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Bayer Leverkusen 1. FC Köln Wendell Leonardo Bittencourt
Leverkusens Wendell (Nummer 18) sah in der Nachspielzeit des Derbys Gelb-Rot © Imago

Köln - Leonardo Bittencourt und Wendell lassen das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen in Aufruhr enden. Hinterher lautet die Devise: Deeskalation.

Als Leonardo Bittencourt seine Frustgrätsche ausgepackt hatte, kochten die Emotionen dann doch noch einmal hoch.

Die Ersatzbänke sprangen wild gestikulierend im Gleichschritt hoch, im Stadion kochte der Volkszorn. Auf dem Platz folgte eine Rudelbildung in nahezu zweifacher Mannschaftsstärke.

Hektik. Wut. Chaos. Kurzzeitig drohte die Lage zu eskalieren, als sich Kölner und Leverkusener gegenseitig über den Platz schubsten.

Christoph Kramer ging wutentbrannt auf den Übeltäter los, wurde von den Kölnern mit vereinten Kräften und reichlich Mühe davon abgehalten, Bittencourt unter vier Augen die Meinung zu geigen. Wendell war da zumindest etwas erfolgreicher.

Der Leverkusener ging zwar nicht dem früheren U21-Nationalspieler an die Gurgel, dafür aber Filip Mladenovic.

Am Ende flogen beide vom Platz, Bittencourt mit Rot, Wendell mit Gelb-Rot.

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Sinnloses Frustfoul in Minute 96

Das alles in der 96. Minute, Bayer Leverkusen spielte da bereits den 2:0 (2:0)-Sieg beim 1. FC Köln routiniert herunter, die Gastgeber hatten sich mit der Derby-Niederlage eigentlich schon abgefunden.

Bis Kölns Bester Bittencourt die Sicherungen durchbrannten und er Admir Mehmedi völlig übermotiviert von hinten in die Beine sprang.

Ein typisches Frustfoul, schon relativ nah an der Grenze zur versuchten Körperverletzung. Ebenso unnötig wie unverständlich.

"Bittencourt hat eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Es war ein wenig Frust dabei, aber das ist in der 94. Minute natürlich vollkommen ohne Sinn", sagte Kramer nach dem Spiel.

"Ich glaube nicht, dass er ihm die Beine brechen wollte. Es sah aber schon schlimm aus", so der Weltmeister weiter.

Unstrittige Platzverweise

"Leo passiert so etwas normalerweise nicht", sagte FC-Trainer Peter Stöger, der der Entscheidung von Schiedsrichter Manuel Gräfe aber vorbehaltlos zustimmte. Auch Stögers Gegenüber Roger Schmidt nahm Bittencourt in Schutz: "Es war sicherlich nicht bösartig, so wie man den Spieler kennt", hielt er fest - und sah beide Platzverweise unter dem Strich als berechtigt an.

"Er ist Brasilianer und muss sich daran gewöhnen, dass er in Deutschland spielt", sagte er in Bezug auf Wendell: "Da wird so etwas geahndet. Die letzte Minute hätten wir uns sparen können. Das passte auch eigentlich gar nicht zum Spiel", sagte Schmidt.

Torschütze Julian Brandt mahnte Wendell ebenfalls, aus dem Vorfall zu lernen - zumal er ihn eigentlich als wichtigen Faktor für die jüngste Erfolgsserie mit vier Siegen aus vier Spielen sieht: "Das ergänzt auch etwas im Team, wenn ein Heißsporn dabei ist. Er macht ja auch viele gute Sachen."

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