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München und Schanghai - Mit der Gala gegen Manchester United setzt Borussia Dortmund ein Ausrufezeichen. Nicht nur Neuzugang Dembele könnte bei der Bayern-Jagd zum Trumpf werden.

Luke Shaw lief ins Leere, Marcos Rojo setzte sich ehrfürchtig auf den Hosenboden und Torhüter Sergio Romero blickte dem Ball nur staunend hinterher: Mit seinem Traumtor krönte Borussia Dortmunds Ousmane Dembele den 4:1-Testspielsieg gegen Manchester United.

Der BVB fertigte ManUnited um Startrainer Jose Mourinho zum Auftakt des International Champions Cup (LIVE auf SPORT1) ab. "Dortmund hat seine gute Qualität gezeigt", stellte Mourinho hinterher anerkennend fest.

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Eine sportliche Demonstration zu einem so frühen Zeitpunkt der Vorbereitung. Die Schwarz-Gelben haben aus Fernost ein deutliches Signal in die Heimat gesendet: Hier bringt sich ein ernster Kontrahent des FC Bayern München im Kampf um die Meisterschaft in Stellung.

Darum wird der BVB im Titelrennen ein gehöriges Wörtchen mitreden:

In der Breite stärker aufgestellt

Der Kader ist nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ gewachsen. Einen Tag nach der Rückkehr von Mario Götze vermeldeten die Dortmunder auch in Sachen Andre Schürrle Vollzug.

"Von der Qualität her weiß man, was die Jungs draufhaben", sagte Sebastian Rode im Klub-TV BVB total. "Jetzt müssen sie es nur noch bei uns auf den Platz bekommen." (Hintergrund: Darum passt Schürrle zum BVB)

Die Transfers für 25 Millionen (Götze) und 30 Millionen Euro (Schürrle) werden durchaus von Bedenken begleitet. "Mario hat sich für den schweren Weg entschieden", sagte Trainer Thomas Tuchel. "Doch er wollte in diese Atmosphäre zurück und sich selbst wieder auf höchstes Niveau bringen."

Youngster mit viel Potenzial

Auch ohne die beiden jüngsten Neuzugänge, die noch im EM-Urlaub weilen, stellt Tuchels Mannschaft bereits ihr hohes Niveau unter Beweis.

Torschütze Dembele ist dabei nur einer der vielen Hoffnungsträger. Die anderen vielversprechenden Talente neben dem 19-Jährigen heißen Emre Mor (18 Jahre) und Mikel Merino (20). Beide haben in der Vorbereitung bereits angedeutet, was sie drauf haben. 

Nicht zu vergessen: Europameister Raphael Guerreiro. Von den Fähigkeiten des Portugiesen konnte sich jeder in Frankreich selbst ein Bild machen.

Die Last der Abgänge von Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan soll auf mehrere Schultern verteilt werden. Neben den Neuzugängen stehen auch die gestandenen Dortmunder in der Pflicht.

Und einer, der nach einem schwierigen ersten Jahr möglicherweise die Hauptlast tragen könnte.

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Spätstarter Castro als Trumpf

Die Rede ist von Gonzalo Castro. Als variabler Sechser, Achter, Zehner könnte der Mittelfeld-Allrounder zu einer zentralen Figur in Tuchels System werden.

Mit einem starken Auftritt gegen United lieferte Castro den Beweis, dass er den gestiegenen Anforderungen durchaus gewachsen ist. Mit seinen zwei Treffern war er neben Dembele der herausragende Mann auf dem Platz.

"Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein, aber in der Vorbereitung darf man sich davon nicht zu sehr blenden lassen", sagte Castro bei BVB total.

Die Frühform der Schwarz-Gelben ist dennoch beeindruckend: Die einzige Niederlage in der Vorbereitung kassierte Tuchels Team beim 0:1 gegen 1860 München, wobei viele Stars wie zum Beispiel Pierre-Emerick Aubameyang geschont wurden.

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Der jüngste Erfolg über United war für Tuchel jedenfalls die Bestätigung für die bislang geleistete Arbeit. "Wir sind sehr zufrieden, wie wir heute gespielt haben", sagte der 42-Jährige, "aber es gibt noch viele Dinge zu verbessern. Wir sind auch erst in der dritten Woche. Wir haben noch einen Weg zu gehen."

Ein Weg, der womöglich noch ein sehr erfolgreiches Ende nehmen wird.

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