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Jens Keller trainierte den VfB Stuttgart und Schalke 04 und war als Spieler u.a. für Köln, Stuttgart und Eintracht Frankfurt aktiv © SPORT1

München - Der Kampf um den Klassenerhalt ist eng wie lange nicht. Gemeinsam mit Jens Keller nimmt SPORT1 die Wackelkandidaten unter die Lupe. Teil 1: die Plätze 9 bis 13.

1. FC Köln (9. Platz: 33 Punkte, 28:34 Tore)

Das Restprogramm: Hoffenheim (A), Leverkusen (H), Mainz (A), Darmstadt (H), Augsburg (A), Bremen (H), Dortmund (A)

Das spricht für den Klassenerhalt: Der FC war die gesamte Saison über nie schlechter als auf Rang 12 platziert, mit Anthony Modeste ist ein zuverlässiger Torjäger im Kader. Dazu haben Stögers Jungs nie mehr als zwei Partien am Stück verloren. Köln hat zwar nur sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, allerdings auch einen Puffer von sechs Teams.

Das spricht gegen den Klassenerhalt: Köln ist die drittschlechteste Mannschaft der Rückrunde, nur Augsburg und Hannover haben noch weniger Punkte geholt. Beim Sieg gegen 96 am 26. Spieltag blieb der FC das einzige Mal in den letzten 13 Spielen ohne Gegentor. Das Restprogramm ist nicht ohne: vier direkte Abstiegs-Duelle warten, am letzten Spieltag müssen die Kölner nach Dortmund.

Das sagt Jens Keller: "Der FC bleibt auf jeden Fall in der Liga, sie waren über die gesamte Saison hinweg zu stabil. Die Mannschaft spielt unter Stöger normalerweise sehr kompakt und lässt nur wenig zu. Dazu ist das Team eine Einheit."

FC Ingolstadt (10. Platz: 33 Punkte, 23:31 Tore)

Das Restprogramm: Schalke (H), Gladbach (H), Darmstadt (A), Hannover (H), Hoffenheim (A), Bayern (H), Leverkusen (A)

Das spricht für den Klassenerhalt: Der Aufsteiger stellt die viertbeste Defensive der Liga, hat erst 31 Gegentore kassiert. Das liegt nicht in erster Linie an einzelnen Akteuren, sondern an der aufopferungsvollen Teamarbeit, die Coach Ralph Hasenhüttl seiner Mannschaft vermittelt hat. Kaum ein Team ist so schwer zu knacken, die Teamchemie stimmt.

Das spricht gegen den Klassenerhalt: Mit nur 23 Treffern stellt Ingolstadt nach Hannover (22) die harmloseste Offensive der Liga. Das Restprogramm der Schanzer hat es in sich. Neben den Bayern geht es noch gegen drei weitere Klubs aus den Top 6, dazu kommen die direkten Duelle mit Darmstadt, Hannover und Hoffenheim. Und: Dem FCI fehlt es im Abstiegskampf an Erfahrung.

Das sagt Jens Keller: "Es ist unglaublich schwer gegen Ingolstadt ein Tor zu schießen. Sie werden am Ende die Klasse halten."

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VfB Stuttgart (11. Platz: 32 Punkte, 43:54 Tore)

Das Restprogramm: Darmstadt (A), Bayern (H), Augsburg (A), Dortmund (H), Bremen (A), Mainz (H), Wolfsburg (A)

Das spricht für den Klassenerhalt: Der VfB ist nach Bayern und Dortmund die drittbeste Rückrunden-Mannschaft, stellt dabei mit 21 Toren die stärkste Offensive der Liga. Spielmacher Daniel Didavi ist einer der besten Spieler dieser Saison. Dazu ist die Mannschaft erprobt im Abstiegskampf.

