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Frankfurts Trainer Armin Veh (r.) äußert sich am Wochenende kritisch zu pfeifenden Fans © SPORT1 Grafik: Imago

In den Abstiegskampf sieht SPORT1-Kolumnist Fredi Bobic noch sechs Mannschaften involviert. Das Verhalten des Eintacht-Trainers gegen die eigenen Fans kann er nicht verstehen.

Hallo Fußball-Freunde,

Das Besondere am 23. Spieltag waren die vier Sonntagsspiele, die erstmals in der Geschichte zur Austragung kamen. Die Ergebnisse hingegen waren praktisch alle der Kategorie "normal und erwartbar" einzuordnen. Und doch gibt es einige Dinge, die den besonderen Blick lohnen:

Das Tabellenende verdient dieses Mal besondere Beachtung. Sechs Mannschaften scheinen mir akut gefährdet, während der HSV und der VfB nur noch durch eine absolute Negativserie in den Strudel rutschen können.

Von den letzten sechs Teams haben bislang nur die beiden ganz am Tabellenende stehenden Vereine Hannover und Hoffenheim schon den Trainer im Saisonverlauf gewechselt. Doch weder in Frankfurt, noch in Bremen, Darmstadt oder Augsburg habe ich den Eindruck, als würden die Vereinsführungen ernsthaft diese Taktik erwägen. Wobei sich Armin Veh in Frankfurt durch die seiner Emotionalität zuzuordnenden Äußerung, pfeifende Fans sollten zuhause bleiben, zumindest kurz angreifbar gemacht hat. Gerade im Abstiegskampf muss man seine Fans „mitnehmen“. Sie werden gebraucht.

Werder Bremen lebt von seiner Ruhe. Das war schon zu Glanzzeiten so. Die Stadt liegt einfach ein wenig am Rande der medialen Beachtung. Das kann von großem Vorteil sein. Zudem zählen weder Aufsichtsrat-Boss Marco Bode, noch Sportdirektor Thomas Eichin und schon gar nicht Trainer Viktor Skripnik oder sein Assistent Torsten Frings zu jener Klientel Mensch, die aufbegehren, (vor)schnell agieren. Da ist in Frankfurt sicher bedeutend mehr Feuer drin.

Natürlich ist eine gewisse Anspannung in dieser Phase der Saison überall vorhanden. Dann aber den Laden beieinander zu halten, kann am Ende ein entscheidendes Mosaiksteinchen sein. Hannover 96, das trotz Trainerwechsel zur Winterpause eine Niederlagen-Serie hinlegte, hat nun nochmals den Finger erhoben. Aber ob der Sieg in Stuttgart einen echten Wert hat, wird sich am Mittwoch zeigen, wenn die keineswegs gefestigten Wolfsburger kommen. Nur, wenn da der Auswärtssieg bestätigt wird, kann der Umschwung nochmals eingeleitet werden. Offenbar ist es Trainerfuchs Thomas Schaaf gelungen, neben der Mannschaft auch die oft mit Kommentaren sehr vorschnelle Führungsetage in den Griff zu bekommen.

Hoffenheim hätte mit dem durchaus möglichen Erfolg in Dortmund die Szene am Tabellenende ordentlich durcheinander gewürfelt. Die Kraichgauer sind unter Jung-Trainer Julian Nagelsmann das einzige Team der unteren Tabellenregion, das sich mit Offensive und Angriffslust retten will. Bei allen anderen Mannschaften regiert eher die Vorsicht.

Fredi Bobic gewann 1996 den EM-Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er in der Saison 1995/96 Bundesliga-Torschützenkönig geworden war. 1997 holte er mit dem VfB Stuttgart als Teil des "Magischen Dreiecks" den DFB-Pokal. 2006 wurde er  zum Abschluss seiner Spielerkarriere mit NK Rijeka kroatischer Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte er auch als Spieler in England bei den Bolton Wanderers und als Geschäftsführer Sport und Marketing beim bulgarischen Klub Tschernomoretz Burgas. Von 2010 bis 2014 war der 43-Jährige beim VfB Stuttgart zunächst als Sportdirektor und ab 2013 als Vorstand Sport tätig. Darüber hinaus war Fredi Bobic bereits als Experte für SPORT1 bzw. das damalige DSF und den früheren Bundesliga-Sender LIGA total! aktiv.

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