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München - Holger Badstuber verletzt sich im Abschlusstraining des FC Bayern erneut schwer und wird wenige Stunden später am gebrochenen Sprunggelenk operiert.

Schock für den FC Bayern München: Holger Badstuber hat sich erneut schwer verletzt und wird rund drei Monate ausfallen.

Der Innenverteidiger erlitt vor dem Spiel am Sonntag beim FC Augsburg (ab 17 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) eine Sprunggelenksfraktur im linken Bein, womit die Saison für den 26-Jährigen beendet ist.

In der Szene am Samstag im Abschlusstraining an der Säbener Straße grätschte Badstuber gegen David Alaba ins Leere und blieb mit dem Stollen im Rasen hängen.

Dann wurde er zunächst in die Praxis von Vereinsarzt Dr. Braun getragen und von dort nach der erschütternden Diagnose direkt ins Krankenhaus gebracht, wo er schon am Abend operiert wurde.

Mitte der Woche soll Badstuber die Klinik bereits verlassen können, um dann mit der Reha zu beginnen und in der Vorbereitung zur neuen Spielzeit wieder fit zu sein. Der Verteidiger blickte nach der Operation via Twitter schon wieder nach vorne: "Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer. Think positive. Jetzt erst recht! #comebackstronger #PowerON"

Löw: "Das ist sehr bitter"

Das Mitgefühl von Kollegen und Trainern ist Badstuber ob seines Verletzungspechs gewiss. "Es ist schon unglaublich, dass es immer wieder Holger mit schweren Verletzungen trifft", sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Das ist sehr bitter, er war zuletzt wieder auf einem guten Weg. Wir alle von der Nationalmannschaft wünschen ihm gute Besserung und eine baldige Rückkehr auf den Platz. Ich bin sicher: Mit seiner Moral und top Einstellung wird er das schaffen."

Nationalmannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger schrieb auf Twitter "So ein begabter Fußballer, großer Freund und so viel Pech! Holger, nur das Beste für eine schnelle Genesung."

Auch der langjährige Bayern-Kapitän Lothar Matthäus äußerte sein Mitgefühl: "Vor allem die Länge und Schwere der Verletzung hinterlässt Spuren, daher wird es immer schwerer zurückzukommen", sagte der Rekordnationalspieler bei Sky: "Es ist eine traurige Geschichte. Ich wünsche ihm eine schnelle Genesung."

Ähnliches erklärte sich sein einstiger FCB-Teamkollege Dietmar Hamann. "Die Schwere der Verletzung ist wirklich verheerend. Vielleicht musste er wegen den Verletzungen von Benatia und Martinez früher spielen, als es ihm und Guardiola Recht gewesen wäre. Man kann nur hoffen, dass er bald wiederkommt."

Fünfte schwere Verletzung seit 2012

Für Pechvogel Badstuber ist es die fünfte schwere Verletzung seit Dezember 2012.

Damals musste er nach einem Kreuzbandriss im Spiel gegen Borussia Dortmund 532 Tage bis zum Comeback am 19. Mai 2014 zuschauen - wobei er schon im Frühjahr 2013 ins Training eingestiegen war, aber am 18. Mai 2013 das operierte Kreuzband im rechten Knie wieder gerissen war.

Schon im September 2014 zwang Badstuber ein Sehnenriss zu einer weiteren Pause von 112 Tagen bis Januar 2015, dem im April ein Oberschenkelmuskelriss mit insgesamt 193 Tagen Abwesenheit folgte.

Erst am 2. November war Badstuber gegen den VfB Stuttgart auf den Platz zurückgekehrt und dabei von den Fans frenetisch gefeiert worden.

Probleme in der Defensive noch größer

Für den FC Bayern werden nun die Personalprobleme in der Defensive noch größer, nachdem schon Jerome Boateng wegen eines Muskelbündel- und Adduktorenabrisses im Oberschenkel rund drei Monate ausfällt und frühestens im Saisonendspurt wieder zur Verfügung steht.

Zudem befinden sich Medhi Benatia (Muskelverletzung) und Javi Martinez (Meniskusoperation) noch im Aufbautraining.

Immerhin könnte Winter-Neuzugang Serdar Tasci nach überstandener Gehirnerschütterung in Augsburg sein Debüt für den deutschen Rekordmeister feiern, hat aber laut Trainer Pep Guardiola noch konditionelle Rückstände.

"Nun stehen sie ohne gelernten Innenverteidiger da außer Tasci, der keine Spielpraxis hat. Jetzt muss Guardiola zaubern", meinte Matthäus.

Solidarität aus der Liga

Zahlreiche Kollegen und Vereine drückten Badstuber unmittelbar nach Bekanntwerden ihr Mitgefühl aus. So schrieb Borussia Dortmund bei Twitter: "Ein @Badstuber steht immer wieder auf."

Und Mario Götze kommentierte: "Es tut mir so leid Holger @Badstuber. Lass den Kopf nicht hängen, du schaffst das!"

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