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München - Der überragende Manuel Neuer verhindert gegen Ingolstadt eine Blamage. Die Ausfälle der Bayern fallen deutlich ins Gewicht - speziell aus Sicht der schwachen Defensive.

Obwohl nur ein überragender Manuel NeuerBayern München vor einer Blamage bewahrt hatte, behielt Carlo Ancelotti seine unnachahmliche Gelassenheit.

"Manchmal muss unsere Abwehr auch zeigen, dass wir den besten Torhüter der Welt haben", sagte der Coach des Rekordmeisters augenzwinkernd nach dem hart erkämpften 3:1 (1:1) gegen den äußerst widerspenstigen FC Ingolstadt.

Eigentlich ist Neuer gerade bei Heimspielen der Münchner eher beschäftigungslos, doch diesmal war der Nationalmannschaftskapitän häufiger gefordert als ihm lieb war.

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"Ich will nicht sagen, dass wir verunsichert waren, aber das Passspiel von hinten raus war fehlerhaft. Ingolstadt hat uns schwer gefordert", sagte der 30-Jährige, dessen größte Tat ein Reflex gegen Matthew Leckie (53.) war. Danach zeigte Neuer triumphierend die geballte Faust. "Er war wirklich gut", sagte Ancelotti.

Ausfälle fallen ins Gewicht

Für den Italiener läuft es damit weiterhin nahezu perfekt. Sechstes Pflichtspiel, sechster Sieg. Allerdings gab es mit dem ersten Gegentreffer von Ingolstadts Dario Lezcano (8.) einen kleinen Makel.

Ancelotti, der auf das manchmal fahrige Bayern-Spiel an der Seitenlinie doch hin und wieder ungehalten reagierte, fällte ein mildes Urteil. "Es ist nicht immer möglich, gut zu spielen, aber wir haben Charakter gezeigt", sagte er.

Charakter, weil der Branchenprimus sich vom Rückstand nicht völlig aus der Spur bringen ließ. Charakter auch, weil eine völlig neu formierte Mannschaft eben doch einen Weg zum nächsten Sieg fand. Aber: Die Ausfälle von Mats Hummels (Erkältung), Philipp Lahm, Thomas Müller und David Alaba (Magen-Darm-Virus) fielen auffällig ins Gewicht.

Ancelotti freut sich auf Boateng

Bis zum kommenden Mittwoch gegen Hertha BSC sind sie wohl wieder fit. "Gerade diese Spieler haben gefehlt", sagte Neuer auf SPORT1-Nachfrage: "Es war eine ganz neue Formation. Man muss sehen, dass die Automatismen dann nicht zu einhundert Prozent greifen. Ingolstadt hat es gut gemacht und sie haben uns gut gefordert."

Auch deshalb wurde es nichts mit einem Schützenfest zum Wiesn-Auftakt, wenngleich das nackte Resultat nach den Toren von Robert Lewandowski (12.), Xabi Alonso (50.) und Rafinha (84.), der zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren traf, letztlich relativ souverän schien.

"Ich versuche, immer 100 Prozent zu geben. Wir haben die beste Verteidigung der Welt und ich muss immer bereit sein", meinte dann auch Rafinha.

Positiv war zudem das Comeback von Jerome Boateng, der in der Schlussphase eingewechselt wurde und Rafinhas Tor einleitete. "Es ist", sagte Ancelotti, "besonders wichtig, dass er zurückkommt, um solche Probleme zu vermeiden, wie wir sie heute hatten." 

Bayern profitiert von Fehlentscheidung

Dafür verantwortlich war ein Gegner, der gerne Komplimente mitnahm, aber viel lieber mit Punkten belohnt worden wäre. "Wir haben die Bayern maximal geärgert. Ich hatte das Gefühl, dass wir eine echte Chance haben", sagte Ingolstadts Trainer Markus Kauczinski, dessen Team nach drei Spieltagen lediglich einen Zähler geholt hat und am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt durchaus unter Druck steht.

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Dem Erfolg stand diesmal eben Neuer im Weg und zudem Schiedsrichter Patrick Ittrich, der den Schanzern nach einem Foul von Thiago an Matthew Leckie in der 77. Minute einen Elfmeter verwehrte.

Aber daran wollte Kauczinski die Niederlage nicht festmachen. "Wir müssen erstmal unsere Möglichkeiten nutzen", sagte er, und auch Torwart Örjan Nyland meinte: "Wir müssen effektiver sein. Wie das geht, haben uns die Bayern gezeigt."

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