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Frankfurt am Main und München - Nürnbergs Keeper wählt nach dem Spiel heftige Worte, als er auf die Situation von Marco Russ angesprochen wird. Trainer Weiler wirft der Eintracht Inszenierung vor.

Raphael Schäfer und Rene Weiler haben nach dem Relegations-Hinspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg überraschend scharfe Worte für die Personalie Marco Russ gefunden.

"Ich glaube wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen", sagte Torhüter Schäfer nach der Partie bei Sky: "Von dem her war das schon eine sehr komische Meldung genau heute vor dem Spiel."

Trainer Weiler äußerte sich ähnlich kritisch: "Ich möchte zu dieser Dramatik nicht viel sagen. Ich finde diese Publikation dieser Geschichte nicht ideal. Ich finde, der Fußball darf auch nicht hinhalten für irgendwelche Inszenierungen", sagte Nürnbergs Trainer nach dem 1:1 in Frankfurt in der ARD: "Es tut mir leid, wenn er krank ist, das wünsche ich niemandem. Da möchte ich, dass er möglichst schnell wieder gesund wird. Aber dass man das am Spieltag kommuniziert, finde ich nicht ideal."

Schäfer entschuldigt sich

Noch in der Nacht zu Freitag ruderte Schäfer zurück: "Meine Worte waren dumm, dafür kann ich mich nur aufrichtig entschuldigen", heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

"Ich habe mich voreilig geäußert, ohne Bescheid zu wissen. So etwas darf mir nicht passieren, das ist absolut nicht in Ordnung." Er wünsche Russ das Allerbeste und sei sicher, dass er wieder gesund werde.

Auch Weiler relativierte auf der Club-Homepage seine zuvor getätigten Aussagen. "Meine Aussage sollte keinerlei Vorwurf Richtung Eintracht Frankfurt sein, sondern ging an diejenigen, die den Fußball als Bühne nutzen und mit so einer Nachricht mitten in der Nacht an die Öffentlichkeit gehen", wird Nürnbergs Trainer zitiert.

"Mir waren die Vorgänge bei der Eintracht nicht im Detail bekannt. Ich habe meine Aussage auch bei Marco Russ sowie den Frankfurter Verantwortlichen persönlich unmittelbar klargestellt."

Kovac wehrt sich

Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass Marco Russ an einer Tumorerkrankung leidet. Dies war nach einer Dopingprobe herausgekommen.

Frankfurts Trainer Niko Kovac wehrte sich in der ARD gegen die Vorwürfe: "Es ist nicht fair zu sagen, dass das von uns inszeniert war. Krankheiten kann man nicht inszenieren, Krankheiten kommen. Ich wünsche mir, dass viele Leute Marco die Empathie entgegen bringen, die ihm auch zusteht."

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Russ' Entscheidung überrascht Kovac

Die Dopingprobe war nach Frankfurts Spiel in Darmstadt am 30. April genommen worden - auch Kovac störte der Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Ergebnisses, allerdings aus anderen Gründen.

"Wir haben gestern das Ergebnis bekommen. Ich finde es schon merkwürdig, dass das drei Wochen dauert und das Ergebnis vom Spiel gegen Bremen (14. Mai) ist drei Tage später dagewesen. Das war sehr unglücklich", so Kovac: "Wir hatten gestern sicher alles andere als eine ruhige Nacht, weil wir lauter Presseberichte und alles Mögliche schreiben mussten. Das war bei weitem nicht das, was ich mir vorstelle."

Kovac zog vor Russ' Entscheidung, zu spielen, den Hut.

"Derjenige, der den Tumor hat, kann genau beschreiben, wie er sich fühlt. Ich bin überrascht über die Entscheidung von ihm gewesen, habe mich aber natürlich auch gefreut", sagte Kovac: "Er wollte sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Das hat er auch getan und auch eine ordentliche Leistung gezeigt."

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