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Augsburg - Der FC Bayern lässt sich vom Badstuber-Schock nicht beirren und siegt auch ohne Innenverteidiger in Augsburg. Arturo Vidal und David Alaba müssen einstecken.

Pep Guardiola wusste genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Der Trainer des FC Bayern München lief aufs Spielfeld, umarmte Robert Lewandowski und gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf.

Der Pole war beim souveränen 3:1 (1:0) im Derby beim FC Augsburg einmal mehr die "Lebensversicherung" des Rekordmeisters.

So sehr sich Guardiola über Lewandowskis Saisontore Nummer 20 und 21 auch freute, in Gedanken war der Spanier bei Holger Badstuber. Das neuerliche Verletzungsdrama um den Nationalspieler mit dem Saison-Aus nach dem Bruch des Sprunggelenks war Thema Nummer eins in Augsburg (Die Highlights des Spiels zum Nachlesen im LIVETICKER).

Guardiola: Für Badstuber ein "Albtraum"

"Dieser Sieg war für Holger. Es ist für ihn ein Albtraum, das ist nicht normal", sagte Guardiola: "Er weiß, dass wir immer da sind für ihn."

Der Coach trug noch immer das T-Shirt mit Badstubers Rückennummer 28 und der Aufschrift: "Wir sind bei dir. Du schaffst es wieder." In dieser Kluft waren die Bayern vor dem Anpfiff aufs Feld gelaufen und hatten damit ein Zeichen für ihren Pechvogel gesetzt. "Wie er leiden muss, tut schon sehr, sehr weh", meinte Kapitän Philipp Lahm (Die Daten des Spiels im Datencenter).

Lewandowski mit Doppelpack

Der überragende Lewandowski half mit seinem Doppelpack (15. und 62.), den Badstuber-Schock sportlich zu verdauen.

Der Pole überflügelte in der Torjägerliste auch den Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang - so viele Tore wie Lewandowski hatte in der Bundesliga-Historie nach 21 Spielen nur Gerd Müller auf dem Konto, der 1972/73 zu diesem Zeitpunkt sogar schon 23-mal getroffen hatte.

© SPORT1

In Weltklassemanier verschaffte sich Lewandowski beim 1:0 mit einer Drehung Platz im Strafraum und zog unhaltbar ab. Beim 2:0 verwertete er cool einen perfekten Pass von Thiago.

Das 3:0 gelang Thomas Müller (78.), ehe Raul Bobadilla für Augsburg traf (86.). Auf dem Weg zur vierten Meisterschaft in Folge beträgt der Vorsprung der Bayern auf Borussia Dortmund weiterhin acht Zähler.

Augsburg zu harmlos

Für die weitgehend zu brav agierenden Augsburg bleibt die Situation im Abstiegskampf mit nur 21 Punkten prekär. Zudem ging mit der Niederlage auch die Generalprobe für das große Highlight im Europacup am Donnerstag gegen den FC Liverpool gründlich daneben.

"Wir müssen das jetzt schnell abhaken. Gegen Bayern muss alles passen, wenn man was holen will", sagte FCA-Kapitän Paul Verhaegh: "Das war schon ein Qualitätsunterschied, das muss man akzeptieren."

Alaba mit Zahnverlust ab

Die Bayern-Fans feierten Badstuber in Augsburg mit Sprechchören und machten ihm mit einem Banner Mut. Der 26-Jährige hatte im Abschlusstraining am Samstag einen Bruch des Sprunggelenks erlitten und war noch am Abend operiert worden.

Er wird in dieser Bundesliga-Saison nicht mehr spielen können. Zu allem Überfluss musste auch Arturo Vidal nach einer knappen Stunde verletzt ausscheiden. Der Chilene zog aus einem Luftduell mit einem Augsburger eine dicke Beule an der Stirn davon.

David Alaba brachen zudem bei einem Zusammenstoß mit Augsburgs Jan Moravek mehrere Zähne ab. Der Österreicher spielte dennoch durch.

Augsburg begann so mutig, wie es Trainer Markus Weinzierl angekündigt hatte. Aber bis auf die 13. Minute, als Raul Bobadilla eine scharfe Eingabe nicht kontrollieren konnte, war offensiv kaum etwas Gefährliches zu sehen.

Der FC Bayern hatte spätestens nach dem ersten Lewandowski-Tor alles im Griff, und Augsburg wirkte zunehmend passiv.

Ungewohnte Bayern-Viererkette

Die Münchner legten das Spiel sehr breit an und banden damit immer wieder auch Douglas Costa und Arjen Robben auf den Flügeln ein. Robben wurde aufgrund des umstrittenen Elfmeters im DFB-Pokal in Bochum (3:0) zunächst bei jeder Aktion ausgepfiffen, was ihn aber nicht in seinem Tatendrang bremste.

Der FCA ließ die Münchner relativ ungestört kombinieren, die durch Lewandowski (22.) und Costa (45.) schon vor der Pause hätten erhöhen können.

Erstmals bildeten Joshua Kimmich und David Alaba nach dem Badstuber-Ausfall die Innenverteidigung und spielten einen zumeist souveränen Part. Alabas Position links hinten übernahm Juan Bernat. Zum ersten Mal in der Rückrunde standen zudem Noteinkauf Serdar Tasci und der lange verletzte Franck Ribery im Aufgebot.

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