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Marco Reus, Andre Schürrle und Mario Götze
Wohl bald in Dortmund vereint: Marco Reus (l.), Andre Schürrle (M.) und Mario Götze © Imago

München - Erst Mario Götze, jetzt auch noch Andre Schürrle. Der BVB sorgt auf dem Transfermarkt für Aufsehen. SPORT1 erklärt, warum der Schürrle-Deal für beide Seiten Sinn ergibt.

Erst Mario Götze am Donnerstag, einen Tag später Andre Schürrle: Der BVB hat binnen zwei Tagen mit zwei Großtransfers Nägel mit Köpfen gemacht. Gemeinsam mit Marco Reus könnten die Nationalmannschaftskollegen und Kumpels in Dortmund bald ein magisches Dreieck bilden.

Bisher wird die Rückholaktion von Götze und der Transfer von Schürrle aber von viel Skepsis begleitet. 25-Millionen-Transfer Götze saß in München meist nur auf der Bank, klar. Und 30-Millionen-Mann Schürrle?

Der 25-Jährige schaffte nach seinem kometenhaften Aufstieg in Mainz und zwei guten Jahren in Leverkusen beim FC Chelsea nie den Durchbruch. Vor eineinhalb Jahren kehrte Schürrle in Wolfsburg in die Bundesliga zurück - ohne für die ganz großen Glanzlichter zu sorgen.

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Was also verspricht sich der BVB von Schürrle? Und umgekehrt: Ist der gut besetzte Dortmunder Kader das richtige Pflaster für den Nationalspieler, um seiner Karriere neuen Schwung zu verpassen?

SPORT1 nennt fünf Gründe, warum der Schürrle-Deal für beide Seiten sinnvoll ist.

1. Faktor Kumpels

In Sachen Personal taten die Dortmunder vorab einiges, um Schürrle den Wechsel zu Schwarz-Gelb schmackhaft zu machen. Marco Reus war ohnehin schon da, seit Donnerstag stand auch die Rückkehr von Mario Götze fest.

Neben einer gemeinsamen WhatsApp-Gruppe verbringen die drei Kumpels auch im echten Leben möglichst viel Zeit miteinander. Während der EM wurden Götze und Schürrle des Öfteren Seite an Seite gesehen, verbrachten anschließend gemeinsam mit ihren Freundinnen Ann-Kathrin Brömmel und Montana Yorke den Urlaub zusammen.

2. Faktor Trainer

Wohl kein Trainer kennt Schürrle so gut wie Thomas Tuchel: Gemeinsam gewannen die beiden schon 2009 mit der Mainzer A-Jugend die deutsche Meisterschaft - übrigens im Finale gegen den BVB um Götze.

In der darauffolgenden Saison zog Tuchel den damals gerade 19-Jährigen mit hoch zu den Profis und setzte den Bundesliga-Neuling direkt in 33 von 34 möglichen Spielen ein.

Thomas Tuchel und Andre Schürrle in Mainz
Thomas Tuchel (l.) und Andre Schürrle arbeiteten schon bei der Mainzer A-Jugend zusammen © Imago

Ein Jahr später trug Schürrle als wichtiger Bestandteil der Mainzer Boyband um Lewis Holtby und Adam Szalai mit vier Treffern zum historischen Saisonstart mit sieben Siegen in Serie bei - am Ende der Spielzeit standen 15 Tore und der Wechsel zu Bayer Leverkusen zu Buche.

"Andre hat absolut die Fähigkeit, den Weg in die Weltklasse zu schaffen", sagte Tuchel kurz vor Schürrles Abschied aus Mainz und zeigte sich "traurig, dass Andre uns schon nach der Saison verlässt".

Nun ist die Reunion perfekt. Ob es Tuchel gelingt, Schürrles Fähigkeiten wieder mehr zum Vorschein zu bringen?

3. Faktor Spielweise

Dass Schürrle bereits über Jahre hinweg mit Tuchel zusammengearbeitet hat, ist dabei sicherlich kein Nachteil. Sowohl für Schürrle, als auch für den BVB.

Auch wenn Tuchel mit den in ihren Spielen meist dominanten Dortmundern zwangsläufig einen anderen Fußball spielen lässt, als er es zu Mainzer Zeiten tat - in den Grundzügen ist der 42-Jährige seiner Taktik treu geblieben.

Dazu gehört unter anderem auch, bei Ballgewinn blitzschnell umzuschalten, um einen möglichst unsortierten Gegner bespielen zu können. Eine Spielweise wie gemalt für Schürrle, der gerade in solchen Situationen mit seinem Tempo und seinen Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins jede Defensive vor Probleme stellen kann.

4. Faktor Erfahrung

Im Gegensatz zu den hochtalentierten Youngstern Mikel Merino, Ousmane Dembele und Emre Mor bringt Schürrle eine gehörige Portion Erfahrung auch auf internationaler Ebene mit nach Dortmund.

Derby County v Chelsea - Capital One Cup Quarter-Final
Beim FC Chelsea jubelte Andre Schürrle (l.) an der Seite von Weltstars wie John Terry © Getty Images

Neben 174 Bundesliga-Spielen stand der 25-Jährige schon 32 Mal in der Champions League auf dem Platz, spielte bei einer Welt- und zwei Europameisterschaften für Deutschland.

Und nicht zu vergessen: Beim FC Chelsea sammelte Schürrle auch Erfahrung in der englischen Premier League.

5. Faktor Statistik

Bei aller Kritik an Schürrle, die reinen Zahlen sprechen auf fast allen Stationen für den sprintstarken Flügelspieler. 77 Torbeteiligungen (48 Tore, 29 Assists) in 174 Bundesligaspielen sind ein ordentlicher Wert, 20 Tore in 55 Länderspielen sogar mehr als das.

Selbst beim FC Chelsea, wo er bei 44 Liga-Einsätzen nur 20 Mal in der Startelf stand, traf Schürrle immerhin elf Mal.

Und auch in der vielkritisierten vergangenen Saison in Wolfsburg war Schürrle mit neun Toren in 29 Spielen nicht nur Wolfsburgs bester Torschütze, sondern auch einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Bundesliga überhaupt.

Nur sechs Spieler, die nicht überwiegend im Sturmzentrum eingesetzt wurden, trafen häufiger als Schürrle.

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