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FC Augsburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Markus Weinzierl hat in Augsburg eine Ausstiegsklausel für die Champions League © Getty Images

München - Nach dem FC Schalke buhlt auch Borussia Mönchengladbach um Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. Dessen Vertrag enthält eine Ausstiegsklausel für die Champions League.

Man kann den Verantwortlichen des FC Ingolstadt nicht vorwerfen, zu zögerlich zu handeln.

Bis zum Schluss hatten die Bosse des Aufsteigers gehofft, Ralph Hasenhüttl würde seinen Vertrag verlängern. Am vergangenen Dienstag teilte der Erfolgscoach Sportchef Thomas Linke und Geschäftsführer Harald Gärtner aber mit, trotz seines Vertrages bis 2017 sofort zu RB Leipzig wechseln zu wollen.

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Die Bosse fielen aus allen Wolken – fanden aber dennoch schnell eine Lösung. Am Donnerstag einigte sich Linke mit Leipzig auf eine Ablöse für Hasenhüttl. Diese kann den Oberbayern nach SPORT1-Informationen im Optimalfall drei Millionen Euro in die Kassen spülen. Am Freitag dann bestätigte der FCI den Wechsel - und präsentierte gleich einen Nachfolger für Hasenhüttl. Markus Kauczinski kommt für zwei Jahre.

So schnell und reibungslos können Trainerwechsel in der Bundesliga vonstattengehen.

Weinzierl: Ausstiegsklausel für Champions League

Dass es auch anders geht, beweisen dieser Tage wieder einmal größere Klubs als Ingolstadt.

Im Mittelpunkt: Der FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Markus Weinzierl, derzeit noch Trainer beim FC Augsburg. Weinzierls Vertrag bei den bayerischen Schwaben läuft noch bis 2019, allerdings enthält dieser eine Ausstiegsklausel.

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Erhält Weinzierl ein Angebot eines Klubs, der in der Champions League spielt oder spielen wird, kann Weinzierl nach SPORT1-Informationen seinen Vertrag auflösen. Sein neuer Klub müsste in diesem Fall allerdings eine Ablöse nach Augsburg überweisen.

Derzeit kämpfen der FC Schalke und Borussia Mönchengladbach noch um den vierten Tabellenplatz in der Bundesliga, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt. Dennoch sind die aktuellen Trainer bei beiden nicht unumstritten - und bei beiden steht Weinzierl hoch im Kurs.

Schubert ist umstritten

Beim FC Schalke, der am Samstag auch noch den FC Augsburg empfängt (die große Bundesliga-Konferenz Samstag ab 14 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER), scheint sich die Zeit von Andre Breitenreiter nach nur einer Saison dem Ende zuzuneigen.

Dem früheren Paderborner wird vorgeworfen, die vielen Schalker Talente nicht entscheidend entwickelt und der Mannschaft keinen klaren Spielstil verpasst zu haben. Außerdem soll Bald-Manager Christian Heidel für den kompletten Neuanfang auch einen neuen Trainer verpflichten wollen: Weinzierl - der mit seiner aktuellen Mannschaft am Samstag seine eigene Zukunft beeinflussen kann.

Gewinnt Augsburg, verringert sich für Schalke die Chance auf die Champions League - und damit auch, Weinzierl zu bekommen.

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Im Hintergrund soll aber auch Gladbachs Manager Max Eberl längst an Weinzierl baggern. Das berichtet unter anderem die Bild. Andre Schubert stabilisierte Gladbach zwar nach dem überraschenden Rücktritt Lucien Favres und könnte die Fohlen zum zweiten Mal hintereinander in die Champions League führen, doch der frühere Paderborn- und St. Pauli-Coach ist intern nicht unumstritten.

Schon als Schubert im Herbst mit sechs Siegen startete, zögerte Eberl lange, dem Coach einen langfristigen Vertrag zu geben. Er ließ sich schließlich auch vom öffentlichen Druck und den Plädoyers aus der Mannschaft umstimmen, Schubert erhielt einen Vertrag bis 2017.

Allerdings wurde in der Rückrunde wieder Kritik laut an Schubert, der als unbequem gilt und schon mal aufbrausend sein kann.

Weinzierl kennt Eberl lange

Weinzierl dagegen gilt als umgänglicher Typ - und kennt Eberl bestens. Die beiden spielten einst gemeinsam in verschiedenen Jugendauswahlteams des bayerischen Fußballverbandes, mit Weinzierls Manager und Berater Roman Grill spielte Eberl zusammen bei den Amateuren des FC Bayern.

Schon im September, nach Favres überraschendem Rücktritt, versuchte Eberl, seinen Kumpel Weinzierl nach Gladbach zu lotsen. Nun soll er einen neuen Anlauf unternommen haben. Eberl dementierte am Freitag freilich, auf Trainersuche zu sein: "Andre ist unser Trainer, er macht eine sehr gute Arbeit. Es ist sehr mühsam, immer wieder das Gleiche kommentieren zu müssen", sagte er.

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Dennoch scheinen Schalke und Gladbach im Schlussspurt der Bundesliga nicht nur Konkurrenten um Platz vier - sondern auch um ihren Wunschtrainer. Weinzierl selbst kann in dieser Ménage-à-trois einstweilen in Ruhe abwarten, welcher Buhler sich für die Champions League qualifiziert.

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