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Gelsenkirchen - Olympia-Held Max Meyer will auch beim FC Schalke 04 in eine Führungsrolle hineinwachsen - und am Freitagabend den FC Bayern ärgern, wie er im SPORT1-Interview erklärt.

Er holte Olympia-Silber mit der deutschen Mannschaft, nun will Max Meyer auch mit Schalke 04 einen Coup landen.

Trotz der Auftaktniederlage bei Eintracht Frankfurt ist die 20 Jahre alte Mittelfeldhoffnung zuversichtlich, den FC Bayern München bei der Schalker Heimpremiere am Freitagabend ärgern zu können (ab 20 Uhr in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Im SPORT1-Interview spricht er über die Partie, seine Ziele mit Schalke und warum er der Versuchung eines Wechsels nach England widerstanden hat.

SPORT1: Max Meyer, nach der Auftaktniederlage gegen Frankfurt geht es jetzt gegen Bayern – kann man da Vorfreude empfinden?

Max Meyer: Ich denke, dass sich jeder darauf freut gegen Bayern zu spielen. Es kann ein Vorteil sein, so früh gegen sie zu spielen. Sie kamen auch erst aus dem Urlaub, haben die EM hinter sich, keine lange Vorbereitung. Wir wollen unser Bestes geben und möglichst drei Punkte holen. Klar, Bayern ist der klare Favorit, sie sind die beste Mannschaft in Deutschland, vielleicht sogar weltweit. Aber zu Hause sind wir immer stark gewesen und sahen in den vergangenen beiden Jahren auch immer gut aus. Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen, können wir Punkte holen.

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SPORT1: Sie haben im Sommer Olympia-Silber geholt, die Mannschaft beim Finale in Rio de Janeiro sogar als Kapitän aufs Feld geführt. Wie wichtig war diese Erfahrung für Sie?

Meyer: Es war etwas ganz Besonderes. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich mich sehr geärgert. Es gab ja Kritik, Leute die gesagt haben, was das soll, dass Olympia doch für Fußballer nicht wichtig ist. Aber den Spielern, die da waren, war klar, dass etwas Besonderes entstehen kann. So sind wir die Sache auch angegangen. Je weiter wir gekommen sind, desto besser wurde es. Jeder Einzelne hat profitiert und konnte Selbstvertrauen mitnehmen.

SPORT1: Wollen Sie auch bei Schalke eine Führungsrolle übernehmen?

Meyer: Ich habe hier nicht die Kapitänsbinde, aber ich will auch hier vorangehen, auch wenn ich ein junger Spieler bin. Ich habe mittlerweile viel Erfahrung, fast 100 Bundesliga-Spiele, war Stammspieler und wenn ich auf dem Platz stehe, will ich auch Verantwortung übernehmen. Das gilt auch für Freitag.

Max Meyer
Max Meyer soll auf Schalke mehr Verantwortung übernehmen © Getty Images

SPORT1: Als typischer Lautsprecher alter Schule fallen Sie bei Schalke allerdings nicht auf.

Meyer: Stimmt, ich bin nicht der, der auf dem Platz die Kommandos gibt, zumal die meisten Spieler ja auch älter sind als ich, da halte ich mich zurück. Natürlich ist Kommunikation auf dem Platz wichtig, aber ich will durch Leistung vorangehen. Davon profitieren andere mehr, als wenn jemand nur viel redet.

SPORT1: Sie wurden in der Knappenschmiede ausgebildet, haben den Durchbruch geschafft, daraus ergibt sich schon eine gewisse Vorbildrolle für andere Nachkommende. Wie nehmen Sie die wahr?

Meyer: Ich denke schon, dass ich für die jüngeren Kollegen ein Ansprechpartner sein kann. Sie können sich Rat bei mir holen und wenn einige auf mich heraufschauen, dann freut mich das. Dem versuche ich durch Leistung gerecht zu werden.

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SPORT1: In Frankfurt ist die Mannschaft den Erwartungen noch nicht gerecht geworden. Eine weitere Niederlage könnte den Gegenwind schnell erhöhen, gerade auf Schalke.

Meyer: Ich kenne das nicht anders, seit ich hier oben bin. Hier ist schnell Gegenwind, daran habe ich mich gewöhnt. Ich weiß aber auch umgekehrt, wie schön es ist, wenn man hier Spiele gewinnt, dann wird man doppelt so viel gefeiert. Das muss man einordnen können.

SPORT1: Nichtsdestotrotz hat ihr Teamkollege Leroy Sane Schalke in Richtung Manchester City verlassen. Was hat Sie dazu bewogen, hier zu bleiben?

Meyer: Ich habe hier noch zwei Jahre Vertrag und wenn Sie darauf anspielen, was an den letzten zwei Transfer-Tagen passiert ist (angebliches Interesse von Tottenham Hotspur, Anm. d. Red.): Ich werde den Verein nicht durch die Hintertür verlassen. Ich habe gesagt, dass ich in diesem Sommer nicht gehen werde, dazu stehe ich. Ich weiß, dass hier viel Potenzial ist, wir haben gute Spieler hinzubekommen, einen guten Trainer. Wir können viel erreichen und eine gute Rolle in der Bundesliga spielen, die internationalen Plätze sind ein realistisches Ziel.

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