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München - Schalkes neuer Sportvorstand Christian Heidel übt im SPORT1-Interview scharfe Kritik am Geschäftsgebahren in England und spricht über die neue Aufgabe beim FC Schalke.

Christian Heidel hat noch genug Luft. Bei der Saisoneröffnung von Schalke 04 musste der neue Sportvorstand des Klubs einige Kilometer zurücklegen.

"Ich hoffe es hat meiner Gesundheit gut getan. Es war für mich ein besonderes Erlebnis und ich habe das in der Art noch nicht gemacht, dass 100.000 Menschen zu einer Saisoneröffnung kommen", sagt der 53-Jährige im SPORT1-Interview: "Es war schon etwas anstrengend, weil ich sehr viele Stationen durchlaufen musste. Aber es hat auch riesig Spaß gemacht." (Das ganze Interview ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 in Bundesliga aktuell)

Die Erwartungshaltung bei den Königsblauen ist riesig, das weiß Heidel nach den ersten drei Monaten in Gelsenkirchen natürlich: "Ich war mir dessen schon bewusst, aber wenn man es dann wirklich erlebt, ist es nochmal ein anderes Gefühl. Das ist ein Verein in einer Dimension, davon gibt es nicht so viele."

"Habe nicht so viel versprochen"

Natürlich spürt Heidel das hohe Anspruchsdenken der Fans. "Ich habe nicht so viel versprochen und hatte auch nicht das Gefühl, dass die Leute da mit einer Erwartungshaltung kommen, dass ich ihnen 34 Siege verspreche", so Heidel: "Ich hatte eher das Gefühl, dass sie nach Kontinuität und Ruhe im Klub lechzen. Und das sind Dinge, die ich schon versprochen habe. Das ist auch mein Anspruch."

Heidel ist sich durchaus bewusst, dass Ruhe und Kontinuität in der Vergangenheit Fremdwörter auf Schalke waren. Doch er ist zuversichtlich: "Ich finde, dass das in den vergangenen Monaten schon ganz gut funktioniert hat. Und das spüren die Leute auch, was mir sehr oft erzählt wird."

Vergangenheit ist Vergangenheit

Und weiter: "Was in den letzten zwei, drei Jahren gelaufen ist, ist nicht mein Thema. Es geht darum, wie ich vor habe zu arbeiten. Das haben wir in den Schalker Gremien besprochen und ich spüre da einen sehr großen Rückhalt."

Heidel äußert seine Vorstellungen ganz konkret. "Ich kann versprechen, dass wir alles dafür tun werden, dass in diesem Verein jetzt Ruhe herrscht und dass das typische Schalke mehr mit Emotionen, Leidenschaft und dann auch mit Erfolgen zu tun haben wird. Und weniger mit negativer Unruhe und Chaos."

Kritik an England

Kritische Worte findet Heidel, im Ursprungsberuf übrigens Autohändler, für das Geschäftsgebahren in der Premier League: "Ich mag nicht, was man da aus England hört. Die Klubs dort werden verkauft wie Autos. Die Vereine verändern sich. Wichtig ist, dass ein Verein eine Identifikation hat, dass ein Verein für etwas steht und dass die Leute wissen, für was dieser Verein steht.

Wenn heute ein Chinese einen Klub kauft und er verkauft ihn an einen Thailänder und irgendwann kommt einer aus Sri Lanka - ich weiß nicht, ob das für den Fußball gut ist", sagt Heidel.

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