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Mario Gomez beginnt ein neues Kapitel © Getty Images

München - Julian Draxler macht es vor: Viele sehen Wolfsburg als Durchgangsstation. Mario Gomez dagegen sucht sich den VfL aus, obwohl er es aktuell sportlich hätte besser haben können.

Von München über Florenz und Istanbul nach – Wolfsburg. Mario Gomez verzichtet bei der nächsten Station seines fußballerischen Wegs auf einiges.

Das ist keine Anspielung auf den gern genommenen Spott über die fade Stadt, die seinen neuen Arbeitgeber beheimatet. Viel wichtiger: Gomez verlässt den türkischen Meister und geht zum Tabellenachten der vergangenen Bundesliga-Saison. Champions League ade.

Gomez will nach Europa

"Ich möchte mit dem VfL wieder ins internationale Geschäft, und ich bin überzeugt, dass uns dies auch gelingen wird", ließ er sich deshalb gleich bei Bekanntgabe seines Wechsels zitieren.

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Gomez schließt sich einem Verein an, dessen Selbstverständnis gelitten hat in den vergangenen Monaten. Andre Schürrle und Naldo sind weg, Max Kruse musste gehen.

Und Julian Draxler machte auf schmerzhafte Weise klar: Wolfsburg ist kein Verein, bei dem Spieler einer gewissen Klasse bleiben wollen. Auch Ricardo Rodriguez soll ein Kandidat für einen Abgang in naher Zukunft sein.

Hecking lobt Gomez

Wenn also nun dieser Verein den "besten deutschen Stürmer" (Zitat Dieter Hecking) verpflichtet, ist das ein Signal. Die Neuzugänge Jakub Blaszczykowski, Yannick Gerhardt, Daniel Didavi oder Borja Mayoral versprechen ebenfalls viel, doch Gomez ist eindeutig Wolfsburgs wichtigster Transfer dieses Sommers.

Er ist 31, wird den VfL also sportlich nicht nachhaltig prägen. Allerdings garantiert er sofort Tore und beweist: Wolfsburg kann noch immer begehrte Stars anlocken.

Auch wenn Berichte über das Interesse von Borussia Dortmund vermutlich ein ähnlich wabbeliges Fundament hatten wie in den Fällen des FC Barcelona oder Atletico Madrid – Gomez hätte nicht auf die Champions League verzichten müssen.

In Wolfsburg unangefochten

Als Torschützenkönig der türkischen Liga und nach einer guten Europameisterschaft waren ihm zunächst andere Faktoren wichtiger. In Wolfsburgs Sturm ist Gomez zunächst unangefochten, auch wenn er aufgrund seiner Verletzung aus dem EM-Viertelfinale noch gehörigen Rückstand hat.

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Bas Dost ist zu inkonstant, Mayoral soll mit seinen erst 19 Jahren noch vom großen Deutschen lernen.

Gomez kann sich also auf gutem Niveau verlässlich weiter anbieten für die Nationalmannschaft. Die Möglichkeit, wieder in der Bundesliga zu spielen, überstrahlt dabei vieles.

Ausland hat Gomez geprägt

Nach drei Jahren im Ausland kehrt er ganz entspannt zurück nach Deutschland, er setzt sich längst nicht mehr so unter Druck wie noch zu Münchner Zeiten.

Genau diese Gelassenheit brauchen sie jetzt in Wolfsburg. Vielleicht geht davon auch etwas auf Draxler über.

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