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Trotz eines Versprechens von Hans-Joachim Watzke lässt Borussia Dortmund Henrikh Mkhitaryan ziehen. Der BVB-Boss prophezeit den größten Umbruch seit zehn Jahren.

Nach den Abgängen von Henrikh Mkhitaryan (zu Manchester United), Mats Hummels (FC Bayern München) und Ilkay Gündogan (Manchester City) hat Borussia Dortmund zwar mehr als 100 Millionen Euro eingenommen, aber auch an sportlicher Qualität verloren.

"Es ist fraglos der größte Umbruch der vergangenen zehn Jahre", bekannte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei der dpa. Der Verlust der drei wesentlichen Stützen der Mannschaft wird nicht spurlos am Vizemeister vorbeigehen. Dies ist Watzke bewusst.

Obwohl der Personaletat mittlerweile auf über 100 Millionen Euro gestiegen sei, könne der BVB mit den größten europäischen Topklubs noch immer nicht mithalten: "Deshalb leisten wir diese Sisyphos-Arbeit. Wir müssen immer wieder den großen Stein nach oben rollen, und irgendwann fällt er eben - wenn uns ein Spieler verloren geht - wieder ein Stück weit runter", führte der 57-Jährige in der Sport Bild weiter aus.

Watzke erklärt Mkhitaryan-Verkauf

Watzke hatte vergangenen Winter versichert, dass Borussia Dortmund "garantiert" nicht alle drei Leistungsträger verkaufen würde. Im SPORT1-Interview vor dem Finale im DFB-Pokal gegen den FC Bayern hatte Watzke dann versprochen, dass man Mkhitaryan nicht ziehen lassen werde

Nun aber ist auch dieser weg. Der Armenier und dessen Berater Mino Raiola hatten den BVB monatelang hingehalten, bei den Vertragsverhandlungen immer wieder neue Forderungen gestellt und schließlich auf einen Wechsel zu Man United gewissermaßen bestanden.

Watzke zu seiner Kehrtwende: "Erstens hatte ich nicht daran geglaubt, dass wir für einen Spieler mit einem nur noch für ein Jahr gültigen Vertrag ein so werthaltiges Angebot bekommen. Zweitens hat es in der jüngeren Vergangenheit auch neue sportliche Eindrücke gegeben", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund der Bild. United soll 42 Millionen Euro für Mkhitaryan bezahlt haben, um ihn aus seinem bis 2017 laufenden Vertrag herauszukaufen.

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Watzke begründet gebrochenes Versprechen

Die "neuen sportlichen Eindrücke", sind offensichtlich ein Grund für den Transfer des Mittelfeldspielers. Beim Endspiel in Berlin war Mkhitaryan nicht bereit gewesen, einen Elfmeter zu schießen. Zudem hatte der Armenier mehrere Tormöglichkeiten vergeben. 

"Wenn man trotz neuer Entwicklungen stur bei einer Einschätzung bleibt, ist man schnell festgefahren. Da lasse ich mir lieber einmal den Vorwurf der falschen Einschätzung gefallen", fügte Watzke hinzu. 

Offenbar hatte auch der Spieler bis zum Winter einen falschen Eindruck erweckt. "Damals hatte ich aufgrund der Gespräche mit Henrikh Mkhitaryan den festen Eindruck gewonnen, dass er bei uns bleibt. Einen Wechsel hielt ich für ausgeschlossen. Das war eine falsche Einschätzung, dazu stehe ich", führte der 57-Jährige weiter aus.

Situation bei Aubameyang anders

Watzke machte den BVB-Fans Hoffnung, dass zumindest Pierre-Emerick Aubameyang, der mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wird, dem Vizemeister treu bleibt.

"Wir brauchen nicht über Aubameyang zu reden. Er hat einen Vertrag bis 2020. Die Ausgangssituation ist also eine völlig andere", stellte Watzke klar. Zudem versprach Watzke in Bild, dass für die Offensive noch neue Spieler kommen sollen.

Bisher verpflichtete der BVB für die kommende Saison Verteidiger Marc Bartra vom FC Barcelona, den portugiesischen Außenverteidiger Raphael Guerreiro vom FC Lorient, die Mittelfeldspieler Sebastian Rode vom FC Bayern und Mikel Merino von Osasuna und die beiden Flügelstürmer Ousmane Dembele von Stade Rennes und Emre Mor aus Nordsjaelland.  

Götze-Rückkehr weiterhin kein Thema

Eine Rückkehr von Nationalspieler Mario Götze werde derzeit nicht diskutiert: "Es gibt eine klare Aussage von Mario, dass er nächste Saison bei den Bayern bleiben will. Solange es keine neue Entwicklung gibt, beschäftigen wir uns nicht mit diesem Thema."

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