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Klaus Fischer (l.) und Olaf Thon spielten lange Jahre für Schalke 04
Klaus Fischer (l.) und Olaf Thon spielten lange Jahre für Schalke 04 © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann / Getty Images / dpa Picture Alliance

München - Kein Punkt, kein Tor. Schalke 04 startet desaströs in die Saison. Die Schalker Legenden Klaus Fischer und Olaf Thon analysieren bei SPORT1 den Fehlstart.

Neuer Trainer, neuer Sportvorstand, neue Spieler. Eigentlich sollte bei Schalke 04 alles besser werden.

Doch die Königsblauen legten einen wahren Fehlstart in die neue Bundesligasaison hin: 0 Punkte und 0:5 Tore nach drei Spieltagen, einen solchen Doppelnull-Auftakt legte Schalke zuletzt 1985 hin.

Bei SPORT1 analysieren die Schalker Legenden Klaus Fischer und Olaf Thon den ernüchternden Start von S04.

- Probleme in der Offensive

Schalke steht nach drei Bundesligaspielen immer noch ohne ein einziges Tor da. Das spricht nicht für die Offensive.

Der frühere Schalker Torjäger Klaus Fischer kritisierte bei SPORT1: "Vorne gefällt es mir überhaupt nicht. Huntelaar hat überhaupt keine Torchance gehabt. Choupo-Moting ist zu lange am Ball. Er bekommt keine Flanken. Da stimmt etwas nicht. Da müssen sie sich etwas einfallen lassen."

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SPORT1-Experte Olaf Thon sieht aber nicht nur die Stürmer in der Verantwortung. Er erklärte: "Man hat zu wenig Chancen herausgespielt. Das betrifft aber die gesamte Mannschaft."

- Neuzugänge wackelig

Die zentralen Mittelfeldspieler Benjamin Stambouli und Nabil Bentaleb wurden zunächst gelobt, doch bei der 0:2-Pleite in Berlin verschuldeten sie mit zwei haarsträubenden Fehlern die Niederlage.

Thon sagte dazu bei SPORT1: "Dass in Berlin die neuen Spieler die entscheidenden Fehler gemacht haben, war irgendwie auch nicht verwunderlich. Denen muss man Zeit geben. Ich hoffe, dass Markus Weinzierl daraus die richtigen Schlüsse zieht, wer dann gegen Köln spielt. Ob es die richtige Elf ist, die er aufgeboten hat. Oder, ob er ein paar anderen Spielern eine Chance gibt. Da bin ich mal gespannt."

Breel Embolo könnte Schalke bis zu 27 Millionen Euro kosten, ist damit der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte. Bisher zeigte der junge Schweizer auf dem Platz aber noch nichts.

Thon analysierte: "Er ist jung und dynamisch, spielt aber manchmal sehr fahrig und unkonzentriert. Fast ängstlich. Das muss er aus seinem Kopf heraus bekommen."

Ex-Stürmer Fischer meinte: "Er ist mit 19 Jahren ein junger Mann. Er ist entwicklungsfähig, aber er muss hart an sich arbeiten. Das ist nun mal so. Wer als Stürmer nicht an sich arbeitet, der wird scheitern."

- Geis in der Krise

Als Johannes Geis vergangene Saison von Mainz 05 verpflichtet wurde, galt er als der kommende Dreh- und Angelpunkt im Schalker Mittelfeld. Beim Spiel in Berlin stand der 23-Jährige nicht einmal im Schalker Kader. Dabei könnten die "Knappen" insbesondere seine gefährlichen Standards gut gebrauchen.

Johannes Geis (2.v.r.) saß in Berlin nur auf der Tribüne
Johannes Geis (2.v.r.) saß in Berlin nur auf der Tribüne © Imago

Schalke-Idol Fischer ist verwundert über Geis' Formkrise: "Ich kann mir das nicht erklären. Qualität hat er ja, das hat er in Mainz bewiesen. Aber: Hier ist Schalke und nicht Mainz. Dass er auf einmal nicht im Kader steht: Da stimmt irgendetwas nicht."

Thon sieht bei Geis noch Nachholbedarf: "Es wird nach Leitung aufgestellt. Weinzierl wird erkannt haben, dass andere besser sind. Das heißt für Johannes Geis: Arbeiten und Fighten!"

- Weinzierl braucht noch Zeit

Die größten Hoffnungen ruhen auf Schalke auf dem neuen Trainer Markus Weinzierl. Doch die Bilanz unter dem Ex-Augsburger ist bisher alles andere als zufriedenstellend. Ob auf Schalke bald wieder die schon traditionelle Unruhe im Umfeld ausbricht?

Markus Weinzierl trainierte vor Schalke den FC Augsburg
Markus Weinzierl trainierte vor Schalke den FC Augsburg © Getty Images

Fischer mahnt dazu, dem neuen Coach genügend Zeit zu geben: "Man sieht schon eine Handschrift, ich habe auch beim Training zugeguckt. Jetzt muss aber etwas für den Angriff getan werden. Es ist ein Prozess mit den neuen Leuten, mit einem neuen Trainer. Das dauert ein bisschen."

Der 66-Jährige weiter: "Wir dürfen jetzt auf Schalke aber nicht wieder alles in Frage stellen. Wir müssen konsequent weiterarbeiten. Aber natürlich: Ohne Punkte wird es immer schwieriger. Das ist gar keine Frage."

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