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Nicht mehr zu fassen: Sandro Sirigu (l.) nach seinem Siegtreffer im Hessenderby © Imago

Darmstadt - In einem erschreckend harmlosen Derby ist Eintracht Frankfurt die bessere Mannschaft. Darmstadt 98 gelingt nicht viel - dann kommt der Schuss von Sandro Sirigu.

Sandro Sirigu hat SV Darmstadt 98 erlöst und zum Erfolg im "Langweiler-Derby" geschossen. Am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewannen die Lilien gegen den hessischen Nachbarn Eintracht Frankfurt mit 1:0 (0:0) - weil Einwechselspieler Sirigu mit einer abgerutschten Flanke in der 90. Minute den entscheidenden Treffer erzielte (Der Ticker zum Nachlesen).

Wie vor dem Aufeinandertreffen befürchtet boten die beiden Lokalrivalen phasenweise Fußball zum Abgewöhnen, spielerische Höhepunkte waren die Seltenheit. Trotz einiger intensiver Zweikämpfe wollte zudem auch keine wirklich Derbystimmung aufkommen - wahrscheinlich auch, weil dem Duell der letztjährigen Abstiegskandidaten zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison die Brisanz fehlte (Die Statistiken des Spiels).

"Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss", lautete das Fazit von Darmstadts Peter Niemeyer bei SPORT1. "Dafür kann Holger Fach morgen drei oder fünf Euro zahlen!" Manager Fach ist am Sonntag zu Gast im Volkswagen Doppelpass.

Bezjak und Schipplock spielen engagiert

Während Frankfurts Trainer Niko Kovac im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Schalke 04 lediglich den gesperrten Innenverteidiger Michael Hector durch Timothy Chandler ersetzte, tauschte Darmstadts Coach Norbert Meier auf drei Positionen. Unter anderem setzte er, anders als beim 0:2 in Köln, in Sven Schipplock und Roman Bezjak auf zwei Stürmer (Tabelle der Bundesliga).

Der Volkswagen Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV mit Holger Fach von Darmstadt 98

Vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor agierte das Duo in den ersten Minuten dann auch äußerst engagiert. Bezjak und vor allem Schipplock gingen immer wieder weite Wege, um die Frankfurter Abwehrspieler früh bei deren Aufbau zu behindern. Ihre eigentliche Aufgabe, nämlich Gefahr in der Offensive auszustrahlen, erfüllten beide allerdings nicht (Spielplan und Ergebnisse).

Video

Frankfurt verzettelt sich

Ähnlich harmlos agierten im Spiel nach vorne auch die Gäste, die wie erwartet mehr Ballbesitz hatten. In der entscheidenden Zone rund 20 Meter vor dem Darmstädter Tor verzettelten sich die Akteure aber häufig oder spielten schlampige Pässe, von Torjäger Alexander Meier war nahezu nichts zu sehen. Die einzige hochkarätige Torchance im ersten Durchgang besaß Frankfurts Branimir Hrgota (41.).

Darmstadt stellt Offensive fast ein

Nach dem Seitenwechsel waren weiterhin die Frankfurter bemühter. Die zwei engstehenden Defensivreihen der Gastgeber, die ihre Offensivaktionen fast komplett einstellten, stellten die Eintracht jedoch vor große Probleme. Vor allem aus dem Mittelfeld kamen zu selten Steilpässe, mit denen das Tempo angezogen und der Darmstädter Abwehrverbund hätte ausgehebelt werden können.

Audio

Für kurze Zeit bahnte sich eine offene Schlussphase an, als Darmstadt nach einer knappen Stunde sich einen Moment lang in der gegnerischen Hälfte festsetzte. Danach übernahm aber wieder Frankfurt die Kontrolle und hoffte auf den "Lucky Punch", auf die eine Erfolg bringende Aktion.

Als alles auf ein 0:0 hindeutete, rutschte Sirigu eine Flanke von der rechten Seite ab und segelte ins lange Eck. Frankfurt konnte in der Nachspielzeit nicht mehr antworten.

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