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Martin Volkmar, SPORT1-Ressortleiter Online, beleuchtet Pro und Contra zur Rückkehr von Uli Hoeneß zum FC Bayern © SPORT1-Grafik: Imago/ Philipp Heinemann

Uli Hoeneß polarisiert bereits vor seiner geplanten Kandidatur als Präsident des FC Bayern wie eh und je. Am Ende könnte die Rückkehr auch Gefahren für ihn bergen.

Nach SPORT1-Informationen stand die Entscheidung schon seit Wochen fest, von daher überraschte die Verkündung am Montag nicht mehr wirklich.

Uli Hoeneß wird als Präsident des FC Bayern kandidieren - und damit nach dem Rückzug des bisherigen Platzhalters Karl Hopfner wieder an die Spitze des Rekordmeisters zurückkehren.

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Es passt zu Hoeneß' Karriere, dass sich auch bei dieser Frage zwei ähnlich große Lager diametral gegenüberstehen. Die einen begrüßen den Schritt, weil damit ein wichtiger Motor für den Erfolg des FC Bayern nach verbüßter Strafe wieder da ist.

Die anderen lehnen das Comeback vor allem aus zwei Gründen ab. Die Wohlmeinenden sind der Ansicht, der 64-Jährige tue sich mit dem aufreibenden Tagesgeschäft beim größten Verein der Welt keinen Gefallen und hätte besser die wiedergewonnene Freiheit am Tegernsee genießen sollen.

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Die weniger freundlichen Stimmen verweisen darauf, dass Hoeneß nach seiner massiven Steuerhinterziehung nicht so weitermachen könne, als sei nichts gewesen. Und dass er überhaupt in seinem Alter der falsche Mann zur falschen Zeit an der falschen Stelle sei.

Daraus spricht allerdings oftmals auch die grundsätzliche Ablehnung der Person Uli Hoeneß, die dieser sich sowohl durch seine jahrzehntelange sehr erfolgreiche Arbeit, als auch durch sein Auftreten als Abteilung Attacke redlich erarbeitet hat.

Denn zumindest moralische Argumente kann niemand ernsthaft vorbringen, der sich zum grundgesetzlich verankerten Prinzip der Resozialisierung bekennt. Hoeneß hat seine Strafe verbüßt und kann machen, was er für richtig hält.

Ob er damit angesichts der zunehmenden Hektik im Profigeschäft sich, seiner Gesundheit und seiner Familie einen Gefallen tut, ist eine andere Frage. Andererseits ist die Rückkehr des Polarisierers und Patriarchen schon jetzt eine der besten Bundesliga-Geschichten.

Oder wie es Hoeneß schon vor zwei Jahren ankündigte: Das war's noch nicht.

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