vergrößernverkleinern
Ivo Hrstic, Digital-Chef von SPORT1, nimmt Schalkes Manager Christian Heidel in die Pflicht © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Ivo Hrstic, Digital-Chef von SPORT1, nimmt in seinem Bundesliga-Kommentar Schalkes Manager in die Pflicht. Dietmar Beiersdorfers Vorgehen in Hamburg empfindet er als stillos.

"Schalke darf nicht mehr für Pleiten, Pech und Pannen stehen". Dieser selbstbewusste Satz von Christian Heidel im Vorfeld der neuen Saison hat mir persönlich gefallen. Und das gilt natürlich, trotz des Fehlstarts, auch jetzt noch.

Genau diesen Anspruch muss der neue Schalker Manager schließlich formulieren, unabhängig von möglichen Rückschlägen.

Früher als ihm lieb sein wird, ist der bittere Bundesliga-Auftakt (0 Punkte, 1:8 Tore) sofort eine echte Bewährungsprobe für Schalkes Sportvorstand. Christian Heidel ist spätestens nach dem schwachen 1:3 gegen den 1. FC Köln gefordert.

Anders als in Mainz wird Heidel jetzt mit einem sehr unruhigen und aufgeregten Umfeld klar kommen müssen. Ich messe Heidel vor allem daran, ob er in dieser sensiblen Phase Fans, Medien und Aufsichtsrat in den Griff bekommen kann. Das ist in der Vergangenheit auf Schalke selten gelungen.

Video

Gleichzeitig muss Heidel aber auch Trainer Markus Weinzierl und die Mannschaft kritisch und bestimmt in die Pflicht nehmen. Die Offensivschwäche (49 Torschüsse, nur 1 Tor) muss ebenso ein Thema sein wie die fehlende Stabilität in der Defensive. Da dürfen kurzfristige Neuzugänge wie Bentaleb, Stambouli und Konoplyanka und damit fehlende Automatismen nicht mehr allzu lange eine Ausrede sein.

Ich wünsche mir für Schalke in der aktuellen Situation einen starken Manager und vor allem Ruhe. Das wird Königsblau mit der vorhandenen Qualität sicher sehr schnell helfen.

Eine ähnliche kritische Situation erlebt derzeit HSV-Trainer Bruno Labbadia nach einem dünnen 0:1 in Freiburg. Nur ein Punkt nach vier Spielen ist sicher zu wenig, aber noch lange keine Rechtfertigung für Labbadias derzeitige öffentliche Demontage. Sportvorstand Dietmar Beiersdorfer und Investor Klaus-Michael Kühne zeigen auf ihre ganz spezielle Art, wie man mit einem leitenden Angestellten definitiv nicht umgehen sollte. 

Die Pseudo-Bewährungsfrist für das Spiel gegen den FC Bayern München hat der ehemalige HSV-Retter Labbadia einfach nicht verdient - das hat keinen Stil. Ich gehe nach den Aussagen von Beiersdorfer von Labbadias Ablösung aus. Anders als im Fall Skripnik in Bremen käme für mich der Rauswurf in Hamburg aber zu früh. Ich sehe Bruno Labbadia immer noch souverän und vor allem kämpferisch genug, um den Hamburger SV aus der schwierigen Situation zu führen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel