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Statt Trainer Viktor Skirpnik (l.) muß nun Werder-Manager Thomas Eichin den Verein verlassen © Imago

München - Viktor Skripnik gewinnt den Machtkampf gegen Thomas Eichin, Werder Bremen vertraut noch mehr auf seine ehemaligen Helden. SPORT1 zeigt, was hinter der Entscheidung steckt.

Werder Bremen stellt sich neu auf und wirft Manager Thomas Eichin raus. Damit endet eine monatelange vereinsinterne Auseinandersetzung.

Eichins Nachfolger Frank Baumann tritt seinen Dienst in der kommenden Woche an. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was wird Eichin vorgeworfen?

Er wollte Trainer Viktor Skripnik loswerden und scheiterte. Schon nach dem 1:2 gegen Augsburg im April suchte Eichin die Entscheidung, doch der Aufsichtsrat mit Marco Bode an der Spitze hielt zu Skripnik.

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Eichin gab Skripnik nie eine Jobgarantie über die Saison hinaus, sondern gab nur bekannt, man müsse "Gespräche abwarten". Nach dem Klassenerhalt nahm er einen neuen Anlauf, wieder hatte Skripnik die bessere Position. Dass er den Ukrainer, insgesamt schon seit 20 Jahren im Verein, öffentlich so zu demontieren versuchte, nahmen ihm viele übel.

Am Ende gehörte er eben doch nie wirklich zur viel zitierten Werder-Familie. Zwar sagte Bode: "Ich sehe Werder nicht als Familie, die niemanden hineinlässt, sondern wir wollen kreative Einflüsse zulassen." Allerdings ist man jetzt wieder ganz unter sich.

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Wie ist seine Bilanz?

Hinzu kommen bei Eichin einige mindestens unglückliche Personalentscheidungen. Im Februar 2013 trat er sein Amt als Nachfolger von Klaus Allofs an, drei Monate später musste Trainerlegende Thomas Schaaf gehen, einen Spieltag vor dem Ende.

Angeblich "einvernehmlich", doch auch hier waren viele bei Werder wütend über Eichins Rolle. Dass er danach Robin Dutt zum neuen Trainer machte, ist für viele Bremer Fans allein schon ein Grund, ihn rauszuwerfen.

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Auf der anderen Seite brachte er dem Verein mit einem Sparkurs wieder schwarze Zahlen, das honorieren die Anhänger. So mancher ist sauer, dass jetzt jeglicher Einfluss von außen fehlt. Am Ende hatte Eichin zu wenige Fürsprecher in Bremen. Und trotz guter Transfers wie Jannik Vestergaard, Anthony Ujah oder Papy Djilobodji schaffte er es nicht, den Kader dauerhaft zu verbessern.

Was hat Baumann vorzuweisen?

Ihm helfen in erster Linie seine zehn Jahre als Spieler bei Werder und sein gutes Verhältnis zu Bode. Beides wichtige Faktoren bei seiner Rückkehr.

Nach der vergangenen Saison verließ er nämlich den Verein und nahm eine Auszeit - wohl auch wegen Differenzen mit Eichin. Bis dahin hatte Baumann bereits sechs Jahre lang im Bremer Management gearbeitet, erst als Allofs' Assistent, dann als Direktor Profifußball und Scouting.

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Baumanns neue Rolle führt ihn in die erste Reihe, diese Verantwortung kennt er noch nicht. Es muss sich erst zeigen, wie er die Erfahrung im Hintergrund und seine Weiterbildung zum Sportfachwirt umsetzt. "Welche Vorstellungen Frank in Gestaltung seines Teams hat, entscheidet er", versprach Bode.

Die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats dürfte ihm anders als Eichin sicher sein.

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Was bedeutet die Entscheidung für Skripnik?

Er hat seinen Job fürs Erste sicher. An den entscheidenden Stellen im Verein sitzen jetzt ehemalige Mitspieler von Skripnik. Allerdings sagte Bode zunächst: "Ich kann die Trainerfrage nicht beantworten, dass ist Aufgabe von Frank Baumann."

Von 1999 bis 2002 liefen er, Baumann und Bode zusammen für Werder auf, die Identifikation ist entsprechend hoch. Und bei den Fans ist diese Lösung ebenfalls populär.

Noch beliebter bei Werder ist allerdings Skripniks Co-Trainer Torsten Frings. Mit dem ehemaligen Nationalspieler sitzt der künftige Chef wohl schon auf der Bank. Noch ist das kein Problem für Skripnik.

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