnötig spannend, erst Neuzugang Kravets beendet das Zittern. Coach Kramny beweist ein gutes Händchen - und verliert seine Hose.

Hose verloren, drei Punkte gewonnen - nach dem dramatischen 2:1 (0:0) gegen den Hamburger SV konnte es Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny verkraften, dass seine Hose den Feierlichkeiten zum Opfer fiel. Der Last-Minute-Siegtreffer von Artem Kravets (88.) hatte Kramny buchstäblich umgeworfen.

"Es war Emotion pur und die musste raus. Das ist dann in einem Sturz geendet", sagte der 44-Jährige bei Sky und erklärte: "Mir geht es gut, aber meine Hose kann ich wohl wegschmeißen. Aber es hat sich gelohnt."

Dass die Schwaben ihren positiven Lauf fortsetzten, hatten sie auch Kramnys glücklichem Händchen zu verdanken: Erst in der 78. Minute war Neuzugang und Matchwinner Kravets ins Spiel gekommen. Bis zum erlösenden Treffer des Ukrainers musste der VfB allem wegen einer fürchterlich schlechten Abschlussquote lange um den Erfolg zittern.

Rudnevs trifft aus dem Nichts

Es passte zu einem skurrilen Spielverlauf, dass erst ein Eigentor von Aaron Hunt, der einen Kopfball von Daniel Didavi (66.) ablenkte, den Stuttgarter Torbann brach. Genauso skurril war es, dass Hamburgs Artjoms Rudnevs (75.) aus dem Nichts den Ausgleich erzielte und die Hausherren so noch mal um den Dreier zittern ließ.

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"Wir haben ein überragendes Spiel gemacht, eines der besten der Saison. Wir haben uns am Ende belohnt", sagte Stuttgarts Daniel Didavi bei Sky: "Der Sieg vor Wochenfrist wäre nichts wert gewesen, wenn wir heute nicht gewonnen hätten. Wir haben eine überragende Reaktion gezeigt." (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Adler verhindert höhere Niederlage

Der VfB steht mit jetzt 21 Punkten auf Platz 15, gewann in der Bundesliga zum dritten Mal nacheinander und ist unter Kramny seit nunmehr sechs Pflichtspielen in Folge ungeschlagen. Die Hamburger knüpften dagegen nicht an die recht mutige Vorstellung gegen Bayern München (1:2) an und waren in jeder Beziehung unterlegen.

"Es war kein unverdienter Sieg von Stuttgart", gestand HSV-Trainer Bruno Labbadia: "Wir haben Stuttgart zu oft eingeladen, daran müssen wir arbeiten. Wir kennen unsere Situation, Angst spielt keine Rolle."

Neben dem Unvermögen der Stuttgarter verhinderte auch Torwart Rene Adler eine höhere Niederlage. Nach nur einem Zähler aus den vergangenen fünf Spielen muss sich der HSV wieder Sorgen machen, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt gerade noch drei Punkte. (Die Tabelle der Bundesliga)

Großkreutz lässt Doppelchance liegen

Der VfB begann flott und verschaffte sich recht schnell ein klares Übergewicht, sündigte aber sträflich vor Adler. Erst traf Christian Gentner (3.) den Ball freistehend nicht sauber, danach scheiterte Didavi (15.) und schließlich setzte wieder Gentner (18.) einen Schuss aus exzellenter Position daneben. Timo Werner (38., 42., 47.) stand seinem Kapitän später aber in nichts nach.

Die Krönung war jedoch eine ungenutzte Doppelchance von Neueinkauf Kevin Großkreutz und Lukas Rupp (48.).

Der HSV fiel offensiv erst mal nur auf, als Pierre-Michel Lasogga (8.) im Abseits stehend an die Latte zielte. Ansonsten war das Spiel der Hanseaten doch eher eindimensional und vor allem von etlichen leichten Fehlern durchsetzt. Zudem waren die Stuttgarter im Zweikampf präsenter und auch gedanklich agiler. (Die Statistiken zum Spiel)

Kostic und Rupp beschäftigen HSV

Den "heißen Fight", von dem Labbadia an seiner alten Wirkungsstätte ausgegangen war, bot fast ausschließlich der VfB. Insbesondere über die Flügel, und da über die spielfreudigen Filip Kostic sowie Rupp, beschäftigten die Stuttgarter den häufig behäbigen HSV gehörig. Konstruktive Befreiungen der Labbadia-Elf waren gerade vor der Pause eine Seltenheit. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Nach dem Wechsel schlichen sich zwar beim VfB im Passspiel zunehmend Konzentrationsschwächen ein, dennoch behielt die Kramny-Elf ihre optischen Vorteile - auch weil der HSV aus den sich immer mal ergebenden Räumen lange Zeit viel zu wenig machte. Brenzlig wurde es für die Gastgeber nur, als Ivo Ilicevic (79.) kurz nach dem Ausgleich freistehend scheiterte.

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