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München - Alle halten sich an den Plan der Glückseligkeit bei Uli Hoeneß' Rückkehr ins Stadion, nur die Mainzer nicht. So lief das Comeback des Ex-Präsidenten.

Der Hoeneß-Effekt als Grund für die Pleite? Die Aura des größten Bayern als Gewicht an den Münchner Beinen?

Theorien, die wohl ein gutes Stück weit hergeholt sind - und doch fielen der erste Punktverlust des FC Bayern München zu Hause in dieser Saison und die erste Heimniederlage seit Mai 2015 auf recht bemerkenswerte Weise zusammen mit Uli Hoeneß' Stadion-Comeback.

Alle Blicke auf Hoeneß

Alle blickten vor und während dem 1:2 gegen den FSV Mainz 05 auf ihn, der mit dem Spiel nichts zu tun hatte.

Er sei kein Präsident mehr, "gar nichts", hatte Hoeneß nach seiner Haftentlassung gesagt. Dass das natürlich nicht stimmt, wurde spätestens bei seiner Ankunft an der Allianz Arena am Mittwochabend um 19.44 Uhr klar.

Sofort richteten sich alle Blicke in der Welcome Zone West auf ihn und seine Frau Susi, mit der er gemeinsam vorgefahren war, sie am Steuer.

Rummenigge lässt Hoeneß in Ruhe

"Ich habe mich mehr auf das Spiel konzentriert, aber er war vor dem Spiel sicherlich glücklich, dass er wieder hier zu Besuch war nach langer Zeit", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit SPORT1 zum Verlauf des Abends. "Ich hätte ihm einen Sieg gewünscht, aber leider war das heute nicht der Fall."

Es fühlte sich seltsam vertraut an, wie Hoeneß erst seinen ehemaligen Chauffeur Bruno Kovacevic begrüßte, dann den Innenraum betrat und auf seinem Stammsitz auf der Ehrentribüne Platz nahm.

Seinen rot-weiß gestreiften Bayern-Schal legte er sich im Stadion natürlich um den Hals, auch das so wie immer, wie früher.

Susi und Dieter Hoeneß eng neben ihm

Auffällig diesmal: Ehefrau Susi und Bruder Dieter waren immer eng bei ihm, rahmten ihn zwischendurch auf der Tribüne ein. Adidas-Boss Herbert Hainer wurde von von Hoeneß geherzt und nahm ebenfalls neben ihm Platz. Rummenigge und Präsident Karl Hopfner ließen Hoeneß im Kreis seiner Liebsten seine Ruhe.

© SPORT1

"Uli macht einen guten Eindruck, aber den macht er schon seit der Zeit, da er bei Bayern München zurück ist und im Büro seinen Job gemacht hat. Ich freue mich für ihn, dass er die schwere Zeit hinter sich hat", sagte Rummenigge.

Sportvorstand Matthias Sammer hatte vor dem Spiel bereits bei Sky gesagt, am Spieltag keinen Kontakt zu Hoeneß gehabt zu haben: "Es ist jetzt wichtig, dass er mit seiner Familie zur Ruhe kommt."

Hoeneß verlässt Arena leise

Nach dem Spiel war dann die Pleite der Bayern das Thema, der Titelkampf, das Spitzenspiel am Samstag in Dortmund. Hoeneß konnte die Arena weitgehend unbemerkt verlassen.

Klar ist schon jetzt: Mit nach Dortmund wird er nicht reisen, das verriet Rummenigge SPORT1.

Hoeneß lässt sich Zeit mit der Zukunftsplanung, wird erst im Sommer nach einem ausgiebigen Urlaub entscheiden, ob er wieder für ein Amt in der Führungsetage der Bayern kandidiert.

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