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Uli Hoeneß steht vor einer Rückkehr als Präsident des FC Bayern
Uli Hoeneß steht vor einer Rückkehr als Präsident des FC Bayern © Getty Images

München - Der Countdown läuft: Uli Hoeneß soll wieder der starke Mann beim FC Bayern werden. SPORT1 beleuchtet die Rückkehr und beantwortet die wichtigsten Fragen.

"Das war's noch nicht!" Vier Wörter. Vier Ausrufezeichen von Uli Hoeneß vor seiner Inhaftierung bei der außerordentlichen Hauptversammlung des FC Bayern am 2. November 2013.

Jetzt steht wohl endgültig fest: Das war's - wirklich - noch lange nicht!

Die Rückkehr des Klub-Patriarchen an die Vereinsspitze steht unmittelbar bevor. Schon lange kein Gerücht mehr: Hoeneß will nicht nur wieder Präsident des Vereins, sondern auch erneut Aufsichtsratsvorsitzender der Aktiengesellschaft werden. Der Big Boss greift mit 64 Jahren noch einmal voll an. In absehbarer Zeit will er sich dazu endgültig erklären.

SPORT1 beleuchtet die Vollgas-Rückkehr von Uli Hoeneß und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie haben die vergangenen Wochen von Uli Hoeneß ausgesehen?

Der Boss zog sich mit seiner Familie an seinen geliebten Sommer-Urlaubsort Antibes (12 Kilometer von Cannes entfernt, Anm. d. Red.) zurück. In Südfrankreich feierte er mit Gattin Susi deren Geburtstag.

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Tochter Sabine und Sohn Florian waren ebenfalls mit dabei. Auch Bruder Dieter, Ex-Hertha-Manager, besuchte den 64-Jährigen für ein paar Tage.

Dieses Wochenende kehrt er zurück nach Bad Wiessee. Bereits im Vorfeld soll Hoeneß bei mehreren Vertrauten Signale für seine geplante Rückkehr gesendet haben.

Unmittelbar nach der EM steht für den langjährigen FCB-Manager ein weiterer wichtiger Termin an: Er ist zur Hochzeit von Bastian Schweinsteiger mit Tennis-Star Ana Ivanovic eingeladen.

Wie ist das Verhältnis zu Boss Karl-Heinz Rummenigge?

Nach den unglücklichen Zwischentönen bei der Rückhol-Aktion von Mats Hummels ("Wenn einer an die Tür klopft, dann wird der FC Bayern schlecht beraten sein, die Tür nicht aufzumachen.") und dem öffentlichen Konter von Rummenigge ("Uli hat vielleicht was falsch verstanden.") war die öffentliche Meinung: Rummenigge und Hoeneß können nicht mehr miteinander.

Ein Irrglaube. Unmittelbar vor Hoeneß' Urlaubsantritt sprachen sich die beiden Big Player des FC Bayern im Vorstandsbüro von Rummenigge aus - alle Ungereimtheiten und Missverständnisse wurden ausgeräumt.

Rummenigge und Hoeneß werden - mit den üblichen kleinen Reibereien, die es auch in der Vergangenheit immer gab - den Tanker FC Bayern wieder gemeinsam durch die große Welt steuern.

Was sind die ersten Aufgaben für Uli Hoeneß?

Seine öffentlichen Andeutungen im März, er hätte einige Entscheidungen bei den Basketballern anders getroffen, waren das Signal: Ab sofort entscheidet Hoeneß wieder, was bei den Basketballern passiert.

Uli Hoeneß schaute sich zuletzt das Pokalfinale zwischen Bayern und ALBA im Audi Dome an
Allzu viel Freude hatte Uli Hoeneß an "seinen" Bayern-Basketballern zuletzt nicht © Getty Images

Er war schon zu seiner Freigänger-Zeit oft im Audi Dome zu Gast - und hat dort den "Niedergang" seiner Basketballer miterleben müssen. 2014 noch Meister, zogen die Brose Baskets Bamberg wieder scheinbar mühelos vorbei.

"Die Bayern werden nicht tatenlos zusehen, wie wir Meistertitel in Serie holen. Das passt nicht zum Selbstverständnis dieses Klubs. Vor allem, wenn Uli Hoeneß wieder das Sagen hat", fürchtet Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer.

In den kommenden Tagen soll sich Hoeneß mit Coach Svetislav Pesic treffen und die Zukunft mit dem Meistermacher von 2014 klären. Dieser absolviert aktuell seine Reha nach einer Meniskus-Operation im Medical Park in Bad Wiessee - nur wenige hundert Meter von Hoeneß' Haus entfernt.

Wie sind die Machtverhältnisse beim FC Bayern?

Rummenigge bleibt als Vorstandsvorsitzender der Big Player des FC Bayern. Vor allem in Sachen Internationalisierung und für die internationalen wie nationalen Medien ist der ehemalige Weltklasse-Stürmer für den deutschen Rekordmeister unersetzbar.

Rummenigges Vertrag wurde kürzlich bis 2019 verlängert.

Sollten die Mitglieder Hoeneß wieder zum Präsidenten wählen, was als sehr wahrscheinlich gilt, wird dieser wie in der Vergangenheit agieren: direkt, hemdsärmelig, im Klartext-Modus.

Er würde aber in den kommenden Wochen auch ohne offiziellen Titel mitmischen. Im Juniorenbereich gibt es viel zu tun, bis auf die U17 enttäuschte der Nachwuchs wieder vollends.

Wie aktiv der 64-Jährige auch jetzt schon wieder bei den Profis mitmischt, beweist die Tatsache, dass er bei der einen oder anderen Vertragsverlängerung mit den wichtigen Eckpfeilern zuletzt schon voll involviert gewesen sein soll.

Wie sieht das künftige Präsidium aus?

Karl Hopfner, über Jahrzehnte der "Herr der Zahlen" und am 2. Mai 2014 zum Präsidenten gewählt, hat bereits bei seiner Wahl angekündigt, den Weg für Hoeneß frei zu machen, sollte dieser zurückkehren wollen.

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Die Mitgliederversammlung könnte sogar schon vor November stattfinden. Hopfner, dessen Verhältnis zu Hoeneß weiter intakt ist, würde wieder ins zweite Glied rücken, dürfte Vize-Präsident werden. Zweiter Vize könnte Dieter Mayer werden.

Offen ist die Zukunft von Rudolf Schels, der aktuell auch im Aufsichtsrat sitzt.

Hoeneß will zudem auch wieder Aufsichtsratsvorsitzender werden, Hopfner wäre dann Mitglied des Aufsichtsrates. Stellvertreter wären weiterhin Herbert Hainer (Adidas) und Rupert Stadler (Audi).

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