Das spricht gegen den Klassenerhalt: Der VfB ist zwar wie erwähnt das drittbeste Rückrunden-Team, profitiert aber von vier Siegen zu Beginn. Seitdem gab es in sechs Spielen nur noch einen Sieg und 13 Gegentore. Den Schwaben scheint ein wenig die Luft auszugehen, mit Dortmund und den Bayern kommen noch zwei echte Schwergewichte in die Mercedes-Benz-Arena.

Das sagt Jens Keller: "Der VfB hat enormes Potenzial, gerade in der Offensive. Im Gegensatz zu Vorgänger Zorniger ist es Kramny gelungen, auch die Defensive zu stabilisieren. Die Mannschaft wird auf jeden Fall die Klasse halten."

FC Ingolstadt v VfB Stuttgart - Bundesliga
Daniel Didavi hat in dieser Saison bereits zehn Treffer erzielt und fünf weitere vorbereitet © Getty Images

Hamburger SV (12. Platz: 31 Punkte, 31:38 Tore)

Das Restprogramm: Hannover (A), Darmstadt (H), Dortmund (A), Bremen (H), Mainz (A), Wolfsburg (H), Augsburg (A)

Das spricht für den Klassenerhalt: Wenn jemand Überlebenskampf kann, dann der HSV. Nach vier Relegations-Zitterpartien in den vergangenen beiden Spielzeiten kann Labbadia und Co. nichts mehr schocken. Mit Rene Adler steht nach wie vor einer der besten Torhüter Deutschlands zwischen den Pfosten.

Das spricht gegen den Klassenerhalt: Nach einer ordentlichen Hinrunde mit 22 Zählern sind die Hanseaten dem Labbadia-Fluch zum Opfer gefallen. Wie so oft bricht eine seiner Mannschaften im zweiten Teil der Saison ein. Nur neun mickrige Zähler kamen in zehn Partien hinzu. Dazu hat sich Winter-Hoffnung Josip Drmic einen Knorpelschaden zugezogen und fällt bis Saisonende aus.

Das sagt Jens Keller: "Der HSV ist zuletzt in einen Negativstrudel geraten, wird aber trotzdem die Klasse halten. Das Team hat zu viel Potenzial, um abzusteigen oder in die Relegation zu müssen. Die Verletzung von Josip Drmic ist zwar bitter, doch dafür sind Aaron Hunt und Nicolai Müller in guter Form."

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SV Darmstadt 98 (13. Platz: 28 Punkte, 28:41 Tore)

Das Restprogramm: Stuttgart (H), Hamburg (A), Ingolstadt (H), Köln (A), Frankfurt (H), Berlin (A), Gladbach (H)

Das spricht für den Klassenerhalt: Darmstadt ist ein ganz besonderer Klub, die Spieler sehen in ihrem Verein mehr als nur einen Arbeitgeber. Dazu holen nur Bayern, Dortmund und Leverkusen auswärts mehr Punkte als die 98er. Stürmer Sandro Wagner spielt die Saison seines Lebens: In den letzten elf Spielen war er an zehn Toren beteiligt.

Das spricht gegen den Klassenerhalt: Der Aufsteiger bringt seine Schäfchen einfach nicht ins Trockene. Unglaubliche 24 Punkte gaben die Lilien nach einer Führung noch ab. Seit sieben Spielen warten sie nun schon auf einen Sieg. Die Heimbilanz am Böllenfalltor ist eklatant, ein Sieg aus 13 Spielen nicht bundesligatauglich. Dazu warten in den nächsten fünf Spielen fünf Duelle mit direkten Konkurrenten.

Das sagt Jens Keller: "Darmstadt hat schon jetzt eine sehr gute Saison gespielt. Kaum ein Team arbeitet so hart und kämpft derart für den Klassenerhalt. Dennoch werden sie bis zum Schluss zittern müssen."

Lesen Sie morgen Teil 2 des großen SPORT1-Abstiegschecks mit den Teams auf den Plätzen 14 bis 18.

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