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Marcel Reif und Dietmar Beiersdorfer
Marcel Reif (l.) sieht in Dietmar Beiersdorfer eine Fehlbesetzung beim HSV © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - SPORT1-Experte Marcel Reif vermisst beim Rauswurf von HSV-Trainer Bruno Labbadia den guten Stil. Dietmar Beiersdorfer empfindet er als Fehlbesetzung.

Hallo Fußball-Freunde,

Der Rauswurf von Bruno Labbadia hat niemanden mehr überrascht. Und wenn man sich seine Bilanz in diesem Jahr anschaut, dann gibt es sicher auch Gründe dafür.

Aber: Man muss so etwas anständiger machen. Solche Trennungen muss man mit Anstand und mit klaren Aussagen zu Ende bringen.

Den besten Eindruck in dieser Woche hat Bruno Labbadia in der Außendarstellung gemacht. Und das, obwohl er keinerlei Rückendeckung hatte.

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Die Kultur im Profifußball hat eine Auffrischung nötig. Werder Bremen hat das bei der Trennung von Viktor Skripnik, einem Urgestein des Klubs, viel sauberer gemacht.

Hinzu kommt: Labbadia ist natürlich nicht der einzige, der für die Hamburger Lage verantwortlich ist. Dietmar Beiersdorfer, der Mann, der diese Entlassung vollzogen hat, ist für mich der falsche Mann am falschen Ort. Man sieht an der Art und Weise, wie er sich gibt, dass er da etwas tun muss, das er eigentlich gar nicht tun will. Das passt einfach nicht.

Was beim HSV alles schief läuft, ist traurig, wenn man bedenkt, was dieser Klub eigentlich für Möglichkeiten hätte. Auch wenn man diese Platte jetzt schon oft gehört hat: Es ist so. Die Stadt, das Publikum, die Möglichkeiten, das Stadion: Hamburg wäre eigentlich die klassische zweite Kraft der Liga.

Neuer Trainer in Hamburg wird wohl Markus Gisdol werden, den auch die Bremer auf dem Zettel hatten.

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Daraus und aus der guten Leistung von Werder beim 2:1 über Mainz jetzt aber zu schließen, dass nun Alexander Nouri Chfecoach wird, halte ich für falsch. Denn an einem Spiel kannst du so eine wichtige Entscheidung nicht festmachen. Und die Verantwortlichen sind offenbar nicht überzeugt von Nouri.

Man muss sich bei Werder ganz grundsätzlich fragen: Ist der Bremer Weg noch zeitgemäß? Werder muss sich eine neue Identität schaffen.

Wie man es richtig macht, zeigt dagegen die Erfolgsgeschichte von Mainz 05. Der Verein hat von der Struktur her in der ersten Liga nichts verloren. Da gehören eigentlich Traditionsmannschaften wie Stuttgart, Hannover oder 1860 München rein.

Aber die Mainzer machen im Gegensatz zu diesen und anderen Klubs kaum Fehler. Daher ziehe ich meinen Hut vor Mainz.

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit dieser Saison begleitet Marcel Reif als Experte den Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

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