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Julian Nagelsmann spricht mit seinem Team
Julian Nagelsmann (2.v.l.) ist der jüngste Bundesligatrainer © Getty Images

Mainz - Hoffenheim lässt sich in der ersten Halbzeit von Mainz vorführen. Julian Nagelsmann entscheidet sich für die Ansprache seines Lebens und pusht sein Team zu einem irren Remis.

Inmitten all des Wahnsinns auf dem Rasen in Mainz bot auch die Halbzeitpause besondere Unterhaltung - allerdings nur für ein sehr exklusives Publikum.

"Wenn ich an alle Ansprachen bei den Profis denke, war ich noch nie so laut", beschrieb Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann bei Sky seine Ansprache beim Stand von 1:4 aus seiner Sicht.

Nagelsmann zeigte dabei eine ganz neue Seite, die viele dem mit 29 Jahren jüngsten Trainer der Liga-Geschichte so gar nicht zugetraut hatten. Die Spieler vielleicht auch nicht.

"Die Ansprache war nicht für alle Spieler angenehm. Dann sind wir ein bisschen männlicher aufs Feld zurückgekommen", sagte Nagelsmann zur erfolgreichen Wirkung seiner Worte.  

Nagelsmann geht Spieler an

Das Thema Männlichkeit hatte Nagelsmann offenbar schon für den ganzen Spieltag auserkoren. "Ich habe am Ende schon kurz etwas Inhaltliches angesprochen. Davor war es recht emotional und ich habe die Worte von vor dem Spiel wiederholt. Das war dann ein, zwei Dezibelklassen höher. Es ging um Männlichkeit."

So kam 1899 Hoffenheim noch auf spektakuläre Weise zurück und machte innerhalb von 14 Minuten aus einem 1:4 ein 4:4. Der FSV Mainz 05 hingegen vermasselte die Generalprobe für die große Europa-Bühne. Für das Debüt in der Gruppenphase der UEFA Europa League am Donnerstag (19 Uhr, Highlights ab 23 Uhr im TV auf SPORT1) gegen den AS St. Etienne aus Frankreich müssen sich die Rheinhessen steigern. (Tabelle der Bundesliga)

"Es ist unheimlich frustrierend, nach einer 4:1-Führung nur mit einem Punkt rauszugehen", sagte Abwehrspieler Stefan Bell bei Sky.

Bussmann sieht Rot

Pablo de Blasis (3./23), Jhon Cordoba (27.) und Neuzugang Levin Öztunali (43.) hatten zur historischen Halbzeitführung für die Gastgeber getroffen, die erstmals vier Tore in den ersten 45 Minuten erzielten. Getrübt wurde die Stimmung durch die Rote Karte gegen Gaetan Bussmann (57.), der nach einer Notbremse vom Platz musste.

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"Wir haben in der Halbzeit darauf hingewiesen, dass die Jungs dranbleiben sollen", ärgerte sich der Mainzer Manager Rouven Schröder bei Sky. "Dann kommt diese Situation mit der Roten Karte, wo du ein bisschen wegkippst. Der Schiedsrichter war sich relativ sicher auf dem Feld, ich habe ihn angesprochen."

Trotzdem habe es zu diesem Zeitpunkt "noch 4:1 für uns" gestanden, bemängelte Schröder weiter. "Dann musst du gut verteidigen. Das haben wir nicht hinbekommen."

Wagner und Uth bringen Hoffenheim zurück

Hoffenheim kämpfte sich nach einer ganz schwachen ersten Hälfe nach dem Platzverweis zurück. Sandro Wagner hatte bereits vor der Pause getroffen (39.), der eingewechselte Mark Uth per Doppelpack (71./72) und der Ex-Mainzer Adam Szalai (84.) krönten die Aufholjagd. (Spielplan und Ergebnisse)

Erstmals in der Bundesliga punktete Hoffenheim noch nach einem Drei-Tore-Rückstand (Die Statistiken des Spiels).

Für die TSG-Fans hatte der Tag zunächst schlecht begonnen. Vor der Partie war ein Schiff, das sich mit rund 400 Anhängern der Kraichgauer an Bord auf dem Weg nach Mainz befand, von Unbekannten von einer Rhein-Brücke aus mit Gülle attackiert worden.

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