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München - Mit Pep Guardiola gehen nach dem Duell in Dortmund die Emotionen durch. Doch der Ausbruch des Katalanen ist für die Bayern ein gutes Zeichen. So sehen es auch die Experten im Doppelpass.

Auf dem Rasen des Signal Iduna Parks spielten sich nach dem Schlusspfiff des Spitzenspiels außergewöhnliche Szenen ab.

Obwohl Pep Guardiolas Plan, Borussia Dortmund im Titelkampf auf Distanz zu halten, mit dem 0:0 aufging, rannte der Trainer fuchsteufelswild auf Joshua Kimmich und den spät eingewechselten Medhi Benatia zu - und ließ gewaltig Dampf ab.

Erst Kimmich, dann Benatia

Erst nahm er Kimmich ins Gebet, stellte wild mit den Armen fuchtelnd Spielszenen und taktische Anweisungen dar.

Danach knüpfte sich der Spanier Benatia derart energisch vor, dass er von David Alaba sogar zurückgehalten werden musste. Und das, obwohl Benatia nur eine einzige Minute auf dem Platz stand.

Stoiber: "Er will die Spannung aufrecht erhalten"

"Pep Guardiola ist sich sehr wohl bewusst, dass er bei seiner Mannschaft jetzt die Spannung hoch halten muss", erklärte Hoffenheims Ex-Coach Markus Gisdol dazu am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

"Wenn der Trainer direkt nach dem Abpfiff Redebedarf hat, dann sagt er dem Spieler das. Da ist der Zeitpunkt völlig egal."

"Ich sehe es genauso", stimmte Bayerns Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber zu: "Er will die Spannung aufrecht erhalten. Gegen Ingolstadt, Darmstadt und Mainz waren es allesamt mühselige Spiele, auch jetzt gegen Bremen musst du erstmal gewinnen."

Und Handball-Nationaltrainer Dagur Sigurdsson meinte: "Er ist einfach so wie er ist und macht der Mannschaft nichts vor."

"Er kritisiert öfters"

Guardiola erklärte die Diskussion mit Kimmich hinterher gewohnt originell.

"Ich habe zu ihm gesagt: Vielleicht ist er der beste Innenverteidiger der Welt", sagte Guardiola im ZDF zur Situation mit Kimmich.

Der 21-Jährige selbst beschwichtigte: "Er kritisiert öfters und ist nie zufrieden und will immer das Maximum aus einem rausholen - das finde ich super."

Mit Kopf und Herz beim FC Bayern

Dass der Trainer Guardiola zwei seiner Spieler vor dutzenden Fernsehkameras offenbar in den Senkel stellte, muss man nicht befürworten.

Doch die Szenen zeigten auch, dass der FC Bayern für den zukünftigen Trainer von Manchester City mehr als eine bloße Geschäftsbeziehung ist.

Der Vulkan Guardiola ist auf der Jagd nach weiteren Titeln längst nicht erloschen. Auch gut vier Monate vor seinem Abschied feilt der 45-Jährige mit Besessenheit selbst am kleinsten Fehler.

So dürfte emotionale Ausbruch zu Beginn der entscheidenden Saisonphase dem Rekordmeister sogar Mut machen: Mit den Bayern hat Guardiola längst noch nicht abgeschlossen.

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