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Julian Draxler will weg und wirft dem VfL Wolfsburg Wortbruch vor. Der VfL widerspricht - und will ihn nicht ziehen lassen. Eine Zerreißprobe droht.

Machtwort vom VfL Wolfsburg in der Causa Julian Draxler:

Aufsichtsrat und die Geschäftsführung der Niedersachsen bezogen am späten Mittwochnachmittag Stellung zu den in der Bild veröffentlichten Interview-Aussagen des Nationalspielers, VfL-Manager Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking hätten ihm zugesichert, den Verein in diesem Sommer verlassen zu dürfen.

In einer Pressemitteilung dementierten die Wölfe diese Darstellung vehement. Aussage steht nun gegen Aussage - und alle Außenstehenden können rätseln, wer hier wen verschaukelt. 

"In der aktuellen Transferperiode nicht transferieren"

"Der VfL Wolfsburg macht deutlich, dass es seitens der Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt schriftliche oder mündliche Zusagen bezüglich eines Wechsels von Julian Draxler innerhalb der aktuellen, bis zum 31. August 2016 noch andauernden Transferperiode gegeben hat", hieß es in der Erklärung.

Und weiter: "Dies unterstreicht auch eine bei Vertragsschluss gemeinschaftlich mit Julian Draxler und seinem Management festgelegte Ausstiegsklausel, die erstmals im Sommer 2017 Wirksamkeit erlangen wird."

Damit räumten die Wolfsburger immerhin die Existenz einer schriftlich fixierten Ausstiegsklausel ein, welche 2017 greife.

Draxler war im vergangenen Sommer für rund 35 Millionen Euro vom Ligarivalen Schalke 04 zu den Wölfen gewechselt. Nach Informationen des kicker soll Draxler in einem Jahr den Verein für 75 Millionen Euro verlassen können.

Doch in seiner weiteren Stellungnahme erklärte der VW-Klub nun: "Der VfL Wolfsburg wird Julian Draxler in der aktuellen Transferperiode nicht transferieren."

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In einem gemeinsamen Gespräch hatte der Klub Draxler demnach nochmals erklärt, seinem geäußerten Wechselwunsch nicht zu entsprechen - und schickte gleich eine Warnung mit bezüglich weiterer Störfeuer.

"Wir gehen davon aus, dass damit alle vermeintlichen Unklarheiten beseitigt sind und dass von allen Beteiligten zu einer professionellen, verantwortungsvollen Zusammenarbeit zum Wohle des VfL Wolfsburg und insbesondere auch unserer Fans zurückgekehrt werden kann.

Draxler Mister Cool beim Training

Beim ersten Training nach dem Sommerurlaub hatte sich Draxler von den Augen der Fans von allem Wirbel nichts anmerken lassen.

Äußerlich unbeeindruckt absolvierte der 22-Jährige eine 90-minütige Übungseinheit und verschwand wortlos, nur seine knallgelben Fußballschuhe stachen ins Auge.

Doch danach gab es Redebedarf, Allofs und Hecking hatten den 22-Jährigen zum Rapport bestellt. Denn der Mittelfeldspieler will vier Jahre vor Ablauf seines Vertrages die Niedersachsen schon wieder verlassen - und hatte dies die Öffentlichkeit via Bild-Zeitung auch unmissverständlich wissen lassen.

Vorwurf an Klubführung

"Man redet nur über die Medien mit mir. Dabei ist es so, dass ich nach der EM gegenüber Trainer Dieter Hecking klar geäußert habe, dass ich den VfL Wolfsburg verlassen möchte", sagte Draxler dem Blatt im Klageton.

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Es sei besprochen gewesen, dass man vernünftig miteinander rede, wenn andere Vereine Interesse zeigen. Sowohl Allofs als auch Hecking "hatten mir zugesichert, dass ich den Verein verlassen kann, wenn sich dazu Möglichkeiten ergeben. Wolfsburg war für mich eine gute Perspektive, aber auch ein Sprungbrett."

Doch eine schriftliche Ausstiegsklausel für diesen Sommer gibt es nach Vereinsangaben am Mittwochnachmittag nicht.

Allofs hatte angesichts zahlreicher personeller Baustellen bei den Wölfen bereits zu Wochenbeginn auf Draxlers Vertragserfüllung beharrt: "Ein Spieler muss vielleicht auch mal damit leben, dass etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt."

Interesse von Juve und Arsenal

Doch dazu ist der Ex-Schalker, erst vor zwölf Monaten aus Gelsenkirchen an den Mittelland-Kanal gewechselt, anscheinend nicht bereit. Italiens Rekordmeister Juventus Turin und der FC Arsenal sollen bereits ihre Fühler nach Draxler ausgestreckt haben.

Und sie bringen nicht nur viel Geld mit, - man spekuliert über Summen bis zu 60 Millionen Euro - sondern bieten auch Spiele auf der großen internationalen Bühne.

In Wolfsburg hingegen wird es zumindest in der kommenden Spielzeit nur Bundesliga-Alltagskost geben. Denn auch Draxler konnte in der vergangenen Saison nicht verhindern, dass die Norddeutschen bis auf den achten Tabellenplatz abrutschten und somit sogar die Qualifikation für die UEFA Europa League verpassten.

Vorwurf der Wortbrüchigkeit bestritten

Und nachdem bereits mit Andre Schürrle ein weiterer Nationalspieler aus der Offensivabteilung Wolfsburg in Richtung Dortmund verlassen hat, ist es nun wenig verwunderlich, dass die Wolfsburger einen Draxler-Transfer abschmettern.

Allofs und Hecking gingen in die Offensive - und verwahrten sich jetzt gegen den Vorwurf, gegenüber dem empfindlichen Profikicker wortbrüchig geworden zu sein.

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