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Der neue Sportvorstand vom FC Schalke 04 ist nicht vom bisherigen Weg des Vereins überzeugt. Christian Heidel hat eine neue Idee und verbreitet Aufbruchstimmung auf Schalke.

Christian Heidel ist der neue Macher beim FC Schalke 04. Der 52-Jährige löst Horst Heldt als verantwortlichen Sportchef der Königsblauen ab.

Am Mittwochnachmittag stellte er sich in Gelsenkirchen offiziell vor und beantwortete die Fragen der Pressevertreter.

SPORT1 fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Pressekonferenz zusammen.

- Noch kein neuer Trainer:

Die Verhandlungen mit dem FC Augsburg über die Verpflichtung von Wunschkandidat Markus Weinzierl konnte Christian Heidel noch nicht erfolgreich abschließen.

In der Trainerfrage werde es "in den nächsten Tagen Klarheit" geben, sagte Heidel. "Es gibt verschiedene Lösungen, aber auch eine, die ich absolut favorisieren würde", stellte er klar.

- Tönnies will sich zurückhalten

Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies versprach mit dem Amstsantritt von Heidel, sich anders als in der Vergangenheit künftig in der Öffentlichkeit mit Äußerungen zurückhalten.

Heidel sei der neue starke Mann. "Ich werde den Staffelstab abgeben."

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- Heidel will anderen Fußball

Der neue Sportchef begründete seine Entscheidung gegen Andre Breitenreiter auch mit dem Spielstil der Schalker in der abgelaufenen Saison.

Dies habe ihn nicht hundertprozentig überzeugt.

"Ich habe eine andere Idee, wie wir hier Fußball spielen wollen", verkündete Heidel.

- Heidel hochmotiviert

Der neue Schalker brannte auf der Pressekonferenz vor Tatendrang. Er habe sich lange auf die Aufgabe vorbereitet und sei sich im Klaren darüber, dass es eine schwierige Aufgabe sei.

"Das ist hier eine andere Hausnummer", sagte er zu Vergleichen mit Mainz.

Die Pressekonferenz zum Nachlesen:

+++ Heidel zum Anforderungsprofil des Trainers +++

"Mein Lieblingsthema", sagt der Sportchef. "Für viele ist Erfahrung das Wichtigste, ich sehe das anders." Erfahrung habe damit zu tun, dass man den Fußballzirkus kenne. Wichtig sei vor allem Intelligenz. "Sie ist die Basis, dazu muss Fachwissen kommen", sagt Heidel. Trainer ohne eine Karriere als Fußballer hätten keinerlei Nachteil - im Gegenteil. "Er muss das Spiel verstanden haben", so Heidel. Er selbst sei bereit, rund um den Trainer die bestmögliche Unterstützung bereitzustellen. "Wir wollen das bestmögliche Team auf die Beine stellen. Wenn es uns dann noch gelingt, die bestmöglichen Spieler zu holen, werden wir Erfolg haben." Ein gutes Schlusswort.

+++ Heidel: "Trainer die wichtigste Person" +++

Wenn man einen guten Trainer habe, sei die Wahrscheinlichkeit für Erfolg sehr hoch, erklärt Heidel. Deshalb habe er Verständnis für Ablösesummen bei einem Wechsel, wenn der Vertrag des Trainers läuft.

Klingt so, als könne er sich mit dem FC Augsburg über eine Ablöse für Weinzierl einigen. Ob es so sein wird, bleibt allerdings abzuwarten.

+++ Tönnies: "Schalke ist nicht so schlecht" +++

Schalke 04 sei ein "unruhiger Verein", gibt der Klubchef zu. Wichtig sei es, "dass einer die Richtung vorgibt", und das mache Christian Heidel. Schalke gehöre "unter die ersten Drei", schließt Tönnies.

+++ Verständnis für Breitenreiter +++

Heidel kann nachvollziehen, dass Andre Breitenreiter seine Entlassung selbst verkündet hat - auch wenn dies eigentlich erst für den Tag danach geplant war.

+++ Durch Skeptiker "angestachelt" +++

Heidel fühlt sich durch Skeptiker "sogar eher in seinem persönlichen Ehrgeiz angestachelt, dass es auch anders geht."

+++ "Mir ist jede Meinung wichtig" +++

Heidel betont noch einmal, dass er ein offener Typ sei und sich jede Meinung anhört. Das betreffe Sponsoren ebenso wie die Basis der Fans.

+++ Keine Anfragen wegen Sane +++

Bisher habe er nur über die Medien vom Interesse internationaler Vereine an Leroy Sane gehört, erklärt Heidel. Wenn jemand anrufen sollte, "werde ich das Gespräch annehmen und mir das anhören", erklärt er. Dann werde er einen Plan entwickeln, wie es weitergeht. Konkret gibt es also nichts zu berichten.

