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Nach ihren provozierten Gelben Karten kommen Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz um eine zusätzliche Sperre herum. Beide müssen allerdings eine Geldstrafe zahlen.

Der Ehrliche ist doch nicht der Dumme: "Gelb-Schummler" Zlatko Junuzovic von Werder Bremen ist trotz einer provozierten Verwarnung und seines anschließenden Geständnisses ohne zusätzliche Sperre davongekommen.

Das DFB-Sportgericht unter Vorsitz von Hans E. Lorenz verurteilte Junuzovic am Freitag nach einer 30-minütigen Verhandlung in Frankfurt am Main lediglich zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro. Ein Grundsatzurteil gab es demnach nicht.

Kontrollausschuss beantragt Geldstrafe

Auch Junuzovics angeklagter Teamkollege Clemens Fritz kam trotz seiner ebenfalls vorsätzlich provozierten Gelben Karte ohne weitere Sperre davon, muss allerdings auch 20.000 Euro zahlen. So hatte es auch der Kontrollausschuss unter Vorsitz von Anton Nachreiner beantragt.

(Bremens Sportchef Thomas Eichin am Sonntag zu Gast im Volkswagen Doppelpass ab 11 Uhr LIVE auf SPORT1)

Im Gegensatz zum Werder-Kapitän hatte Mittelfeldspieler Junuzovic seine Schummelei unmittelbar nach der Partie gegen Hannover 96 (4:1) am vergangenen Samstag zugegeben.

"Es ist besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue", hatte der Österreicher mit Blick auf das anstehende Spiel bei Tabellenführer Bayern München am Samstag (ab 18.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) gesagt. Vor dem DFB-Gremium entschuldigte sich Junuzovic.

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Auch Fritz gesteht

Auch Fritz gab sich am Freitag geständig. Auf die Frage, ob er sich die Karte bewusst "abgeholt" habe, sagte der 35-Jährige: "Ja, ich habe sie in Kauf gekommen. Gegen die Bayern auszufallen, tut uns nicht so weh wie gegen einen unmittelbaren Konkurrenten."

Junuzovic dementierte vor dem Sportgericht aber seine im TV-Interview getätigte Aussage, dass seine provozierte Verwarnung abgesprochen gewesen sei: "Ich war geflasht von den ganzen Emotionen, denn ich werde Vater und sportlich läuft es für mich wieder gut."

Nicht erst die unbedarfte Ehrlichkeit von Junuzovic (28) hatte zur Anklage des DFB-Kontrollausschusses geführt, sondern schon das plumpe Schinden der Gelben Karte durch mehrfaches Anlaufen bei einem Freistoß. Fritz hatte seine 10. Verwarnung wegen Haltens kassiert.

Richter Lorenz hob hervor, dass sich die Geständnisse strafmildernd auswirkten: "Die Strafe soll Abschreckungscharakter haben und wir erhoffen uns eine Signalwirkung. Durch ihr Geständnis heute sind die beiden gerade noch von der Klinge gesprungen."

Und wie schon im Phantomtor-Prozess um Stefan Kießling ließ sich Lorenz auch den einen oder anderen Spruch nicht nehmen. Kostprobe: "Auch uns ist bekannt, dass man sich in der Bundesliga schon mal eine Gelbe Karte abholt, wenn die Schwiegermutter Geburtstag hat oder wenn man Nachwuchs erwartet oder einem die Busreise zum nächsten Spiel zu weit vorkommt." 

UEFA bestraft härter

Mit seinem Urteil distanzierte sich das DFB-Sportgericht von der UEFA.

In den UEFA-Wettbewerben können "Gelb-Schummler" bereits seit längerer Zeit zusätzlich bestraft werden.

2011 reagierte der Kontinentalverband, nachdem es in Champions und Europa League zu ähnlichen Vergehen gekommen war.

Für einen Fall "grober Unsportlichkeit wegen Wettbewerbsverzerrung" werden überführte Täter seither mit einer Sperre von zwei Spielen belegt.

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