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München - Pep Guardiola wirkt angespannt vor dem Spiel in Dortmund. Vordergründig freut er sich über die frische Brisanz, doch der "beste Zweite aller Zeiten" setzt ihm zu.

Es ist gar nicht, was Pep Guardiola gesagt hat am Tag vor dem Spiel, das den Meisterschaftskampf in der Bundesliga womöglich doch noch einmal richtig spannend machen konnte.

Sondern wie sich der Trainer des FC Bayern München vor dem Spiel bei Borussia Dortmund am Samstag (Alles zum Topspiel am Sonntag ab 9.15 Uhr in Bundesliga Pur und ab 11 Uhr im Volkswagen Doppelpass LIVE im TV auf SPORT1) präsentiert hat.

Guardiola gab teils einsilbige, teils eher vage Antworten, dann wieder wirkte er arg gelangweilt. Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick hatte seine Abschiedsformel noch nicht beendet, da war der Trainer schon aus der Tür.

Riesenlob für Thomas Tuchel

Nur als es um Thomas Tuchel, sein Gegenüber am Samstag, ging, sprudelte es kurz mal aus ihm heraus. Tuchel sei einer der besten Trainer der Welt, "top-top-top-top", so Guardiola, "er hat in wenigen Monaten die Mentalität von Borussia Dortmund gewechselt. Das ist nicht einfach. Es ist eine komplett andere Mannschaft."

Ob hinter Guardiolas Auftritt nun eine gewisse Nervosität steckte vor dem Duell beim Tabellenzweiten, der durch die eigenen Siege der letzten Wochen und dem Ausrutscher der Bayern am Mittwoch gegen Mainz Selbstvertrauen aufgeladen hat, oder ob Guardiola sich in seinen letzten Wochen in München einfach gar keine Mühe mehr geben möchte, sein sehr kühles Verhältnis zu den Journalisten zu verschleiern, ist schwer zu beantworten - und letztlich auch egal.

Spiel allein bietet genug Spannungsfelder

Ausnahmsweise bietet dieses Bundesligaspiel des FC Bayern allein schon genug Spannung. Auf bis zu zwei Punkte könnte Dortmund den Rückstand auf die Bayern schmelzen lassen mit einem Sieg: "Alle wollten mehr Spannung. Willkommen", sagte Guardiola.

Dass das Momentum gerade nach Dortmund rübergemacht zu haben scheint, hat der Trainer registriert. Dass der Rivale nicht gewillt ist, die Münchner das Spiel machen zu lassen und den Bayern die Show zu überlassen, ebenso.

Guardiolas Hoffnung nach der Niederlage gegen Mainz: "Manchmal musst du verlieren, um zu verstehen, was du tun musst, um eine noch bessere Mannschaft zu sein."

"Der beste Bundesliga-Konkurrent aller Zeiten"

Eher unglaubwürdig aber die Aussage des Bayern-Trainers, dass er sich mangels Zeit keinen besonderen Matchplan für die Partie zurechtgelegt habe. "Unsere Idee ist: 'Take the ball - and play'", sagte er. "Ich hoffe auf alle Fälle auf ein gutes Spektakel. Das Spiel soll Werbung für den deutschen Fußball sein." Das auf jeden Fall.

Doch selbst, wenn Bayern am Samstagabend den Acht-Punkte-Vorsprung wieder hergestellt haben sollte, wäre die Meisterschaft noch immer nicht entschieden, glaubt der Coach. "Es wird bis zum letzten Spiel spannend."

Zumindest eine Meisterfeier rund um Ostern dürfte es in dieser Saison wohl nicht geben. Dafür hat Dortmund in den letzten Wochen zu konstant gewonnen. "Das ist eine der besten Mannschaften in Europa und der beste Bundesliga-Konkurrent aller Zeiten, der beste Zweite", lobte Guardiola.

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