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Robert Lewandowski (l.) hat aktuell 23, Pierre-Emerick Aubameyang 22 Tore auf dem Konto © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images

München - Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang liefern sich ein irres Rennen um die Torjägerkrone. SPORT1 zeigt, wer wo besser ist - und nennt spannende Zahlen.

Am Ende musste Pierre-Emerick Aubameyang noch einen oben drauf setzen.

Die Partie gegen 1899 Hoffenheim war bereits gedreht, als der Torjäger von Borussia Dortmund in der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand einnetzte.

Der 22. Treffer für den Gabuner in der laufenden Bundesliga-Saison - und womöglich noch ein ganz wichtiger im privaten Ballerduell mit Robert Lewandowski.

Der hatte mit seinem Tor zum 2:0 für den FC Bayern beim VfL Wolfsburg am Samstag bereits vorgelegt. Aktuell hat er genau einen Treffer mehr auf dem Konto als Aubameyang. (DATENCENTER: Die Bundesliga-Torjäger)

Das Rennen um die Torjägerkrone geht elf Spieltage vor Saisonende endgültig in die heiße Phase - und die Statistik zeigt: Es entwickelt sich zu einem Wettballern historischen Ausmaßes.

Auf den Spuren ihrer Klub-Legenden

Noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesliga standen für ein Duo nach 23 Spieltagen zusammen 45 Tore zu Buche.

Der letzte Goalgetter, der zum gleichen Zeitpunkt einer Spielzeit 23 Tore erzielt hatte war Bayerns Gerd Müller in der Saison 1973/1974. Trifft Lewandowski weiter so fleißig wie bisher, könnte er die magische 40-Tore-Bestmarke von Müller aus dem Jahr 1972 also durchaus noch knacken.

Und nicht nur der Pole wandelt auf großen Spuren. In der Historie des BVB hatte nur ein einziger Spieler nach 22 Einsätzen mehr Tore erzielt als aktuell Aubameyang: Lothar Emmerich in der Saison 1965/66 (damals 23 Treffer).

Lewandowski fleißiger - Aubameyang effektiver

Besonders bemerkenswert: In der Summe der für Torjäger wirklich relevanten Kriterien halten sich Lewandowski und Aubameyang weitgehend die Waage - genau das macht den Kampf um die Krone so spannend.

Der Dortmunder stand im bisherigen Saisonverlauf zwar insgesamt 53 Minuten länger auf dem Platz als sein Rivale aus München und gab in dieser Zeit 39 Torschüsse weniger ab als dieser (84:125). Dafür nutzte Aubameyang rund 65 Prozent seiner Großchancen - fünf Prozent mehr als bei Lewandowski.

Der Bayern-Stürmer arbeitet insgesamt zwar mehr für seine Kollegen, hat mehr Ballkontakte (866:656), spielt mehr Pässe (511:397), bestreitet mehr Zweikämpfe (442:322) und spult pro Partie auch durschnittlich mehr Kilometer ab (10,4:9,6) als Aubameyang.

In Sachen Vorbereitungen (beide 4) und Torschussvorlagen (Lewandowski 32, Aubameyang 31) schenken sich die beiden Angreifer aber nichts.

Borusse trifft zuhause - Münchner nach der Pause

Beide - wie sollte es auch anders sein - erzielen ihre Tore vorzugsweise mit dem starken rechten Fuß (Lewandowski 17, Aubameyang 15). Bei Kopfballtreffern (beide 2) liegen sie gleichauf, mit dem schwächeren linken Fuß hat Aubameyang einmal mehr geknipst (5:4).

Der Dortmunder ist gerade innerhalb des Strafraums brandgefährlich, trifft häufig aus der Nahdistanz - und am liebsten zuhause. In all seinen elf Liga-Heimspielen in der laufenden Saison war Aubameyang mindestens einmal erfolgreich, allerdings - und das ist durchaus kurios - nicht ein einziges Mal auf Vorarbeit seines Kumpels Marco Reus.

Lewandowski glänzt derweil vor allem bei Flanken, von denen er schon fünf verwertete (Liga-Bestwert), und in der zweiten Hälfte: 19 seiner 23 Tore erzielte er nach der Pause.

Ob er deswegen auch im Duell mit Aubameyang am Ende den längeren Atem hat oder der Gabuner wieder einen oben drauf setzt wie gegen Hoffenheim? Das ist aktuell nicht abzusehen.

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