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Frankfurt am Main und München - Das Remis gegen Ingolstadt war zu wenig: Die Eintracht feuert den Trainer und ist auf Nachfolgeesuche. SPORT1 kennt bereits mehrere Nachfolgekandidaten.

Eintracht Frankfurt hat am Sonntagmorgen die Konsequenzen aus der wochenlangen Talfahrt gezogen:

Einen Tag nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den FC Ingolstadt trennte sich der Tabellen-16. von Trainer Armin Veh (alle Highlights der Bundesliga am Sonntag, ab 13.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1).

Schon vor der Partie gegen Ingolstadt war nach SPORT1-Informationen klar, dass den Coach nur ein Sieg vor der Entlassung retten würde.

"Wollten der Mannschaft einen wichtigen Impuls geben"

"Die Trennung ist uns sehr schwer gefallen, denn Armin Veh hat bis zuletzt unser Vertrauen gehabt", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

"Dennoch wollen wir mit einem Trainerwechsel der Mannschaft im Abstiegskampf einen wichtigen Impuls geben, damit wir den Klassenerhalt schaffen."

Nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg und dem Absturz auf den Relegationsrang 16 gehen die Hessen und der 55-Jährige bereits zum zweiten Mal getrennte Wege (Die Tabelle der Bundesliga). Veh war erst am 15. Juni im vergangenen Jahr zur Eintracht zurückgekehrt.

Sportdirektor Bruno Hübner hatte Veh noch in der Nacht über die Trennung informiert, später telefonierten auch Bruchhagen und Aufsichtsratsboss Wolfgang Steubing mit dem Ex-Trainer.

"Ich glaube, er war auch ein bisschen befreit", sagte Bruchhagen. "Der Druck war zuletzt so immens, dass es für ihn als Trainer auch schwer ist, die notwendige Motivation auszustrahlen."

Veh hatte seine erste Amtszeit am Main von 2011 bis 2014, in der er Frankfurt von Liga zwei bis in die Europa League geführt hatte, wegen angeblicher Perspektivlosigkeit beendet.

Co-Trainer Geyer übernimmt vorerst

Co-Trainer Reiner Geyer übernimmt zunächst das Training. Eine Entscheidung über die  Nachfolge von Veh, der erst zu Saisonbeginn nach Frankfurt zurückgekehrt war, soll zeitnah erfolgen.

"Das Anforderungsprofil ist uns klar, aber es macht jetzt keinen Sinn, die Typisierung vorzunehmen. Bruno Hübner hat dabei den Hut auf, wir alle sind gefragt, eine Entscheidung zu treffen", meinte Bruchhagen.

Nach SPORT1-Informationen hat sich der Vorstand schon in den letzten Tagen mit möglichen Kandidaten beschäftigt. Jos Luhukay hat abgesagt, Lucien Favre soll ebenfalls für ein mögliches Engagement nicht zur Verfügung stehen.

Auch der ehemalige Kaiserlauterer Trainer Kosta Runjaic soll nach ersten Gesprächen kein Interesse mehr haben.

Korkut und Keller als Nachfolgekandidaten

Als Top-Kandidat wird nun Tayfun Korkut gehandelt, der vor einem Jahr in akuter Abstiegsgefahr bei Hannover 96 gefeuert wurde. Teile des Aufsichtsrats sprachen sich dagegen für den ehemaligen kroatischen Nationaltrainer Niko Kovac aus.

Zudem sind der ehemalige Eintracht-Profi Jens Keller und Markus Gisdol potenzielle Anwärter. Auch Frankfurts U-19-Coach Alex Schur wird gehandelt, mit ihm wurde aber noch kein Kontakt aufgenommen.

"Ich sage Frankfurt weder ab noch zu. Wenn ein Trainerkollege entlassen wird, dann fühlt man in erster Linie mit", sagte Gisdol am Sonntag als Gast im Volkswagen Doppelpass.

Emotionalität als Stärke und Schwäche

"Ich schätze Armin sehr als Trainerkollegen, deswegen gehen meine Gedanken nicht so weit. Meine Planungen sehen etwas anders aus. Es widerstrebt mir auch, als Nachfolger gehandelt zu werden", erklärte der ehemalige Coach von 1899 Hoffenheim.

Veh sei ein "sehr emotionaler Trainer, der auch sehr authentisch ist. Auf der einen Seite ist das  eine große Stärke von ihm. Auf der anderen Seite wird es dir aber auch schnell als Schwäche ausgelegt, wenn es mal nicht läuft. Zum Schluss retten dich als Trainer nur die Ergebnisse", ergänzte Gisdol.

Die Trennung von Veh wird auch bei den Fans im Netz heiß diskutiert.

Mit seiner sechsten Ablösung innerhalb einer Saison stellt Veh den Bundesliga-Rekord von Gyula Lorant, Jörg Berger und Felix Magath ein.

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