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Julian Nagelsmann (l.) mit 1899-Mäzen Dietmar Hopp
Julian Nagelsmann (l.) mit 1899-Mäzen Dietmar Hopp © Getty Images

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann verteidigt Aufsteiger RB Leipzig. Tradition alleine bezahle keine teuren Spieler. Er vergleicht RB sogar mit Apple.

Trainer Julian Nagelsmann von 1899 Hoffenheim hat eine Lanze für Neuling RB Leipzig gebrochen.

"Das ist auch ein Verein, der einen Sponsor hintendran hat - wie viele andere. Er polarisiert halt, zum Beispiel, weil Red Bull auch im Extremsport unterwegs ist. Aber Leipzig macht für die Gesellschaft ja nichts Schlechtes. Sie bilden Talente aus, helfen ihnen bei der Persönlichkeitsentwicklung oder Schulabschlüssen. Wenn 20 Jugendliche mit Disziplin und Teamgeist an einem Ziel arbeiten, ist das doch besser, als wenn sie auf der Straße Blödsinn machen", sagte der Coach der Süddeutschen Zeitung vor dem ersten Saisonspiel seiner Mannschaft am Sonntag gegen den Aufsteiger (ab 17.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

"Tradition bezahlt keine Spieler"

Mit der aktuellen Debatte "Tradition gegen Kommerz" kann Nagelsmann nichts anfangen. "Natürlich gibt es Klubs, die total emotionalisieren. Wenn in Gladbach oder Köln Fans seit Jahrtausenden ihre Lieder singen, ist das was Tolles. Man sollte aber vor allem die Arbeit wertschätzen - egal ob ein Klub seit Kurzem oder seit Jahrzehnten da ist", sagte der mit 29 Jahren jüngste Coach der Bundesliga-Geschichte.

Er nannte ein Beispiel: "Wenn in der Wirtschaft ein Start-up mit tollen Erfindungen kommt, sagt keiner: "Die haben keine Tradition, das ist ein Scheißprodukt, das will ich nicht. Da ist es dann ein geiles, junges Unternehmen, dessen Produkt jeder braucht."

Nagelsmann ging sogar noch weiter: "Vor 30 Jahren kannte niemand Apple, heute hat fast jeder ein iPhone. Im Übrigen: Auch Traditionsvereine geben Geld aus. Da bezahlt auch nicht die Tradition die teuren Spieler."

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