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Ralf Fährmann spielt seit 2011 für den FC Schalke 04
Ralf Fährmann spielt seit 2011 für den FC Schalke 04 © Getty Images

München - Ralf Fährmann ist auf Schalke eine Konstante. Bei SPORT1 spricht der Torwart über erste Eindrücke von Weinzierl und Heidel, Transfercoup Embolo und das Nationalteam.

Neuer Trainer, neuer Manager - und viele offene Fragen: Vor der neuen Saison befindet sich Schalke 04 mal wieder im Wandel.

Ralf Fährmann ist dabei eine der wenigen königsblauen Konstanten. Der 27-Jährige spielt - mit einer kurzen Unterbrechung - seit 2003 für die Knappen.

Im SPORT1-Interview spricht Schalkes Torwart vor dem Testspiel beim FC Luzern (Sa., ab 18.25 Uhr im LIVESTREAM und ab 19 Uhr im TV auf SPORT1) über seine ersten Eindrücke von Markus Weinzierl und Christian Heidel, Transfercoup Breel Embolo, den möglichen Abgang von Leroy Sane und seine Ambitionen in Sachen Nationalmannschaft.

SPORT1: Herr Fährmann, vor der vergangenen Saison wurde auf Schalke das eher defensive Ziel ausgegeben, in erster Linie den Zuschauern guten Fußball bieten zu wollen - das hat mal besser, mal weniger gut geklappt. Wie sieht die Zielsetzung für die neue Saison aus?

Ralf Fährmann: Man muss erst mal die Vorbereitung abwarten, wie sich alles entwickelt - erst dann kann man eine Zielsetzung herausgeben. Das ist bei uns jetzt noch ein bisschen früh. Ich habe zwar letzte Saison schon gesagt, dass es ein Umbruch war mit dem neuen Trainerstab, aber ich denke, dass diese Saison jetzt noch mehr unter diesem Aspekt steht. Es ist wirklich ein sehr großer Umbruch diesmal mit Manager und Trainer.

SPORT1: Markus Weinzierl ist jetzt seit einigen Wochen im Amt. Inwiefern können Sie schon Unterschiede zu seinen Vorgängern ausmachen?

Fährmann: Ich bin kein Freund von Vergleichen, aber die ersten Eindrücke sind gut. Ich denke, spielerisch wird sich ein bisschen was tun. Wir werden vielleicht ein bisschen mehr den Weg nach vorne suchen. Das ist aber auf jeden Fall ein Prozess, der auch ein bisschen Eingewöhnungszeit braucht - und noch sind ja noch nicht einmal alle Spieler wieder da. Ich will jetzt kein Offensivfeuerwerk zum Saisonstart versprechen und nachher kommt es doch anders. (lacht)

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SPORT1: Den neuen Manager Christian Heidel hat Ihr Teamkollege Johannes Geis zuletzt schon in den höchsten Tönen gelobt. Wie nehmen Sie ihn und seine Arbeit bisher wahr?

Fährmann: Er will sich im Moment natürlich erst mal einen Überblick über den Ist-Zustand verschaffen. Aber er hat schon eine klare Vision im Kopf. Die wird er konsequent verfolgen, das finde ich super. Das wird dem gesamten Verein guttun. Und es gibt auch jetzt schon einige Veränderungen.

SPORT1: Wie sehen die aus?

Fährmann: In der Kabine gibt es zum Beispiel rein von der Location her ein paar Veränderungen, die das tägliche Arbeiten leichter und besser machen. Das ist nichts Dramatisches, aber es tut einfach gut - und ich denke, dass er noch viele gute Ideen im Kopf hat, die er noch verwirklichen wird. Da freue ich mich schon drauf.

SPORT1: In der vergangenen Saison haben Sie in der Bundesliga 49 Gegentore kassiert. Inwiefern machen die Rückkehr von Matija Nastasic und die Verpflichtung von Naldo Hoffnung, dass es in der kommenden Saison weniger sein werden?

Fährmann: Ich freue mich riesig, dass Matija Nastasic wieder da ist. In den ersten Einheiten sieht man von seiner schweren Verletzung gar nichts mehr. Er ist wie ein neuer Spieler. Mit ihm, Naldo und Benedikt Höwedes, wenn er wieder zurück ist, sprechen die Namen der Innenverteidiger für sich. Ich denke, dass dadurch mehr Stabilität und auch Ruhe reinkommt.

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SPORT1: In der Offensive hat Schalke das Rennen um den vielumworbenen Breel Embolo gemacht. Was bringt er mit, das die Mannschaft voranbringen kann?

Fährmann: Man sieht, dass er ein brutal athletischer Spieler ist. Er ist auch noch unglaublich jung und kann noch jede Menge lernen. Deswegen darf man vielleicht auch nicht zu viel von ihm erwarten. Aber es spricht ja für sich, dass so viele Vereine um ihn geworben haben.

SPORT1: Auf der anderen Seite ist die Zukunft von Leroy Sane großes Thema - angeblich ist er sich mit Manchester City einig. Was würde Sie an einem möglichen Verlust am meisten schmerzen?

Fährmann: Was Leroy für eine Klasse hat, hat man in der vergangenen Saison gesehen - alleine in Sachen Schnelligkeit und Torgefahr. Das würde natürlich wehtun. Aber Stand jetzt ist er noch Spieler von Schalke, deswegen will ich mich damit auch noch gar nicht beschäftigen.

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SPORT1: Auch ein paar Kilometer weiter in Dortmund gab es einen relativ großen Umbruch. Wie schätzt man das als Konkurrent ein?

Fährmann: Man hört davon, aber so richtig beschäftige ich mich damit nicht. Wir haben zwei Trainingseinheiten am Tag und da ist man dann auch froh, wenn man mal nichts vom Fußball hört. Wir befinden uns selbst in einem richtigen Umbruch. Bei Dortmund sind ja einfach ein paar Spieler verkauft und ein paar Neue geholt worden, das ist eigentlich völlig normal in der Bundesliga - auch wenn es als großer Umbruch betitelt wird.

SPORT1: Trotzdem hat sich einiges getan bei den Top-Teams. Wie schätzen Sie die Situation an der Bundesliga-Spitze ein?

Fährmann: Bayern München ist und bleibt das Maß der Dinge. Dortmund ist schwierig einzuschätzen, genauso Leverkusen. Bei uns kann man sicherlich nach den ersten beiden Spieltagen in Frankfurt und zuhause gegen Bayern mehr sagen.

SPORT1: Sie persönlich haben für Ihre Saison viel Lob geerntet. Wie enttäuscht waren Sie, für die EM trotzdem keine Rolle gespielt zu haben?

Fährmann: Dass man ein Stück weit enttäuscht ist, ist ganz klar. Aber gerade weil die Experten mit meiner Saison zufrieden waren und das mit Lob honoriert haben, kann ich mir selbst keinen Vorwurf machen. Dass ich kein Typ bin, der die großen Töne in der Öffentlichkeit spuckt, das weiß jeder, der mich kennt. Ich will mich dann auch nicht verstellen.

SPORT1: Inwiefern ist die Nationalmannschaft in Zukunft für Sie noch ein Thema?

Fährmann: Das ist natürlich ein absoluter Traum von mir. Abhaken werde ich diesen Traum nicht. Aber ich weiß auch, dass ich mich nur für die Nationalmannschaft empfehlen kann, wenn ich für Schalke gute Leistungen abliefere. Alles andere wird von alleine kommen.

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