Video

Bläh-EM und Sponsoren-Zoff: Karl-Heinz Rummenigge, Boss des FC Bayern, holt zum Rundumschlag gegen FIFA, UEFA und DFB aus. Auch Seifert kriegt sein Fett weg.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat dem Weltverband FIFA und dem Europaverband UEFA neuen Zoff mit den europäischen Spitzenklubs angekündigt.

"Ich habe bald einen Termin mit der Spieler-Gewerkschaft FIFPRO. Wir Klubs werden auch im Sinne der Spieler nicht mehr akzeptieren, dass Turniere weiter aufgebläht werden. Es gibt eine dramatische Entwicklung bei den Wettbewerben der Nationalmannschaften. Das muss korrigiert werden. Es wird eine Initiative geben, die weder der UEFA noch der FIFA gefallen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters der Bild am Sonntag.

DFB "größter Konkurrent im Sponsoring"

Aber auch mit dem DFB gäbe es Gesprächsbedarf, wie der 60-Jährige am Rande der US-Tour der Bayern erläuterte.

"Unser größter Konkurrent im Sponsoring ist nicht Borussia Dortmund - sondern die deutsche Nationalmannschaft! Wir bezahlen die Spieler mittlerweile in einer noch vor zehn Jahren nicht vorstellbaren Höhe. Und der DFB und alle anderen Verbände nutzen unsere Spieler für Länderspiele und Sponsoren-Termine", sagte Rummenigge.

Video

Er ergänzte kämpferisch: "Wir haben einen wichtigen Vertrag mit unserem Gesellschafter Audi. Während der EM wurde aber beim DFB die gesamte Klaviatur von Mercedes Benz hoch und runter gespielt – mit unseren Spielern! Das kann und wird in Zukunft nicht mehr funktionieren. Wir werden die Verbände im Zweifel an die Rechtslage und ihre Verantwortung erinnern."

Schwächen wolle er die DFB-Auswahl aber nicht. Deswegen werde auch nicht darüber diskutiert, künftig keine Spieler mehr abzustellen: "Das wäre falsch. Ich habe selber 95 Länderspiele gemacht und weiß, welchen Wert die Nationalelf für jedes Land hat. Den Wert sollte niemand mindern. Aber: Die Verbände tragen bei den Spielern keine Gehaltskosten."

Rummenigge gegen Super League

Noch wichtiger ist Rummenigge aber, dass FIFA und UEFA ihre Turniere nicht noch weiter aufblähen: "Die EM hat es zum Beispiel gezeigt. Es war keine kluge Entscheidung, das Teilnehmerfeld auf 24 Mannschaften zu vergrößern. Es ging dabei um Politik, um Finanzen, und so etwas führt zu immer mehr Spielen, zu immer größeren Belastungen für die Spieler."

Dies würden sich die Klubs nicht länger gefallen lassen, so Rummenigge.

Video

Gleichzeitig sprang Rummenigge aber auch der UEFA zur Seite, indem er die Gründung einer neuen europäischen Super League, in der nur absolute Spitzen-Klubs spielen und milliardenschwer vermarktet werden sollen, für die nähere Zukunft nahezu ausschloss: "Es gibt sicher noch Bestrebungen gewisser Leute und Klubs in diese Richtung. Wir haben ein bewährtes System mit den nationalen Ligen und darüber die Europa und die Champions League. Ich glaube, alle großen Klubs tun gut daran, konstruktiv mit der UEFA zusammenzuarbeiten. Und umgekehrt."

Angriff auch auf DFL-Boss Seifert

Generell scheint Rummenigge gerade in Angriffslaune. In einem Interview mit Sky bekommt nämlich auch DFL-Boss Christian Seifert sein Fett weg. Grund ist dessen Drohung, Bayern-Gegner zu bestrafen, die mit B-Mannschaften gegen ihn auflaufen.

"Ich glaube, dass er nicht der Staatsanwalt der Bundesliga ist, insofern würde ich ihn bitten, mit solchen Aussagen vorsichtig zu sein", sagte Rummenigge dazu: "Es interessiert mich nicht, das ist die Kompetenz des gegnerischen Trainers, wie er seine Mannschaft aufstellt."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel