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Leroy Sane (l.) müsste beim FC Bayern mit Douglas Costa um einen Platz kämpfen © imago

München - Angeblich hat der FC Bayern das Rennen um Leroy Sane nicht aufgegeben. SPORT1 erklärt, was für einen Wechsel des Schalkers nach München spricht - und was dagegen.

Schalke 04, Manchester City - oder etwa doch der FC Bayern?

In diesem Sommer stellt Leroy Sane die Weichen für seine Zukunft. Halb Europa jagt den Flügelflitzer - und neben Pep Guardiolas ManCity scheinen überraschend auch die Bayern noch im Rennen zu sein. Das jedenfalls deutete Vater Souleymane Sane bei Sky Sport News HD an: "Real Madrid und die Bayern sind noch in der Verlosung."

Auf SPORT1-Nachfrage ließ er das Ziel seines Sohnes offen: "Ich weiß nicht, was mit Leroy passiert. Er ist im Urlaub und genießt das jetzt. Danach wird er sich Gedanken machen."

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Zuletzt sprach viel für einen Wechsel nach Manchester. Medienberichten zufolge haben die Engländer mit ihrem 50-Millionen-Euro-Angebot die Nase vorn. Doch die Bayern schnappten schon dem Stadtrivalen Manchester United mit Renato Sanches ein Top-Talent im letzten Moment weg.

SPORT1 beleuchtet, was für einen Sane-Wechsel zum Rekordmeister spricht - und was dagegen.

Was für einen Bayern-Wechsel spricht:

Eine "gmahde Wiesn" nennt der Bayer eine Situation, in der alle Rahmenbedingungen für einen Erfolg sprechen. So ähnlich könnte Sane der erste Blick auf die Personallage der Münchner vorkommen: Auf den Flügeln läuft die Wachablösung von Arjen Robben und Franck Ribery schneller, als es wohl selbst den Bayern lieb ist.

Mit seinen erneuten Adduktorenproblemen fällt Robben wochenlang aus. Ribery ist erfahrungsgemäß gesundheitlich kaum stabiler. Bei beiden läuft zum Ende der kommenden Saison der Vertrag aus.

Zwar scharren mit Douglas Costa und Kingsley Coman zwei Youngster mit den Hufen, doch ob es bei beiden zu konstanter Weltklasse reicht, wird erst die Zukunft zeigen. Die Chance für Sane, als lachender Dritter zum großen Gewinner zu werden.

Bei Manchester City müsste sich Sane hingegen auf den Flügeln gegen David Silva, Nolito und Raheem Sterling durchsetzen. Gestandene Spieler, die gleichzeitig weit vom Karriere-Herbst entfernt sind.

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Was gegen einen Bayern-Wechsel spricht:

Ja, Sane hätte Einsatz-Chancen bei den Bayern. Doch passt das Spiel der Münchener überhaupt zu ihm? Fast die komplette Bundesliga setzt gegen den FCB auf eine tiefe Abwehrreihe und Doppeln der Flügelspieler. Doch Sane braucht Platz, um sein Tempo auszuspielen.

Er wäre perfekt geeignet für die Premier League, in der technisch versierte Tempospieler wie Eden Hazard (in Normalform) oder Riyad Mahrez glänzen können - eben weil es die Räume gibt. Zudem hätte Sane dank des zweiten englischen Pokalwettbewerbs und der ohnehin längeren Saison in England wohl mehr Chancen, sich auf dem Platz zu beweisen.

Ein Wechsel zu den Bayern könnte für Sane tatsächlich ein Jahr zu früh kommen: Robben und Ribery spielen trotz aller Blessuren auch um neue Verträge.

Genauso wie Coman, der bis Sommer 2017 von Juventus ausgeliehen ist und sich für eine feste Verpflichtung weiter empfehlen muss. Unwahrscheinlich, dass alle drei in guter Verfassung dauerhaft ohne Einsätze bleiben.

An einem Douglas Costa in der Form der letzten Hinrunde ist ohnehin kaum ein Vorbeikommen. Eine brenzlige Gemengelage, in der Sane letztlich in jungen Jahren ähnlich aufgerieben werden könnte wie zuletzt Mario Götze.

Die Konsequenz ist eine klare Aussage von Trainer Carlo Ancelotti: "Unsere Mannschaft ist sehr gut, auf allen Positionen besetzt. Wir brauchen keine Spieler mehr für diese Saison."

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