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München - Trotz des Abschieds von Mario Götze fordert Carlo Ancelotti keine weiteren Zugänge. Ruhe im Kader ist dem neuen Bayern-Coach wichtiger. Nur im Sturm gäbe es noch Bedarf.

Nach 66 Minuten war es so weit: Carlo Ancelotti schickte Götze ins Spiel - und nur zehn Minuten später fiel das Siegtor für den FC Bayern.

Allerdings handelte es sich dabei nicht um Mario Götze, sondern um den 18-jährigen Felix. Der Innenverteidiger aus der U19 des FCB durfte wie schon beim 4:3 gegen Borussia Lippstadt auch beim 1:0 gegen Manchester City bei den Profis ran.

Gemeinsam mit seinem größeren Bruder wird Felix allerdings nicht mehr für die Bayern spielen, denn der Wechsel des Nationalspielers zurück zu Borussia Dortmund ist perfekt.

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Rummenigge: Kein Interesse an Sane

Dies hatte Karl-Heinz Rummenigge bereits vor der Partie bestätigt und gleichzeitig ein Interesse am Schalker Leroy Sane dementiert. Auch sonst will der Vorstandsboss den Ball flach halten.

"Wir sind in der Vergangenheit immer sehr rational mit diesen Dingen umgegangen und haben uns nicht hektisch in Transfers hineintreiben lassen. Das werden wir auch diesmal so handhaben", sagte Rummenigge trotz der Verletzung von Arjen Robben.

Für seinen neuen Trainer ist das kein Problem. Während Pep Guardiola kurz nach seinem Amtsantritt ultimativ "Thiago oder nix" forderte (und ihn bekam), ist Nachfolger Ancelotti laut eigener Aussage rundum zufrieden.

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"Wir haben eine sehr gute Mannschaft"

"Wenn er wechseln möchte, wünsche ich ihm alles Gute", sagte der Italiener über Götze, verzichtete aber auf jegliche Forderungen:

"Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Ich bin überzeugt, dass wir zusammen sehr gute Dinge erreichen können und eine sehr gute Saison spielen werden. Wir wollen überall mitmischen."

Auf diese Titeljagd will Ancelotti ganz offensichtlich mit dem lediglich durch Mats Hummels und Renato Sanches verstärkten Kader gehen - sollten keine Verletzungen mehr dazwischen kommen.

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Trotz der Abgänge von Medhi Benatia und Serdar Tasci in der Innenverteidigung sowie Götze und Sebastian Rode im Mittelfeld und der noch nicht fitten Holger Badstuber, Arjen Robben und Douglas Costa sowie des späten Einstiegs der vielen EM-Teilnehmer sieht man keinen Bedarf.

Da alle Positionen doppelt besetzt sind, will Wohlfühlcoach Ancelotti einen aufgebauschten Kader mit unzufriedenen Edelreservisten wie in der Vorsaison Götze, Rode oder davor etwa Xherdan Shaqiri vermeiden.

Nur ein Backup-Stürmer macht Sinn

Einzig sinnvoll scheint daher nur der Einkauf eines Backup-Stürmers, denn für Robert Lewandowski gibt es keinen adäquaten Ersatz. Götze ist weg und Thomas Müller wird im Normalfalll im offensiven Mittelfeld benötigt.

Und das Champions-League-Aus gegen Atletico Madrid hat gezeigt, dass den Münchnern in bestimmten Situationen ein zusätzlicher Vollstrecker helfen würde - auch als Alternative, wenn Lewandowski und Müller in ein Formtief wie bei der EM fallen würden.

Klar ist aber auch, dass diese Rolle nur ein Routinier ausfüllen könnte, der mit der Rolle als zweite Wahl keine Probleme hätte. Deshalb trauern viele beim Rekordmeister noch immer Claudio Pizarro nach.

Klose würde passen

Ein ähnlicher Spielertyp ist allerdings günstig zu haben: Miro Klose. Der deutsche Rekord-Torjäger ist nach seinem Abschied bei Lazio Rom vereinslos, erfahren und trotz seiner 38 Jahre noch fit genug.

Zudem kennt Klose den Klub aus seiner Zeit zwischen 2007 und 2011 bestens und will privat ohnehin in München heimisch werden.

Und auch Rotweinliebhaber Ancelotti weiß Routine durchaus zu schätzen: 2007 gewann er die Champions League mit Oldies wie Costacurta (damals 41 Jahre alt), Maldini (39) und Cafu (37).

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