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Lippstadt - Die erneute Verletzung von Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben überschattet das Debüt von Trainer Carlo Ancelotti. Dem Niederländer droht die nächste Zwangspause.

Am Sonntag folgte die Gewissheit: Arjen Robben muss erneut eine Verletzungspause einlegen. Sechs Wochen sind es diesmal. Mindestens.

Damit wird Robben dem FC Bayern München zum Start in die neue Saison definitiv nicht zur Verfügung sthen.

"Der FC Bayern muss vorerst auf die Dienste von Arjen Robben verzichten. Der Niederländer zog sich im Testspiel gegen Lippstadt am Samstag eine Muskelverletzung im Bereich der rechten Adduktoren zu. Das ergab eine eingehende Untersuchung durch die medizinische Abteilung des Rekordmeisters am Sonntagvormittag. Robben wird voraussichtlich sechs Wochen ausfallen", teilte der FC Bayern mit.

Es ist wohl die gleiche Verletzung, die Robben erst in der vergangenen Saison lange Zeit auf Eis gelegt hatte.

Damit haben sich die Befürchtungen beim knappen 4:3 gegen den ostwestfälischen Oberligisten SV Lippstadt bestätigt.

Trainer Carlo Ancelotti hatte sich sein Debüt sicher anders vorgestellt.

Robbens erster Einsatz seit mehr als vier Monaten

In der 35. Minute hatte es den Flügelflitzer erwischt: ein kurzer Antritt, der Griff an die Leiste - das vorzeitige Aus für den Niederländer. "Nicht schon wieder", stöhnte ein Fan auf der Tribüne.

Der wohlwollende und aufmunternde Applaus war ein schwacher Trost für den gebeutelten 32-Jährigen, der erst kürzlich nach einer Adduktorenverletzung, die er am 5. März erlitten hatte, zurückgekehrt war.

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Die Partie in Lippstadt war Robbens erstes Spiel seit gut vier Monaten.

Nun folgt die nächste Leidenszeit.

Und ein denkbar schlechter Start in die neue Saison.

Keine Saison ohne Verletzung

Robben, der ewige Patient. Seit 2007 hat er keine Saison ohne schwerwiegende Verletzung absolviert.  Die Verletzungsanfälligkeit des Tempodribblers zieht sich durch seine jüngere Karriere.

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"Ich muss fit werden und fit bleiben, dafür tue ich alles", hatte er erst vor anderthalb Wochen im SPORT1-Interview erklärt. Dafür war er auch eine Woche vor dem offiziellen Trainingsstart in die Saisonvorbereitung eingestiegen.

"Das ist bitter, sehr bitter", fasste FCB-Kapitän Philipp Lahm den herben Rückschlag beim Robben-Comeback in Worte. "Wer Arjen kennt, der weiß, wie gerne er auf dem Fußballplatz steht und auch solche Testspiele hat", meinte Lahm.

Impulsgeber fehlt dem Offensivspiel

Die Spielfreude war dem Offensivspieler mit dem starken linken Fuß in Lippstadt von Beginn an anzumerken. Die 1:0-Führung hatte er vorbereitet, das 2:0 nach herrlicher Einzelleistung selbst markiert.

Ohne Robben fehlte dem um einige Juniorenspieler ergänzten Team ein wichtiger Impulsgeber im Spiel nach vorn.

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"Er hat heute auch wieder gut gespielt und ist gut reingekommen. Er geht nicht einfach so raus", stellte Lahm fest.

Karl-Heinz Rummenigge meinte nach dem Spiel in Lippstadt noch: "Ich wünsche ihm zumindest keine lange Verletzungspause, die können wir jetzt nicht gebrauchen." Die Saison gehe ja erst am 26. August los, so Rummenigge weiter: "Wir hoffen, dass er bis dahin zurück ist."

Diese Hoffnung hat sich zerschlagen.

Frustrierter Robben

Und Robben?

War sichtlich frustriert.

Mit dem Telefon am Ohr verschwand er nach dem Spiel im Bayern-Bus. Redebedarf hatte er nur mit seinen engsten Vertrauten.

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