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Hamburger SV v FC Ingolstadt - Bundesliga
Nicht nur Gotoku Sakai (r.) und Robert Bauer lagen sich in den Haaren © Getty Images

Nach dem Remis gegen Ingolstadt ärgert sich der HSV über den "ekelhaften" Aufsteiger Ingolstadt und die verpasste Chance, sich aus dem Abstiegskampf zu verabschieden.

Lewis Holtby kratzte sich am Kopf und ließ dann Dampf ab. Der FC Ingolstadt sei ein "ekelhafter Gegner", schimpfte der Antreiber des Hamburger SV nach dem enttäuschenden 1:1 (1:0). Der giftige Aufsteiger sei "nur auf Labern, Rumblöken und Hinfallen aus", sagte Holtby.

Doch genau so sehr wie über die Ingolstädter Gangart ärgerte sich Holtby über die eigene zaghafte Leistung. "Wir waren nicht bissig genug", sagte der 25-Jährige: "Sie haben mehr reingeworfen als wir."

Und so versagte der HSV wieder einmal, wenn es darauf ankam.

Labbadia hadert

"Es war das erwartete Schweinespiel", sagte Bruno Labbadia.

Der HSV-Trainer ärgerte sich, dass sein Team nach der frühen Führung durch Neuzugang Josip Drmic (7.) die Arbeit nahezu eingestellt hatte. "Danach haben wir es versäumt, die Spielkontrolle zu behalten. Wir haben falsche Entscheidungen getroffen und uns das Spiel von Ingolstadt aufzwingen lassen", erklärte Labbadia.

So konnte Lukas Hinterseer noch den Ausgleich köpfen (61.).

Vergleich mit Spaniens Kurzpassspiel

Ralph Hasenhüttl hatte entsprechend richtig gute Laune. "Ich war selbst überrascht, wie wir kombiniert haben. Das war schon fast Tiki-Taka", freute sich ein sichtlich gut gelaunter FCI-Trainer bei Sky und zog einen Vergleich zum gefürchteten spanischen Kurzpassspiel. (Hier geht's zum Spielbericht)

Und Torschütze Hinterseer konterte die Hamburger Vorwürfe cool: "Bundesliga ist halt kein Honigschlecken."

Drmic: "Tat in den Augen weh"

Der HSV verpasste die riesige Chance, sich endgültig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden. Vor der Partie bei Schalke 04 am Mittwoch haben die Hanseaten auf Platz elf weiter nur sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, Ingolstadt ist als Neunter wohl aus dem Gröbsten raus.

Der HSV sei nach dem wunderbar herausgespielten Führungstor "total eingeknickt", sagte Drmic. Und weil die Hamburger in der Folge nicht mehr in der Lage waren, richtig Fußball zu spielen, und Ingolstadt dies an der Elbe nie vorhatte, sahen die 50.675 Zuschauer eine erschreckend niveaulose Partie mit ständigen Unterbrechungen. "Mir tut jeder leid, der das Spiel sehen musste", sagte Drmic: "Ein Horror - das tat in den Augen weh."

Schlimme Statistik

Schmerzen verursacht den Hamburgern auch ein Blick in die Statistik: Der Bundesliga-Dino gewann nur eines seiner letzten sechs Heimspiele und holte auswärts mehr Punkte (15) als im heimischen Volksparkstadion (13).

Umso mehr freuten sich die HSVer auf die Fahrt nach Gelsenkirchen. "Mittwoch erwartet uns ein Gegner, der Fußball spielt", sagte Matthias Ostrzolek und verteilte den nächsten verbalen Seitenhieb Richtung Ingolstadt. Und Holtby versprach den enttäuschten Fans: "Da zeigen wir ein anderes Gesicht."

Angesichts der Englischen Woche wollten die Hamburger wegen des verpassten Befreiungsschlags aber auch nicht zu lange hadern. "Wir müssen auch das Positive sehen", sagte Gojko Kacar: "Wir sind nun seit vier Partien ungeschlagen und das ist gut für unser eigenes Selbstbewusstsein."

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