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SPORT1-Chefredakteur Digital Ivo Hrstic beklagt den fehlenden Respekt in der Bundesliga © SPORT1-Grafik: Heinemann/ARD-Screenshot

Auch nach dem Schmidt-Eklat hat sich am Umgang mit Schiedsrichtern nichts geändert, Bremens Djilobodji untermauert den Sittenverfall. SPORT1-Chefredakteur Digital Ivo Hrstic fordert ein Umdenken.

Vor gerade einmal vier Wochen sorgte Leverkusens Coach Roger Schmidt mit seinem verweigerten Tribünengang für einen vorläufigen Tiefpunkt in Sachen Respekt und Vorbildfunktion. Wer danach ein Umdenken in der Bundesliga erwartet hatte, wurde spätestens am aktuellen Spieltag bitter enttäuscht.

Der Umgang mit den Schiedsrichtern bleibt weiter genauso niveaulos wie so manches Bundesligaspiel.

Trainer und Spieler glauben fast bei jeder noch so kleinen Szene, eine Diskussionsrunde mit den Unparteiischen eröffnen zu müssen. Nahezu jeder Zweikampf wird auf dem Feld und an der Seitenlinie gestenreich begleitet. Für alle Amateur- und Jugendfußballer ist dieser Freifahrtschein zum Pöbeln ein fatales Signal, nicht von ungefähr fehlt den Verbänden der dringend nötige Schiedsrichternachwuchs.

Auch unter den Spielern vermisse ich immer öfter ein respektvolles Miteinander. Wann hat zuletzt ein Bundesligaprofi einen falsch gegebenen Eckball oder gar ein zu Unrecht gegebenes Tor ehrlich zugegeben?

Ob die in Mode gekommenen Ellbogenfouls oder auch das Fordern von Karten - ich suche in der Bundesliga oft vergeblich den Fairplay-Gedanken. Ist es nicht unkollegial, wenn Hoffenheimer Spieler statt der von Schiri Knut Kircher gegebenen Gelben eine Rote Karte für HSV-Torwart Rene Adler fordern? Unabhängig davon, dass ein Platzverweis für Adlers Notbremse durchaus berechtigt gewesen wäre.

Den Höhepunkt an Respektlosigkeit leistete sich Bremens Papy Djilobodji. Seine Kopf-ab-Geste gegenüber dem Mainzer Pablo de Blasis ist einfach nur geschmacklos und dumm. Ich gehe davon aus, dass das DFB-Sportgericht ermitteln und Djilobodji sperren wird - zu Recht.

Bei allem Verständnis für den Ärger bei Fehlentscheidungen und dem großen Druck auf Trainer und Spieler: Ich sehe immer noch genügend Platz für den nötigen Respekt - diesen Rest an Fußballromantik lasse ich mir auch im Milliardengeschäft der Profis einfach nicht nehmen.

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