Video

Mönchengladbach und München - Beim Debüt von Niko Kovac präsentiert sich Eintracht Frankfurt wie ein Absteiger. Nach der Pleite bei Borussia Mönchengladbach wirkt der neue Trainer schon desillusioniert.

Nach seinem völlig missglückten Einstand als Trainer von Eintracht Frankfurt fiel die Bestandsaufnahme von Niko Kovac ernüchternd aus. "Wir sind noch weit weg von dem, was wir gerne hätten", sagte Kovac nach der 0:3 (0:1)-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach.    

Haarsträubende Fehler, ein Torhüter mit einem rabenschwarzen Tag, spielerische Defizite, nur eine Torchance in 90 Minuten - die Hessen präsentierten sich bei ihrem achten Spiel in Folge ohne Sieg wie ein Absteiger.

"Der Druck wird größer. Die anderen Mannschaften gewinnen auch. Wir müssen einen langen Atem haben", sagte Kovac.   

Kovac redet nichts schön

Nur ein mehr geschossenes Tor gegenüber 1899 Hoffenheim trennt die Eintracht noch von einem direkten Abstiegsplatz. Der mutlose und erschreckend schwache Auftritt im Borussia-Park macht wenig Hoffnung auf Besserung.

"Wir müssen lernen, auch unter Druck Fußball zu spielen", forderte Kovac, der mit der Einstellung seines Teams aber zufrieden war: "Die Mannschaft hat den Willen gezeigt. Das Engagement war da."    

Das reichte aber in keiner Weise, um gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner Zählbares zu holen. "Das spielerische Element hat gefeht, das können wir nicht schönreden", stellte der Nachfolger des entlassenen Armin Veh fest.

Hradecky mit Galgenhumor

Im Angriff ohne Ideen, in der Abwehr mit groben Patzern: Dem 0:1 durch Lars Stindl (36.) ging ein leichtfertiger Ballverlust von Makoto Hasebe voraus, dann faustete Schlussmann Lukas Hradecky dem Torschützen den Ball genau für die Füße.

Hradecky legte zudem mit einer verunglückten Rettungsaktion außerhalb des Strafraums Raffael den zweiten Treffer auf (53.). Beim dritten Gegentor von Mahmoud Dahoud (79.) leistete sich Stefan Reinartz erst einen Fehlpass, dann düpierte der Torschütze Hradecky mit einem Kunstschuss ins kurze Eck.    

"Wenn ich es positiv sehen will, habe ich hoffentlich alle meine Fehler in diesem Spiel gemacht. Hätten wir vier Tore erzielt, wäre ich wohl auch am vierten Schuld gewesene", sagte der in den vergangenen Wochen starke Torhüter der Eintracht in einem Anflug von Galgenhumor.

Freier Montag für die Spieler

Die Frankfurter Verantwortlichen flüchteten sich vor dem Spiel am nächsten Samstag gegen das abgeschlagene Schlusslicht Hannover 96 in Durchhalteparolen. "Psychologisch ist es ganz gut, dass wir noch 16. sind. Wir haben es selbst in der Hand", sagte Manager Bruno Hübner.

Der scheidende Vorstandsboss Heribert Bruchhagen war darum bemüht, die Reihen zu schließen. "Wir dürfen nicht unruhig werden. Wir haben den festen Glauben, dass wir in den Heimspielen die notwendigen Punkte holen", sagte Bruchhagen.    

Trotz der prekären Situation gönnt Kovac seinen Spielern am Montag einen freien Tag. "Wir müssen die Köpfe freibekommen", lautete seine Begründung. Gegen Hannover muss die Eintracht aber liefern. Ansonsten droht der Absturz.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel