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1899 Hoffenheim v SV Darmstadt 98 - Bundesliga
Darmstadt hat nun fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz © Getty Images

Sinsheim - Überraschungsneuling Darmstadt 98 schockt auch Hoffenheim. Dabei kommt auch der Unparteiische gelegen. Ein Ausgemusterter trifft - für 1899 wird's immer brenzliger.

Ausgerechnet ein Ausgemusterter und der Unparteiische führen die TSG 1899 Hoffenheim ganz nah an den Abgrund:

Der frühere TSG-Profi Aytac Sulu leitete mit seinem Tor (33.) die bittere 0:2 (0:1)-Heimniederlage der Kraichgauer gegen Aufsteiger SV Darmstadt 98 ein.

Die Hoffenheimer, die nur einen Sieg in den vergangenen 13 Partien geholt haben, konnten damit kein Kapital aus der Schwäche der Konkurrenz schlagen und rasen dem ersten Bundesliga-Abstieg auf der Überholspur entgegen.

© SPORT1

Für die Entscheidung sorgte schließlich Slobodan Rajkovic, bei dessen Treffer in der 85. Minute der Schiedsrichter allerdings tatkräftig mithalf.

Christian Dingert stand im Weg, als Hoffenheims Rudy den Ball nach einer Ecke klären wollte. Über Umwege kam der Ball dann zu Kempe, der wiederum für Rajkovic auflegte.

Relegationsplatz in weiter Ferne

Damit bleibt 1899 Vorletzter, das rettende Ufer ist kaum noch in Sicht. Der Rückstand auf den Relegationsplatz (Werder Bremen) beträgt fünf Zähler, auf Rang 15 sind es schon sieben Punkte. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Am kommenden Samstag steht für die Hoffenheimer in Bremen ein vorentscheidendes Spiel auf dem Programm. Sulu, der es zwischen 2007 und 2009 nicht einmal in das TSG-Team schaffte, konnte dagegen seine späte Genugtuung genießen (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

Vor 26.231 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena waren die Gäste in der Anfangsphase das deutlich bessere Team.

Schon nach fünf Minuten hatte Slobodan Rajkovic die große Chance zur Führung für die Lilien. Der Innenverteidiger traf im Anschluss an eine Ecke per Kopf die Latte.

Kramaric ohne Fortune

Die Heim-Mannschaft von Trainer Huub Stevens ("Wir haben noch 15 Endspiele") wirkte völlig verunsichert.

Die Hoffenheimer, die wie schon zuletzt ohne Kapitän Pirmin Schwegler auskommen mussten, hatten in der Defensive große Probleme und brachten in der Offensive so gut wie nichts zustande.

Mit dem torlosen Remis nach einer Viertelstunde war die TSG gut bedient.

In der 17. Minute wären die Gastgeber trotz des schwachen Beginns fast in Führung gegangen. Der kroatische Neuzugang Andrej Kramaric konnte die große Möglichkeit aus kurzer Distanz aber nicht nutzen. (SERVICE: Statistiken)

Rausch erleidet Mittelfuß-Prellung

Unmittelbar war Darmstadts Trainer Dirk Schuster bereits früh zum Wechseln gezwungen.

Konstantin Rausch verließ in der 18. Minute humpelnd den Platz. Erste Befürchtungen eines Mittelfußbruchs bestätigten sich anschließend nicht. Wie der Verein am Abend mitteilte, zog sich der Außenbahnspieler eine schwere Mittelfuß-Prellung zu.

Sulu schlägt erneut zu

Nach dieser Szene wurden die Hoffenheimer stärker, Kramaric vergab aber erneut in aussichtsreicher Position (23.) (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

© SPORT1

Danach passierte zunächst nicht mehr viel. Darmstadt stand in der Verteidigung gut, Hoffenheim agierte im Spiel nach vorne ohne Ideen.

Die Führung durch Lilien-Kapitän Sulu nach einer Ecke fiel zu diesem Zeitpunkt überraschend. (Daten: "Stürmer" Sulu toppt Robben)

Bei dem fünften Saisontreffer des torgefährlichsten Innenverteidigers der Liga machte vor allem TSG-Torwart Oliver Baumann eine schlechte Figur.

"Wir haben von der ersten Minute an Vollgas pur gegeben und einen Konkurrenten auf Distanz gehalten", sagte 98-Torhüter Christian Mathenia. Sein Kollege Peter Niemeyer ergänzte: "Jeder ist für den anderen da, das macht uns als Einheit so stark."

1899 wie ein Absteiger

Kurz nach dem Seitenwechsel setzte Stevens alles auf eine Karte und opferte Innenverteidiger Ermin Bicakcic für eine offensivere Ausrichtung.

Der Schuss wäre fast umgehend nach hinten losgegangen. Marcel Heller hatte das zweite Tor für Darmstadt auf dem Fuß (57.). Die TSG spielte auch im Anschluss wie ein Absteiger.

Erst nach 70 Minuten bäumte sich das Team gegen die drohende Niederlage auf.

Beste Spieler aufseiten der Gäste waren Sulu und Jerome Gondorf. Bei Hoffenheim ließ lediglich Kramaric ab und zu seine Klasse aufblitzen.

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