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Werder Bremen v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Bremen feiert den Last-Minute-Sieg gegen Wolfsburg © Getty Images

Bremen - Interimstrainer Alexander Nouri beschert Werder Bremen einen wichtigen Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Ob er zur Dauerlösung wird, ist aber weiterhin offen.

Dank einer furiosen Schlussphase hat Werder Bremen seine schwarze Serie durchbrochen und die Rote Laterne abgegeben.

Die Hanseaten um Interimstrainer Alexander Nouri erkämpften sich dank der späten Treffer von Lennart Thy (86.) und Theodor Gebre Selassie (90.+1) ein 2:1 (0:0) im Nordduell gegen den VfL Wolfsburg, es war am 5. Spieltag der Bundesliga der erste Punktgewinn der Bremer. (Der Ticker zum Nachlesen).

Nouri feierte den spät erkämpften Sieg ausgelassen vor den Fans und mit den Spielern. Der Nachfolger von Viktor Skripnik holte drei Punkte aus zwei Spielen und stoppte damit die Talfahrt der Bremer.

Alexander Nouri war nach dem Spiel vor Freude kaum zu bremsen © Getty Images

Interesse an Gisdol bestätigt

Ob er die Mannschaft aber über einen längeren Zeitraum wird coachen dürfen? Erste Wahl ist er offensichtlich nicht: Die Bremer verhandelten bereits mit Markus Gisdol, wie Werder-Boss Klaus Filbry vor dem Spiel bestätigte.

Nach SPORT1-Informationen ist sich Gisdol aber bereits im Grundsatz mit dem Hamburger SV einig und soll dort Nachfolger von Bruno Labbadia werden, der noch am Sonntag entlassen werden könnte.

Sportdirektor Frank Baumann hatte also seine Gründe, dass er die Dauerlösung Nouri noch nicht vollends abschreiben wollte: "Wir hätten kein Problem damit, dass Alex auch in den nächsten Spielen auf der Bank sitzt." Die wichtige Personalentscheidung sei in "beide Richtungen offen", erklärte indes Vorstandsboss Marco Bode.

"Ich bin dankbar für die Emotionen, die ich heute erleben durfte. Ich bin nicht so wichtig. Ich freue mich für den Verein und die Menschen", sagte Nouri nach der Partie bei Sky zu seiner Zukunft.

Wölfe-Führung nach Eigentor

Ein Eigentor von Robert Bauer (69.) hatte die Bremer zunächst in Rückstand gebracht. Der Verteidiger lenkte eine scharfe Hereingabe des jungen Jannes Horn in die Maschen. Bis zum 0:1 war Werder die bessere Mannschaft.

Nouri musste kurzfristig aufgrund von Kniebeschwerden auf Verteidiger Lamine Sané verzichten. Anstelle des Senegalesen spielte der junge Milos Veljkovic. Auch Hecking schickte im 19 Jahre alten Horn und Paul Seguin frische Kräfte auf das Feld, in vorderster Front sollte Gomez für Gefahr sorgen.

Die erste brenzlige Situation vor 40.153 Zuschauern beschworen jedoch die zunächst stärkeren Gastgeber herauf. Nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic kam Niklas Moisander frei zum Kopfball, setzte den Ball aber über den Querbalken (7.).

Der VfL ließ Werder kommen und suchte nach Balleroberungen seine schnellen Flügelspieler. Innenverteidiger Jeffrey Bruma fand in der 12. Spielminute den enteilten Europameister Vieirinha, der allerdings knapp am Tor von Jaroslav Drobny vorbeischoss.

Wolfsburg hatte nun mehr Ballbesitz, wurde aber kaum gefährlich. Gomez erhielt kaum brauchbare Zuspiele und auch Weltmeister Julian Draxler trat nur selten in Erscheinung.

Gnabry quirlig

Werder - erneut mit dem früheren Gambia-Flüchtling Ousman Manneh in der Spitze - legte zum Ende der ersten Hälfte zu. Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels musste sich erst nach einem gefährlichen Freistoß von Zlatko Junuzovic strecken (27.), dann verfehlten wuchtige Schüsse von Serge Gnabry (34.) und Theodor Gebre Selassie (39.) das Ziel nur knapp.

Hecking reagierte zur Pause und ersetzte den blassen Seguin durch Daniel Caligiuri, Draxler rückte ins Zentrum. Wolfsburg zeigte nun phasenweise mehr Initiative und kam durch Draxler schnell zum ersten gefährlichen Abschluss (51.).

Doch Werder gewann mehr Zweikämpfe und stellte die nicht immer sattelfeste Wölfe-Defensive vor allem mit dem quirligen Gnabry vor Probleme (56., 58.).

Nach dem Gegentreffer schüttelte sich Werder und suchte seine Chance auf den Ausgleich, hatte aber bei einem Fernschuss von Izet Hajrovic kein Glück (77.). Thy erlöste dann die Werderaner, ehe Gebre Selassie die Bremer Fans ausrasten ließ.

Gomez weiter mit Ladehemmung

Dieter Hecking war enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft: "Es war von der ersten bis zur 90. Minute keine Leistung. Es gibt Defizite zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Es war nicht gut heute. Es gibt ein paar deutliche Worte, das kann man so natürlich nicht stehen lassen."

Vor allem "Tormaschine" Mario Gomez bleibt bislang hinter den Erwartungen zurück. Sein Motor stottert gehörig, der Nationalspieler wartet weiter auf seinen ersten Treffer im Wolfsburg-Trikot. Auch gegen Bremen ließ er in Hälfte eine gute Chancen liegen.

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