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Torschütze Haris Seferovic lässt Eintracht Frankfurt in der Relegation jubeln
Torschütze Haris Seferovic lässt Eintracht Frankfurt in der Relegation jubeln © Getty Images

Nürnberg - Eintracht Frankfurt dreht das 1:1-Unentschieden aus dem Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Ein Auswärtstor reicht, um die Frankfurter vor dem Abstieg zu bewahren.

Erleichterung in Frankfurt, Enttäuschung in Nürnberg: Eintracht Frankfurt hat den fünften Abstieg aus der Bundesliga gerade noch verhindert. Die Hessen siegten im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Nürnberg durch einen Treffer von Haris Seferovic mit 1:0 (0:0) und dürfen nach dem 1:1 im Hinspiel auch in der kommenden Saison in der Eliteklasse spielen (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

"Wir waren in beiden Spielen besser. Für die Fans, für die Stadt, für uns alle ist es eine riesige Erleichterung. Kompliment an die Mannschaft und Kompliment an den Trainer. Niko Kovac hat das sehr, sehr gut gemacht. Ich hoffe, er bleibt bei der Eintracht", sagte der Torschütze bei Sky.

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"Ein Abstieg wäre tragisch gewesen. Ich bin so dankbar, wir waren in beiden Spielen die klar bessere Mannschaft. Ich bin total glücklich", sagte der scheidende Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Trainer Niko Kovac ergänzte erleichtert: "Gott sei Dank sind wir jetzt da, wo wir schon waren, in der ersten Liga. Mit dem Tor haben wir die gesamte Saison vergessen gemacht."

Der Eintracht-Trainer bestätigte zudem sein Verbleib in Frankfurt.

Enttäuschung bei Nürnberg

Der Club verpasste dagegen den achten Aufstieg seiner Geschichte und blickt aufgrund seiner angespannten Finanzlage schwierigen Zeiten entgegen. Ein neuer Anlauf zum achten Aufstieg wird nun ungleich schwerer. Die Franken plagen 16,2 Millionen langfristige Verbindlichkeiten, eine Etatkürzung ist notwendig, Leistungsträger werden den neunmaligen deutschen Meister verlassen.

Nürnberg-Verteidiger Miso Brecko zeigte sich enttäuscht, dass seine Mannschaft sich nicht mit dem Aufstieg belohnen konnte. "Wir wollten das gute Jahr mit einem guten Abschluss krönen, das hat leider nicht geklappt. Es ist ein schlechtes Gefühl", sagte Brecko.

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Nürnbergs Trainer René Weiler vermisste die Torgefahr bei seiner Mannschaft. "Wir waren über zwei Spiele hinweg die schlechtere Mannschaft, aber die Jungs haben alles versucht, aber wir konnten uns offensiv nicht durchsetzen. Wir konnten keine Torchancen herausspielen, da ist es auch schwierig, sich durchzusetzen und schlussendlich aufzusteigen", sagte der 42-Jährige.

Frankfurt fußballerisch besser

Die Frankfurter verdienten sich die Rettung mit der besseren fußballerischen Leistung und bescherten ihrem scheidenden Vorstandschef Heribert Bruchhagen zum Abschied ein Happy End. Die Nürnberger verließen sich in einem umkämpften, aber kaum einmal attraktiven Spiel zu sehr auf das Verteidigen ihres kleinen Vorteils - ihnen hätte ein 0:0 zur Krönung der Saison genügt.

Zu selten und nicht konsequent genug suchte die Mannschaft von Trainer René Weiler den Weg in die Offensive und wurde dafür in der 66. Minute bestraft. Seferovic drückte aus kurzer Entfernung ein Zuspiel von Mijat Gacinovic über die Torlinie.

Das Rückspiel war lange eine Kopie der Begegnung in Frankfurt: Der Club stand wie erwartet tief, wartete zehn Meter hinter der Mittellinie auf die Eintracht und lauerte auf Konter. Der Unterschied: Die Nürnberger hatten in der zwölften Minute ihre erste Chance überhaupt in der Relegation! Sebastian Kerk aber schoss die Hereingabe von Guido Burgstaller über das Tor.

Nürnberg etwas lebhafter

Auch wenn der Club vor 50.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena insgesamt etwas lebhafter wirkte und ein klein wenig mehr Offensivgeist zeigte als vier Tage zuvor, waren die Frankfurter erneut die aktivere Mannschaft.

Den ersten gefährlichen Schuss des agilen Seferovic musste Raphael Schäfer in der 34. Minute parieren. Bei einer Doppelchance von Seferovic und Hinspiel-Torschütze Gacinovic war er ebenfalls zur Stelle. Auch nach dem Wechsel schnürte die Eintracht die Franken teilweise in der eigenen Hälfte ein.

Eintracht-Trainer Niko Kovac hatte im Vergleich zum Hinspiel drei Änderungen vorgenommen. Der an einem Tumor erkrankte Marco Russ, vier Tage zuvor unglücklicher Eigentorschütze, fehlte gelb-gesperrt. Darüber hinaus saßen Torjäger Alex Meier und Stefan Aigner zunächst nur auf der Bank.

Stendera fällt aus

Dafür begannen Carlos Zambrano, Marc Stendera und Änis Ben-Hatira. Für Stendera war das Spiel nach einem Zusammenprall freilich schnell zu Ende: Er musste in der elften Minute ausgewechselt werden. Der Mittelfeldspieler habe sich vermutlich am Innen- oder Kreuzband verletzt, sagte Kovac.

Vor dem Spiel hatten sich erneut die Anhänger danebenbenommen - diesmal die der Eintracht. Beim Auflaufen der Mannschaften flogen Feuerwerksraketen auf das Spielfeld, Böller krachten, Bengalos wurden abgebrannt - die Südkurve war in dichten Rauch gehüllt. Später fackelten dann auch die Nürnberger Bengalos ab.

Der scheidende Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen sagte über die Frankfurter Anhänger bei Sky: "Unsere Fans machen uns manchmal Probleme, aber wenn es der Eintracht schlecht geht, stehen sie hinter dem Verein."

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