+++ Glücklich und zufrieden im Ruhrgebiet +++

Mitte Juni wird Heidel mit seiner Familie in seinem neuen Heim in Essen einziehen. Er sei sehr zufrieden, habe schon viele nette Leute getroffen, "und ich glaube, ich passe hier ganz gut hin."

+++ Heidel erklärt Trennung von Breitenreiter +++

Ihm sei es wichtig, dass er immer offen und ehrlich ist, sagt Heidel. Deshalb habe er mit Andre Breitenreiter gesprochen und ihm seine Entscheidung mitgeteilt, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf Schalke im Amt war. Er habe ein "tolles und offenes Gespräch" mit dem entlassenen Coach geführt. Das habe auch Breitenreiter so empfunden. Heidel erklärt, er habe eine "Aufbruchstimmung schaffen" wollen. Das habe nichts damit zu tun, Breitenreiter sei kein guter Trainer.

+++ "Wollte mir lange Bedenkzeit nehmen" +++

Heidel erklärt noch einmal, wie lange er sich die Entscheidung überlegt hat. Schließlich hatte er in Mainz "den sichersten Job der Welt."

+++ Ähnlichkeiten zwischen Schalke und Mainz +++

Heidel findet, dass es einige Parallelen zwischen seinem alten und seinem neuen Standort gibt. "Man kann die Menschen hier ähnlich schnell begeistern", erklärt er. Wichtig sei, das wiederholt er noch einmal, "dass Schalke für etwas steht".

+++ "Klarheit in den nächsten Tagen" +++

Auf die Nachfrage zu Markus Weinzierl sagt Heidel, er würde seinen Job nicht gut machen, wenn er sich nur auf einen Kandidaten konzentrieren würde. In der Trainerfrage werde es "in den nächsten Tagen Klarheit" geben. Es gebe auch einen Wunschkandidaten.

+++ Heidel will mit Tönnies arbeiten +++

Der neue Sportvorstand setzt auf die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsratsboss. Dieser erklärt noch kurz die Trennung von Horst Heldt.

+++ Noch kein Termin für neuen Trainer +++

Die Trainersuche läuft noch, Markus Weinzierl gilt als Top-Kandidat. Wann der neue Mann auf der Bank vorgestellt wird, lässt Heidel noch offen. Der Sportdirektor bittet um etwas Geduld. Weit vor dem ersten Training der neuen Saison werde aber der neue Trainer vorgestellt.

+++Keine Angst vor Haifischbecken +++

Heidel freut sich auf die spannende Aufgabe, Angst hat er keine. Klar ist ihm aber, "dass Schalke eine ganz andere Hausnummer ist als mein bisheriger Klub."

+++ Heidel will die Kräfte bündeln +++

Alle im Verein müssten wissen, wofür Schalke steht und jeder müsse "stolz auf den Verein sein", betont Heidel. Diese Aufgabe werde "kein Alleingang von Christian Heidel sein. Der Verein brauche ein "klare Philosophie und ein klares Bild, unabhängig von Personen. Das große Ziel müsse sein, "etwas zu entwickeln, mit dem sich alle identifizieren können".

+++ Tönnies: "Heidel ein Menschenfänger" +++

"Er wird ein großes Maß an Kompetenz mitbringen und ein ständiger Ansprechpartner sein. Darüber hinaus ist er kaufmännisch geprägt und auch ein Menschenfänger. Unter diesen positiven Aspekten wird er ein sehr, sehr guter Sportvorstand sein", meint Tönnies. Der Aufsichtsratschef ist froh, dass er nicht mehr im Rampenlicht steht und Heidel "das Ruder übernimmt".

+++ "Spannende und schwierige Aufgabe" +++

Heidel erklärt, wie er Schalke 04 positionieren will und gibt zu, dass der Job bei den Königsblauen ein "spannender und schwieriger" ist. "Eine langweilige Aufgabe hätte mich nicht aus Mainz weggebracht", sagt er: "Mir war wichtig, dass ich etwas bewegen kann."

+++ Heidel: "Wollte einen neuen Weg gehen" +++

Der ehemalige Mainzer Manager blickt zufrieden auf seine Zeit beim FSV Mainz 05 zurück, doch er erklärt auch, dass er einen neuen Weg gehen wollte. Er und Tönnies hätten sich neun Monate lang sehr intensiv ausgetauscht, berichtet Heidel.

+++ "Volle Rückendeckung" von Tönnies +++

Der Aufsichtsratschef erklärt kurz, wie es zur Verpflichtung Heidels kam und dass der neue Mann sein volles Vertrauen genießt.

+++ Wegen Lindenberg im "Puppenstübchen" +++

Udo Lindenberg spielt am Abend in der Arena, daher wird die Pressekonferenz nicht wie gewohnt im PK-Raum abgehalten. Tönnies begrüßt die Anwesenden im "Puppenstübchen".

+++ Blitzlichtgewitter +++

Heidel und Tönnies sind da, die Fotografen sind fertig. Es geht los!

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