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FC Bayern Muenchen v Borussia Dortmund - Bundesliga
Mats Hummels (l.) hat offenbar genug davon, anderen beim Jubeln zuzusehen © Getty Images

München - Gerade als in München niemand mehr damit rechnete, wird die Rückkehr von Mats Hummels konkret. Schon vor Jahren wollte Louis van Gaal den Dortmunder holen.

Louis van Gaal, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hatten im Februar 2011 genug gesehen, was ihnen die Laune verdarb. Frust-Shopping in Dortmund sollte helfen.

Den letzten Ausschlag könnte das 1:3 des FC Bayern im Topspiel gegen Borussia Dortmund gegeben haben, dem ersten Meisterstück des BVB unter Jürgen Klopp und gleichzeitig der Aufstieg von Mats Hummels in die erste Riege der Abwehrspieler.

Hummels verhandelte mit Bayern

Ein paar Wochen später reiste Hummels erneut nach München, diesmal ohne Mannschaftskollegen, und sprach mit den Entscheidern der Bayern über einen Wechsel, so berichtet es Sport Bild. Van Gaal soll auf einen Transfer gedrängt haben.

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Letztlich blieb von dem Ausflug nur ein nettes Gespräch, Hummels blieb beim BVB und verlängerte ein Jahr später bis 2017. Klar ist aber: Seit seinem Wechsel von den Bayern nach Dortmund 2008 ließ ihn der Gedanke an München nie los.

Er entschied sich nach reiflicher Überlegung für Dortmund, der Erfolg gab ihm bis 2012 auch Recht. Dass er nicht dauerhaft mit dem BVB mehr Pokale als die Bayern holen würde, war ihm klar; womöglich vier Saisons in Folge ohne großen Titel nähren aber Zweifel.

Zu oft Zweiter mit dem BVB

Verliert Dortmund das Pokalfinale gegen die Bayern, wäre das der sechste zweite Platz für Hummels seit dem letzten Triumph mit Dortmund.

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Der Gedanke an einen Wechsel nach München wurde aber wohl erst in den letzten Wochen wirklich konkret. Noch Anfang März hatte Hummels gesagt: "Ich will noch acht Jahre in Dortmund spielen, ich will aber auch noch vier Jahre Auslandserfahrung mitnehmen. Erst einmal muss ich für mich natürlich wissen, was ich unbedingt machen will."

Jetzt wird es wohl keine dieser beiden Optionen. Ob nun seine private Verbindung nach München mit seinen Eltern und seinem Bruder und seiner Vergangenheit im Süden den Ausschlag gegeben haben oder der Anblick der ewig feiernden Nationalmannschaftskollegen Thomas Müller oder Jerome Boateng – auf jeden Fall hat in Hummels' Kopf eine beeindruckende Wende stattgefunden.

Hummels verzichtet auf Klausel

Zwei Jahre nach seiner letzten Vertragsunterschrift in Dortmund teilte er öffentlich mit, auf eine Ausstiegsklausel verzichtet zu haben, obwohl er diese hätte haben können. Es sollte ein Zeichen an die Konkurrenz sein. Und ein Zeichen an umworbene Dortmunder Kollegen. Keine Angst, ich haue nicht einfach so ab.

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Die Bayern selbst sollen überrascht gewesen sein, wie offen Hummels jetzt einen Wechsel nach München andeutete. Eine solche Chance wollen sie sich nicht entgehen lassen.

Die fehlende Klausel macht Hummels jetzt teurer. Laut Bild-Zeitung müssen die Münchner in die Nähe von 40 Millionen Euro gehen, um ihn schon in diesem Sommer zu verpflichten.

Dortmunder Gegenangebot

Das Angebot steht angeblich bei 40 Millionen für vier Jahre, der BVB hält laut Sport Bild mit einem Vertrag bis 2021 dagegen, Jahresgehalt ebenfalls zehn Millionen.

Eine Variante wäre auch, dass Dortmund ähnlich wie bei Robert Lewandowski die Tür zuknallt und Hummels bis zu seinem Vertragsende hält. Für alle Seiten werden die kommenden Wochen maßgebend sein.

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