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Marco Reus kommt wegen diverser Verletzungen auf erst 29 Länderspiele © Getty Images

München - Um Marco Reus herum bricht gerade einiges zusammen. Der Dortmunder flieht nach seinem EM-Aus in den Urlaub – danach drohen weitere Schmerzen und Frust.

Kaum eine andere Berufsgruppe fliegt so oft so traurig in den Urlaub wie Profifußballer.

Marco Reus teilt dieses Schicksal in diesem Sommer mit Ilkay Gündogan und auch mit den von Joachim Löw aussortierten Julian Brandt, Sebastian Rudy und Karim Bellarabi. Doch keinen trifft es gerade so hart wie den Dortmunder.

Reus' Welt gerät durcheinander

Am Dienstagnachmittag machte er sich von Mailand aus auf in die Heimat, wo ihn seine Familie erwartete. In Reus' beruflicher Welt ist in den vergangenen Wochen einiges durcheinandergeraten mit dem EM-Aus wegen einer Entzündung des Schambeins als gnadenlosem Höhepunkt.

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Nachdem der Offensivspieler mit Dortmund in der abgelaufenen Saison zwar um drei Titel mitspielte, letztlich aber weiter keine große Trophäe gewonnen hat, freute sich Reus auf die Herausforderung mit der Nationalmannschaft in Frankreich.

Jetzt steht er in seiner Karriere bei immer noch nur einem großen Turnier und null großen Titeln. Und keiner seiner Dortmunder Star-Kollegen tat es ihm vertragsmäßig gleich: Mats Hummels ist weg, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan wahrscheinlich auch.

Gedanken um die Zukunft in Dortmund

Reus muss sich mit jetzt 27 Jahren ernsthafte Gedanken um seine Zukunft machen. Spaßig ist das nicht gerade in diesem Fall. Wann er wieder voll trainieren kann, ist zunächst völlig offen. Die Rede ist von zwei Monaten, doch das ist bei Schambeinverletzungen nie genau zu prognostizieren.

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Viele Muskeln und Bänder ziehen an dem kleinen Knochenstück in der Mitte des Körpers, bereits ein kleines Ungleichgewicht hat schlimme Folgen. Die Physiotherapeuten des DFB behandelten Reus im Trainingslager in Ascona stundenlang, jeden Tag, doch im Grunde hilft in so einem Fall nur Ruhe.

Und auch dann gibt es keine Garantie. Erst bei voller Belastung wird klar, ob Reus wieder soweit ist, die Schmerzen können schnell zurückkommen. Der Ex-Bremer Ümit Davala musste seine Karriere deshalb letztlich beenden, Mario Götze und Arjen Robben erlitten jeweils Rückschläge bei Comebackversuchen.

In Reus' Umfeld ist man allerdings zuversichtlich, dass er zum Saisonstart wieder fit sein wird.

Reus verpasst Vorbereitung

Doch auch wenn es bei zwei Monaten bleibt: Reus verpasst auf jeden Fall den entscheidenden Teil der Vorbereitung und damit auch den Beginn der kommenden Saison. Dortmunds Coach Thomas Tuchel wird ihn mit dieser Erfahrung noch sparsamer einsetzen als bisher.

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Reus wünscht sich beim BVB ohne Hummels noch mehr Vertrauen und Verantwortung, doch gerade vertraut er nicht mal seinem eigenen Körper. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc werden Reus gut zureden und ihm eine Perspektive bieten müssen.

Seine Karriereplanung lief seit seinem Weggang aus Dortmund mit 16 Jahren zunächst sehr geradlinig, über Ahlen und Gladbach zurück zum BVB, immer einen Schritt weiter und höher.

Nach vier Profijahren in Dortmund ist er angesichts seines Könnens aber noch immer unvollendet.

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