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Hamburger SV v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Trainer Bruno Labbadia (2.v.r.) und HSV-Spieler blicken nach dem 0:1 gegen Wolfsburg auf die Ergebnisse der anderen Spiele © Getty Images

Hamburg - Der Hamburger SV ist trotz einer Niederlage gegen den VfL Wolfsburg gerettet und kann für seine 54. Bundesliga-Saison planen. Die Wölfe beenden eine Negativserie.

Bruno Labbadia blickte bange Sekunden auf die Blitztabelle, ehe Klub-Boss Dietmar Beiersdorfer den Trainer erleichtert an sich drückte. 

Kein drittes Relegations-Drama in Serie, der Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach - der Hamburger SV hat erneut eine holprige Saison unbeschadet überstanden. Doch die Entscheidungen im Sommer müssen sitzen.

"Wenn wir heute Abend zusammensitzen, werden wir etwas zufriedener sein. Wir waren nie in akuter Abstiegsgefahr", sagte Labbadia nach einem schwachen Auftritt beim 0:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg, der den ehrgeizigen Chefcoach wurmte.

"Wir hätten uns gerne mit einem Heimsieg verabschiedet, aber uns hat über 90 Minuten der Punch gefehlt."

Rettung dank Patzer des VfB 

Dass der HSV den Klassenerhalt durch den Patzer des VfB Stuttgart und nicht durch einen eigenen Sieg unter Dach und Fach brachte, passt bestens ins Bild der Saison. Immer wieder verpassten die Hanseaten insbesondere vor eigenem Publikum die Chance, frühzeitig für Planungssicherheit zu sorgen. Regelmäßig trotteten die treuen Fans frustriert nach Hause.

"Ich will nach dem Spiel den Stab nicht brechen, wir hatten zum Glück genug Vorleistung gebracht", sagte Sportdirektor Peter Knäbel: "Ich werde bestimmt nicht durch die Stadt laufen und über den Klassenerhalt jubeln."

Erleichterung machte sich bei den Verantwortlichen zwar breit, von Zufriedenheit kann aber keine Rede sein. 

"Ich hoffe, dass der HSV der Stadt und den Fans in Zukunft mehr Spaß und Freude macht", sagte Ivica Olic, der nach dem Spiel wie auch Artjoms Rudnevs emotional verabschiedet wurde. Weitere Personal-Entscheidungen dürften schon in Kürze folgen.

Drobny und Ilicevic vor Abschied

Auch bei Torhüter Jaroslav Drobny und Ivo Ilicevic stehen die Zeichen auf Abschied. Die Zukunft von Gojko Kacar und Emir Spahic ist noch ungeklärt. Vor allem Knäbel ist gefordert, mit seinen Transfers die Basis für eine erfolgreichere Saison 2016/17 zu legen.

Auch der VfL Wolfsburg grübelt längst, wie er zurück auf den Erfolgspfad finden kann. Platz acht nach 33 Spieltagen und die verpasste Europapokal-Teilnahme genügt den hohen Ansprüchen in der Autostadt keinesfalls.

Erleichterung bei Hecking

Dennoch war Trainer Dieter Hecking sichtlich erleichtert, dass sein Team durch den Treffer von Luis Gustavo (73.) vor 57.000 Zuschauern endlich die Serie von sieben Spielen ohne Sieg beendete.

"Man hat schon gesehen, dass die Sicherheit zunächst nicht da war", sagte Hecking: "Mit der Art und Weise in der zweiten Halbzeit war ich absolut einverstanden."

Allofs dementiert Draxler-Weggang

Brisanz auch im Hinblick auf die kommende Saison birgt der Torwartwechsel von Kapitän Diego Benaglio zu Koen Casteels - auch wenn Sportdirektor Klaus Allofs dies anders sah.

"Wir können jeden spielen lassen", sagte der 59-Jährige und wies wenig später erneut Gerüchte über eine Rückkehr von Weltmeister Julian Draxler zu Schalke 04 zurück: "Wir amüsieren uns sehr darüber."

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