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München - Bei Hannover 96 hämmert die zweite Liga an die Geschäftsstelle, nichts spricht mehr für die Wende. Trainer Thomas Schaaf verliert immerhin noch nicht seinen Humor.

Eine böse Pleite, der Abstieg vor der Tür und dann so ein Spruch. "Er lupft das Ding da drüber und sieben Mann stehen daneben und sehen zu. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie Beifall geben", kommentierte Hannover 96-Coach Thomas Schaaf das Tor seines Ex-Spielers Claudio Pizarro. Schaafs Mannschaft hatte gerade 1:4 bei Werder Bremen verloren.

Der Klassenerhalt rückt die Niedersachsen durch die erneute Pleite in fast schon unerreichbare Ferne. Acht Punkt fehlen zu einem Nicht-Abstiegsplatz.

Desolates Hannover

Im Nordderby gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten Konkurrenten aus Bremen zeigten die Gäste eine desolate Leistung.

Werder Bremen v Hannover 96 - Bundesliga
Christian Schulz, Hiroki Sakai und Hiroshi Kiyotake wissen, was los ist © Getty Images

"Natürlich fehlt allen, die uns betrachten, der Glaube, mit Recht", sagte Geschäftsführer Martin Bader. "Aber du darfst ja nicht aufhören zu arbeiten, Fußball zu spielen und dich in die Zweikämpfe zu werfen."

Sinnbildlich war die Szene vor dem 2:0 für Werder Bremen. Torschütze Pizarro tanzte mit einer einfachen Körpertäuschung zwei 96-Verteidiger aus und durfte 16 Meter vor dem Gehäuse von Ron-Robert Zieler ungehindert abschließen. Drum herum standen noch weitere Hannoveraner.

Schaaf hat keine Erklärung

"Es ist schwierig, immer direkt eine Erklärung zu finden", sagt Schaaf. "Unerklärlich, warum wir die Zweikämpfe heute wieder nicht angenommen haben."

Fakt ist: Hannover macht auch unter Thomas Schaaf keine Fortschritte. Seine Bilanz ist verheerend. Von den bisher acht Spielen unter  Schaaf verloren die Hannoveraner sieben.  Der Sieg in der Vorwoche in Stuttgart muss wohl als einmaliger Ausrutscher verzeichnet werden.

Auch die Bundesliga-Statistik macht wenig Hoffnung. Noch nie konnte eine Mannschaft mit 17 Punkten aus 25 Spielen den Abstieg verhindern.

Kaum noch Hoffnung

"Wir müssen uns jetzt erst einmal selbst finden und die Ruhe bewahren. Natürlich bin ich äußerst unzufrieden, aber es geht für uns weiter. Es ist aber schon klar, dass jetzt sehr, sehr viel zusammenpassen muss", analysierte Schaaf bei Sky.

Er gibt sich dennoch kämpferisch: "Die Möglichkeit ist noch da, aber ich weiß natürlich, wie schwer diese Aufgabe wird, das habe ich von Anfang an gesagt." Und fügt hinzu: "Wir bemühen uns darum Tag für Tag. Es ist dann immer wieder enttäuschend, wenn man immer wieder die Chance hat und es aber nicht auf die Reihe kriegt."

Viel Zeit für weitere Enttäuschungen bleibt nicht. Sollten die 96er auch am nächsten Spieltag gegen den 1. FC Köln nicht punkten können, scheint der Abstieg so gut wie sicher.

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